McKnight schießt Steelers zum 2:1-Sieg gegen Ravensburg Drei Punkte nach heroischem Kampf

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Ein Kampf auf Biegen und Brechen: Die Steelers-Kanadier Riley Sheen (Mitte) und Evan Jasper nehmen dem Ravensburger Verteidiger Patrick Seifert mit vereinten Kräften die Scheibe ab. ⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Matt McKnight schießt die Bietigheim Steelers mit einem Doppelpack zum 2:1-Sieg gegen Ravensburg. In der Schlussphase verteidigen drei Feldspieler den Vorsprung gegen sechs Towerstars-Angreifer.

Robin Just musste am Freitagabend besonders konzentriert sein – und aufpassen, dass er den Eishockey-Profis der Ravensburg Towerstars im Württemberg-Duell gegen seine Bietigheim Steelers nicht den Puck zuspielt. Denn bis Mitte Februar war der 33-jährige Stürmer selbst noch für die Oberschwaben aufgelaufen – in Ravensburg stand er dreieinhalb DEL2-Spielzeiten unter Vertrag. Dann kehrte Just aus familiären Gründen ins Ellental zu dem Verein zurück, für den er schon zwischen 2012 und 2017 auf Torejagd gegangen war und bei dessen Fans er immer noch viele Sympathien genießt.

Die Partie gegen den Ex-Klub und die alten Weggefährten hatte für Just ein Happy End, obwohl er auch bei seinem fünften Saisoneinsatz im SCB-Trikot ohne Torerfolg blieb: Mit 2:1 setzte sich Bietigheim dank eines Doppelpacks von Matt McKnight durch – der sechste Sieg aus den vergangenen sieben Begegnungen. Damit sind die Steelers weiter der erste Verfolger des schon etwas enteilten Spitzenreiters Kassel Huskies, der in Heilbronn mit 4:3 nach Penaltyschießen gewann.

Prommersberger verletzt sich

Bereits in der dritten Minute hatten die Bietigheimer eine personelle Schwächung zu verkraften: Daniel Stiefenhofer erwischte Max Prommerberger mit einem Kniecheck. Die Folge: Der 33-jährige Verteidiger musste mit einem Pferdekuss im Oberschenkel in die Kabine und nahm nach dem Umziehen auf der Tribüne Platz. Für ihn rückte Stürmer Calvin Pokorny als sechster Verteidiger in die Abwehr.

Beide Teams lieferten sich in der EgeTrans-Arena ein torarmes, aber sehr intensives und rasantes Duell auf Augenhöhe. Dabei hatten die Gastgeber schon im ersten Durchgang die etwas besseren Chancen – zum Beispiel durch Norman Hauner und eben Just, die jeweils allein vor Olafr Schmidt auftauchten, allerdings am stark aufgelegten Towerstars-Goalie scheiterten. Auf der Gegenseite ließ auch Cody Brenner im SCB-Kasten nichts anbrennen und hielt nicht zum ersten Mal erstklassig.

Den Torbann im Geisterspiel brach McKnight in der 24. Minute. Der kanadische Center versenkte einen Querpass seines Landsmanns Evan Jasper per Direktabnahme zum 1:0. McKnight war auch für den zweiten Bietigheimer Treffer zuständig. Diesmal jagte er den Puck nach Hauners perfekter Vorarbeit zum 2:0 ins lange Eck (34.). Nun gaben die Steelers den Ton an – bis Ravensburgs Debütant 85 Sekunden vor der zweiten Drittelpause auf 1:2 verkürzte: Der Kanadier Andrew Kozek, der erst vor ein paar Tagen von den Black Wings Linz aus Österreich ins Oberschwäbische gewechselt war, traf im Nachschuss (39.).

Auch das letzte Drittel war ein Kampf auf Biegen und Brechen. Besonders haarig wurde es für die Steelers in der Schlussphase. Nacheinander verabschiedeten sich da Benjamin Hüfner und Tim Schüle auf die Strafbank  – Entscheidungen, die durchaus strittig waren. Weil die Gäste jetzt auch noch ihren Torhüter Schmidt zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis nahmen, verteidigten in den restlichen 28 Sekunden drei Bietigheimer Feldspieler heroisch den knappen Vorsprung gegen gleich sechs Towerstars-Angreifer – und hatten dabei auch das Glück des Tüchtigen. Denn der letzte Ravensburger Schuss in der letzten Sekunde krachte an den Pfosten und sprang dann neben das Gehäuse, wie auch der Videobeweis zeigte. „Die, die auf dem Eis waren, haben überragend gearbeitet“, lobte SCB-Trainer Danny Naud die Unterzahl-Formation und bekannte: „Es war ein enges Spiel – vom Anfang bis zum Ende.“

Falken-Stürmer Knaub für fünf Partien gesperrt

Die DEL2 hat Michael Knaub für fünf Spiele aus dem Verkehr gezogen. Der 26-jährige Stürmer der Heilbronner Falken war am Dienstag im Derby bei den Bietigheim Steelers nach einem groben Foul an Robin Just vorzeitig vom Eis geflogen – mit einer Großen Strafe plus Spieldauerdisziplinarstrafe. Der Disziplinarausschuss wertete die Attacke im Mittelfeld, die sich in der 30. Minute beim Stand von 1:1 ereignete, als „unnötig“ und „rücksichtslos“. Knaub habe zum wiederholten Mal einen Gegenspieler rücksichtslos verletzt beziehungsweise dessen Gesundheit gefährdet, heißt es in dem Urteil. ⇥ae

 
 
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