Markgröningen In der Musik versinken

Von Helga Spannhake
Auftakt zum 57. Internationalen Musikfest: Die Stadtkapelle Markgröningen spielte die Nationalhymne auf dem Marktplatz. Foto: /Martin Kalb

Zur 57. Ausgabe des Internationalen Musikfest reisten die Stadtkapelle Hamamatsu aus Japan sowie das Trommler- und Pfeiferkorps aus Strauch an.

Eröffnet wird das Internationale Musikfest stets mit dem Markgröninger Abend im Festzelt auf dem Festplatz und trotz der aktuellen Hitze am Freitagabend strömten die Menschen in Scharen sowie gut gelaunt ins Innere, besetzten die vorhandenen Bierbänke und warteten gespannt auf den Einmarsch von Fanfaren- und Spielmannszug. Die Musikerinnen und Musiker kamen nacheinander die beiden Gänge auf ihren Instrumenten spielend zur Bühne gelaufen und wurden von den Markgröninger Bürgerinnen und Bürgern rhythmisch klatschend begleitet.

Besonders viel Applaus sowie viele gezückte, das musikalische Geschehen filmende Handys gab es an den Tischen der ersten Reihe. Dort hatten die Mitglieder der Stadtkapelle Hamamatsu aus Japan Platz genommen. Bereits zum vierten Mal waren sie zu Gast in Markgröningen. Entstanden ist diese Orchester-Freundschaft über den Kontakt des Stadtmusikdirektors Georg ter Voert und sie begann mit einem ersten Besuch der japanischen Stadtkapelle im Jahr 1989, dem 1991 ein Gegenbesuch folgte. Nun waren die rund 50 japanischen Musikerinnen und Musiker bereits am Donnerstagabend angereist.

Vor dem Markgröninger Abend ging es zum Sightseeing nach Ludwigsburg und sie hatten zusätzlich eine erste Probe unter der Leitung ihres Dirigenten Shuva Tsukamoto absolviert. Die Vereinssprecherin der Stadtkapelle Markgröningen Christiane Liebing lobte die sehr hohe musikalische Qualität des Orchesters: „Zu hören war eine moderne Vertonung von Beethoven, die mich sehr beeindruckt hat“, erklärte sie.

Gelungener Fassanstich

Nachdem auch der beliebte und seit nunmehr 46 Jahren mit Markgröningens Musikleben tief verwurzelte Stadtmusikdirektor Georg ter Voert mit gebührendem Applaus empfangen worden war, ergriff der 1. Vorsitzende des Musikvereins Stadtkapelle Markgröningen Alexander Mandel das Mikrofon. Sehr herzlich begrüßte er alle zum 57. Internationalen Musikfest im festlich geschmückten Zelt: „, dass das Festzelt trotz der heiß-schwülen Temperaturen so gut besetzt ist, zeigt den hohen Stellenwert des Markgröninger Abends in der Bevölkerung der Markgröninger“, stellte er fest. Weiter verwies er darauf, dass es erneut gelungen sei, ein buntes und abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen.

Außerdem erinnerte sich Alexander Mandel an die Vorbereitungen und stellte fest: „Ein Musikfest dieser Größe ist längst kein Projekt nur des Musikvereins. Es ist ein Gemeinschaftswerk“, und er führte weiter aus, dass es getragen sei von engagierten Mitgliedern, Unternehmerinnen und Unternehmern, vielen unterstützenden Bürgerinnen und Bürgern sowie einer stets verlässlichen hilfsbereiten Stadtverwaltung.

Einen besonderen Gruß schickte Alexander Mandel an den Musikfest-Schirmherrn und Markgröninger Bürgermeister Jens Hübner, der jedes Jahr den Fassanstich auf der Bühne vornimmt. Routiniert schlug er auch in diesem Jahr mit dem Hammer zu und gleich der erste Schlag auf den Zapfhahn saß perfekt: Das kühle Bier konnte ungehemmt in die Maßkrüge fließen. In seiner Rede äußerte Jens Hübner großen Respekt für die anwesenden Musikerinnen und Musiker, die in ihrer prächtigen, aber dicken Festkleidung doch mächtig schwitzten: Das sei eine körperliche Höchstleistung attestierte er. Zusätzlich lobte er die kluge Entscheidung des Publikums im Festzelt erschienen zu sein, denn es sei „das schönste Musikfest, dass er sich vorstellen könne“.

Traditionelles Dirigat

Nach dem Fassanstich erklomm Bürgermeister Jens Hübner einen Biertisch direkt vor der Bühne, hob seinen Taktstock vor dem aufmerksam zu ihm schauenden Blasorchester der Stadtkapelle. Auf dem Programm stand, wie jedes Jahr, das Spielen der Markgröninger Hymne und der Markgröninger Marsch wird jedes Jahr traditionell vom Bürgermeister musikalisch geleitet. Zum Teil stand das Publikum auf, manche legten sogar ihre Hand auf ihr Herz, um ihre tiefe Verbundenheit zur Schäferlaufstadt auszudrücken. Im Anschluss an den offiziellen Teil konnte Jens Hübner dann auch ein Bierchen trinken und bekundete entspannt: „Ich bin hier zum Genießen“.

Und genießen konnten alle im Festzelt das äußerst unterhaltsame musikalische Programm, das Polkas ebenso umfasste wie Jazz, Popmusik und die weltweit populäre deutsche Komposition „Highland-Cathedral“ für Dudelsack.

 
 
- Anzeige -