Mediale Ausstattung an Besigheimer Schulen „Wir haben, was wir uns wünschen“

Von
Es hat sich viel getan bei der medialen Ausstattung von Besigheimer Schulen. Wichtige Investitionen wurden bereits vor der Corona-Krise getätigt.⇥ Foto: Patrick Seeger/dpa

Im Corona-Jahr wird den Schulen das Geld für die mediale Ausstattung gestrichen. Doch weil die Stadt beim Digitalpakt  in Vorleistung gegangen war, sehen die Schulleiter das gelassen.

Es hört sich nach einer schlechten Botschaft an, was Kämmerer Roland Hauber in der letzten Sitzung des Gemeinderats in Besigheim verkündete: Den Schulen wird das Geld für die weitere Ausstattung mit Medien in diesem Jahr gestrichen. In Summe macht dies 75 000 Euro, die in der Kasse der Stadt verbleiben können.

Hauber hatte wie berichtet den Zwischenbericht des Haushaltsjahres vorgestellt, der wegen der Corona-Krise beträchtliche Löcher aufweist. Anlass genug also, um einige Investitionen zu verschieben. Zudem sind die Schulen immer noch mit der Erstellung ihrer Medienentwicklungspläne beschäftigt, die das technische und pädagogische Konzept enthalten, mit dem die Schulen die Anschaffung von Beamern, Tablets, Laptops und die Ausstattung mit der nötigen Soft- und Hardware begründen müssen. Sie dienen als Grundlage für die Zuschüsse, die Bund und Länder im Digitalpakt vereinbart haben.

Die Rückfrage der BZ bei Schulleitern aus Besigheim zeigt jedoch, dass die Schulleiter mit der Verschiebung durchaus leben können. Sie wurde in einer gemeinsamen Videokonferenz mit der Stadt vereinbart. „Wir haben das, was wir uns wünschen“, sagte Frank Hielscher, der Rektor des Besigheimer Gymnasiums. Und in der Realschule? Hier gibt es mittlerweile moderne Beamer, angeschlossene Lautsprecher und Festnetzrechner in jedem Klassenzimmer. „Wir können jetzt gut arbeiten“, freut sich Schulleiter Christoph Hofer.

Grund für diese Zufriedenheit ist ein Beschluss des Gemeinderates vom Mai vergangenen Jahres. Die Stadt beschloss damals nach dem Abschluss des Digitalpaktes in Vorleistung zu gehen und pro Schüler 25 Euro an ihre Schulen zu überweisen für die digitale Ausstattung, in der Hoffnung, einen Teil des Geldes später über Zuschüsse des Digitalpaktes ersetzt zu bekommen.

„Wir waren schon ein Jahr vor dem Digitalpakt an dem Thema dran“, erläutert Kämmerer Hauber im Rückblick. Um die Geräte zu beschaffen, wurden Verträge mit einer Leasinggesellschaft über die Höhe von 380 000 Euro geschlossen und eine Sammelbestellung aufgegeben. Die Leasingvereinbarungen sichern Flexibilität und den Ersatz von Geräten anhand einer jährlichen Quote. „Jede Schule hat ihren gewünschten Anteil bekommen“, sagt Hauber.

Doch auf ein paar weitere Wünsche werden die Schulen jetzt mindestens noch ein Jahr warten müssen. So muss die Serverkapazität in der Realschule ausgebaut werden, sagt Schulleiter Hofer, und auch die Firewall für die Tablets muss überarbeitet werden. Über eine leistungsfähige W-Lan-Verbindung verfügt die Realschule dagegen schon seit langem.

Die Realschule hat ihren Medienentwicklungsplan in diesen Tagen fertiggestellt. Im Gymnasium wird es noch einige Zeit dauern, bis man soweit ist. Die Grundlage für die Förderung aufgrund des Digitalpaktes kann auch rückwirkend eingereicht werden. Erst danach kann die Stadt damit rechnen, dass die Zuschüsse fließen.

Als einzige Schule in der Stadt wird die Schule am Steinhaus auch in diesem Jahr nicht auf weiteres Geld seitens der Stadt verzichten müssen. Sie hängt bei der digitalen Ausstattung zurück, räumte Kämmerer Roland Hauber ein. Zwar wurde auch die Sonderpädagogik-Schule mit Geräten ausgestattet, doch es fehlt an einer leistungsfähigen Infrastruktur, um vernetzt arbeiten zu können, machte Schulleiterin Sabine Müller im Gespräch mit der BZ deutlich. Vor allem fehlt es an einem leistungsfähigen Server und einem stabilen W-Lan. „Die Digitalisierung war eben nicht das Primärziel der früher Förderschule genannten Schule am Steinhaus“, sagte Rektorin Sabine Müller.

 
 
- Anzeige -