Maya-Sophie Letzel aus Hohenhaslach hat große Ziele Auf dem Weg zur Profikickerin

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Mit ihrem Wechsel zum SC Freiburg macht Maya-Sophie Letzel den nächsten Schritt in ihrer noch jungen Karriere.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Die 15-jährige Maya-Sophie Letzel aus Hohenhaslach wechselt zu den B-Juniorinnen des SC Freiburg in die Bundesliga Süd und ins Sportinternat des Olympiastützpunkts.

Knapp 305 000 Mädchen bis 16 Jahre spielen derzeit in den Vereinen, die innerhalb des Deutschen Fußballbundes (DFB) organisiert sind. Eine davon ist die 15 Jahre alte Maya-Sophie Letzel aus Hohenhaslach, die jetzt ihrem Traum von einer Karriere als Profikickerin ein wesentliches Stück näher gekommen ist. In diesen Tagen hat die junge Sportlerin beim renommierten SC Freiburg einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben und wird dort künftig bei den B-Juniorinnen spielen und das Sportinternat des nahe gelegenen Olympiastützpunkts besuchen. „Ich freue mich sehr auf die Zeit, die jetzt vor mir liegt. Dieser Schritt ist für mich der beste Weg, um meinen Wunschtraum einmal wahr werden zu lassen: Ich möchte ein College-Stipendium in den USA erreichen und dort Fußball spielen“, erzählt Maya-Sophie Letzel.

Mit fünf Jahren hat sie bei den Bambini in den Reihen des SC Hohenhaslach das erste Mal gegen den Ball gekickt. Sie war damals das einzige Mädchen in einer Mannschaft von gleichaltrigen Jungs. In der E-Jugend wechselte die junge Hohenhaslacherin zum benachbarten FV Löchgau, ebenfalls in ein reines Jungenteam. Schon bald wurden die ersten Sichtungstrainer des DFB-Stützpunkts in Marbach auf die talentierte Fußballerin aufmerksam und luden sie zu Lehrgängen ein. Es folgte die Aufnahme der damals Elfjährigen in die Enz-Murr-Auswahl und den Kader des WFV.

2019 folgte der Wechsel zum SGV Freiberg in die C-Jugend, wo sie bis zum Ausbruch der Corona-Krise aktiv war. „Plötzlich kam der gesamte Spiel- und Trainingsbetrieb wegen der Pandemie zum Erliegen. Ich wollte aber unbedingt weiter trainieren und musste mich nach Alternativen umschauen“, macht Maya-Sophie Letzel deutlich. Eine Einladung zum Probetraining bei den in der Bundesliga spielenden U17-Juniorinnen der TSG Hoffenheim brachte die Lösung. Die erst 15-Jährige überzeugte den dortigen Trainerstab. „Das war sportlich ein Glücksfall für mich. In Hoffenheim konnte ich viel spezifischer und intensiver trainieren. Es gab für unsere Mannschaft einen kompletten Trainerstab mit Physiotherapeuten und Athletik-Trainern. Die Mädels haben mich alle ganz toll aufgenommen. Diese Zeit hat mich sportlich enorm weitergebracht“, betont die Fußballerin, deren Lieblingsposition Außenverteidigerin auf der rechten Seite ist.

Angebot von Union Berlin

Vor allem im Bereich Schnelligkeit und Flankentechnik hat sie in Hoffenheim viel dazugelernt. Doch für die Schülerin der Ellental-Gymnasien in Bietigheim-Bissingen wurde es immer schwieriger, Schule und Fußball miteinander zu vereinbaren. Viermal in der Woche fuhr sie mit ihren Eltern je eine Stunde nach Hoffenheim zum Training und wieder zurück. „Das war auf die Dauer einfach zu viel, denn sie musste sich ja auch noch auf die Schule konzentrieren. Es gab von der TSG Hoffenheim ein Angebot, aber dort ist leider kein Internat. Weitere Angebote kamen beispielsweise vom FC Union Berlin und dem SC Freiburg“, erläutern Mama Kerstin und Papa Christian Letzel, die den Fußball-Traum ihrer Tochter voll unterstützen. Die Familie hat sich in Freiburg und Berlin die Bedingungen vor Ort angeschaut und sich schließlich für Freiburg entschieden. „Ich konnte in Freiburg schon mit der B-Juniorinnen-Bundesliga-Mannschaft mittrainieren. Das hat großen Spaß gemacht. Einige Spielerinnen kenne ich schon aus den Kaderauswahlen. Auch das Internat des Olympia-Stützpunkts macht einen guten Eindruck. Die Schule besuchen unter anderem auch die Nachwuchs-Biathleten und Skispringer“, berichtet Maya-Sophie Letzel.

Am Montag beginnt nun in Freiburg das Training für die neue Bundesliga-Saison, die bei den B-Juniorinnen schon am 14. August startet. „Die Sommerferien fallen in diesem Jahr bei mir aus. Aber ich freue mich auf das Training und die große Chance, die sich mir jetzt bietet. Ich habe den Ehrgeiz, es in die National Women’s Soccer League in den USA zu schaffen. Aber zunächst will ich mich beim SC Freiburg durchsetzen“, sagt Maya-Sophie Letzel, zu deren Vorbildern die deutsche Nationalspielerin Linda Dallmann und die US-Amerikanerin Alex Morgan zählt. „Es gibt immer noch Dinge, die ich verbessern muss, aber ich bin bereit hart zu arbeiten, denn von nichts kommt schließlich nichts“, erklärt die Hohenhaslacherin. Letzel will neben dem Fußball unbedingt ihr Abitur machen und eventuell Sportmedizin studieren. Denn auch abseits des Platzes verfolgt sie ehrgeizige Pläne.

 
 
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