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Markgröningen Gewitter sorgt für Abbruch
Das Leistungshüten ist der traditionelle Auftakt zum Schäferlauf.
edes Jahr kommen zum Leistungshüten der Schäferinnen und Schäfer anlässlich des Markgröninger Schäferlaufs zahlreiche Besucherinnen und Besucher auf die Wiesen an der Asperger Straße. Diesmal allerdings sorgte ein heftiges Gewitter mit zahlreichen Blitzen für einen vorzeitigen Abbruch.
Bereits in der Nacht tobte ein Unwetter mit starken Windböen und Hagelkörnern über der Schäferlaufstadt, aber zum Morgen hin entspannte sich die Lage am Himmel zunächst soweit, dass, mit etwas zeitlicher Verzögerung als Erste die 23-jährige Franziska Schenk aus Bayern an den Start gehen konnte.
Bereits 2023 war sie in Markgröningen dabei gewesen – damals ihr erstes Leistungshüten überhaupt und sie landete vor drei Jahren auf einem guten vierten Platz: „Inzwischen habe ich so vier- fünfmal bei einem Leistungshüten mitgemacht, aber aufgeregt bin ich schon noch“, verriet sie. Nun hieß es gemeinsam mit ihrem Hund Beppo als erste Aufgabe die Schafherde des Markgröninger Stadtschäfers Edmund Wörner auszupferchen, bevor es in das enge und weite Gehüt und schließlich auf die Straße zur Verkehrsprüfung ging: „Ich war schon nervös und in Sorge, dass die Herde losschießen könnte, und das überträgt sich dann auch auf den Hund“, bewertete Franziska Schenk hinterher ihre eigene Leistung.
Wo ein Hütehund beim Schaf zupacken darf
Richter Herbert Schaible, der im letzten Jahr selbst noch den ersten Platz beim Markgröninger Leistungshüten belegte, empfand den sechsjährigen Rüden allerdings als eher langsam und ruhig: „Der Griff vom Hund war gut“, lobte er. Denn nur am Nacken, Rippe und Keule darf ein Hütehund bei den Schafen zupacken.
Unter dem prüfenden Blick der Jury, bestehend aus Harald Schaible und Holger Banzhaf absolvierte als zweite Schäferin Ute Svensson aus Baden-Baden den Sieben-Punkte-Parcours. Ihre erst zweijährige Hündin Taff bewertete Richter Harald Schaible als deutlich temperamentvoller: „Das ist ein fleißiger Hund“, befand er und Ute Svensson wiederum rügte sich selbst, zu viele Kommandos gegeben zu haben: „Bei der Kollegin sah es viel ruhiger und harmonischer aus“, urteilte sie im Anschluss, wieder im Zelt sitzend.
Denn inzwischen war das Leistungshüten aufgrund von Regen unterbrochen worden. Das eigentlich geplante Mitmachprogramm für Familien der Freiwilligen Feuerwehr Markgröningen und der Stelzenläuferinnen sowie Wasserträgerinnen war von Anfang an aufgrund der unsicheren Wetterlage abgesagt worden: „Das Gewitter ist das Problem“, konstatierte Frank Blessing vom Organisationsteam der Stadt, denn das bewegte sich nun nicht so schnell weg.
Die Schäfer wollten eigentlich gern weitermachen – auch, um eine abschließende Gesamtwertung in Punkten zu erhalten. So gab es zunächst nur die Unterbrechung sowie den besorgt fragenden Blick aller Beteiligten gen Himmel.
Schließlich aber nahm sich Bürgermeister Jens Hübner mit traurigem Blick das Mikrofon: „Es tut uns sehr leid, dass wir es beenden müssen, aber Sicherheit geht vor“, erklärte er die Entscheidung des kompletten Abbruchs der Veranstaltung, denn die Gewitterfront lag weiterhin genau über dem Gelände. Es folgte die Aufforderung das Gelände innerhalb von zehn Minuten zu räumen und so liefen die Menschen geordnet zu ihren Autos. Allerdings war die Wiese, die als Parkplatz diente, durch den vielen Regen inzwischen so aufgeweicht, dass ein Traktor zum Einsatz kam, der festgefahrene Autos auf die Straße hinauszog.
Verständnis für Entscheidung bei den Schäfern
Schäfer Jonas Henniger aus Münsingen wäre eigentlich als Dritter an den Start gegangen. Nun aber hatte er unter einem großen Sonnenschirm Schutz vor dem Regen gesucht: „Bei Blitz hüte ich nicht“, sagte er bestimmt und ergänzte, dass er vor 16 Jahren einmal inmitten seiner Herde vom Blitz getroffen wurde.
Sieben Schafe starben damals und seitdem sucht er bei Gewitter mit seinem Hütehund lieber Schutz im Auto. Aber er hofft, im kommenden Jahr wieder dabei zu sein: „Hier in Markgröningen ist es wunderbar. Ich fühle mich hier sehr wohl“, bekannte Jonas Henninger.
Ob sie im nächsten Jahr wieder für das Catering vor Ort sein werden, da ist sich Carola Häcker vom Stuttgarter Alm Restaurant allerdings nicht sicher: „Wir bleiben auf der Ware sitzen und verbuchen einen großen Verlust.“ 800 Würste verkauft sie normalerweise auf solch einer Großveranstaltung, aber nur rund 60 Stück gingen diesmal über den Tresen. Das Unwetter hatte außerdem die beiden Verkaufs-Pavillons schon in der Nacht zerfetzt.
Mit neuen Zelten reisten sie dann am Morgen an: „Die angemieteten Biertischgarnituren müssen auch bezahlt werden“, resümierte Häcker resigniert, während sie und ihr Team alles wieder einpackten.
