Marode Bauwerke in Sachsenheim Sanierungsstau bei Brücken

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Die Eisenbahnbrücke in Großsachsenheim wartet auch zwei Jahre nach der Wiedereröffnung noch auf ihre Vollendung. ⇥ Foto: Werner Kuhnle

Wieder einmal sind die vielen sanierungsbedürftigen Brücken das Thema. Die Reihenfolge, in der diese angegangen werden sollen, passt nicht allen Stadträten.

Und schon wieder wird in Sachsenheim über Brücken diskutiert. Anlass ist der im Gemeinderat vorgestellte Brückenbericht. 2021. 30 Brücken unterhält die Stadt. Viele sind „älteren Baujahrs“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt. Bei einigen besteht „umgehender bis mittelfristiger Handlungsbedarf“, heißt es weiter (siehe auch Infobox). Einige sind bereits nicht mehr passierbar und gesperrt, andere werden bereits saniert (die BZ berichtete). Das Thema Brücken bleibt in jedem Fall eine Mammutaufgabe in den kommenden Jahren.

Himmelreich in Hohenhaslach

Die Brücke über den Kirbach im Nordwesten von Hohenhaslach ist „für jeglichen Verkehr gesperrt“. Die Stadt will die „Notwendigkeit des Bauwerks“ prüfen. Das Brückenbauwerk 14 hat aktuell die Zustandsnote 4. Tiefbau-Leiter Pablo Burkhardt sagt: „Die Brücke ist seit Jahren gesperrt, und es funktioniert trotzdem.“ Dass ein Verbindungsbedarf bestehe, glaube er durchaus. „Aber wir müssen uns trotzdem fragen, ob es die Brücke braucht. Denn diese kostet ja auch in Zukunft Geld.“

Nach Meinung von Sabine Schülke (CDU) ist durch die Sperrung der Brücke ein „kostenloser Spielplatz“ verloren gegangen: „Dort können Jugendliche kein Feuer mehr machen oder mit dem Mofa drüberfahren.“ Mit Blick auf die danebenliegende als Ausgleichsfläche angelegte Fischtreppe im Kirbach sagt sie: „Es ist schon komisch: Seit die Fischtreppe angelegt wurde, funktioniert die Brücke nicht mehr.“ Was sie damit andeutete: War die Brücke nur gesperrt worden, um Schäden an der Fischtreppe zu vermeiden?

Tiefbau-Chef Burkhardt streitet das ab: „Das ist absolut nicht der Fall, dass die Brücke absichtlich zu negativ begutachtet wird.“ Bereits die Baumaschinen für die Fischtreppe hätten eine provisorische Behelfsbrücke genutzt.

Untere Au in Hohenhaslach

Auch diese Brücke, die etwas weiter südlich am Kirbach liegt, ist „für jeglichen Verkehr gesperrt“. Und sie ist ebenfalls mit 4 benotet. Die Instandsetzung wurde von der Verwaltung „aufgrund niedriger Priorität auf unbestimmte Zeit zurückgestellt“. Auch das stört einige Räte. „Die Brücke wird viel genutzt von Fußgängern und Hundebesitzern“, sagt CDU-Stadtrat Hans-Günther Neumann.

Er meint: „Es dürfte kein großes Problem sein, wenn man neue Holzbalken drüberlegt und ein Geländer hinmacht. Das hält auch 15 Jahre, und dann können wir uns wieder Gedanken machen. Dem widerspricht Burkhardt: „Das Problem ist, dass die Brücke unten ausgespült ist. Wenn da ein stein nachgibt, ist die Brücke weg. Der Leiter des Tiefbauamts dazu: „Natürlich ist jede Brücke, die wir sperren müssen, traurig. Aber wir können das nicht steuern. Welche Brücke sollen wir denn stattdessen zurückstellen?“

Steingrube in Großsachsenheim

Verwunderung gab es von Thomas Wörner (GLS) bei der Brücke zur Steingrube in Großsachsenheim. Die ist seit zwei Jahren offiziell fertig. Dennoch stehen dort nach wie vor rot-weiße Baken an den Seiten: „Nach wie vor fehlt die Absicherung zum Hang auf beiden Seiten der Brücke.“ Tiefbau-Leiter Burkhardt bestätigt: „Das ist ein sehr trauriges Thema. Ich hätte diesen Posten auch gerne aus dem Haushalt heraus.“ Für die wenig lukrative Arbeit ist die zuständige Baufirma aber auf ihren Subunternehmer angewiesen, mit dem sie aktuell in Konflikt steht. Daher werde es wohl noch ein wenig dauern. „Ich finde es gut, dass die Firma uns nicht komplett hängen lässt“, sagt Burkhardt, „wir müssen’s einfach abwarten.“

 
 
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