Menschen in Not Großartige Bereitschaft zu helfen

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Die von den BZ-Lesern zur Verfügung gestellten Spendengelder wurden jetzt kurz vor Weihnachten vom Vorsitzenden der BZ-Aktion, Manfred Gläser (Bildmitte, zweite Reihe), an die Vertreter von acht Organisationen übergeben.⇥ Foto: Martin Kalb

Mehr als 700 Leser der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung spenden 122 980,97 Euro in diesem Jahr für die 43. BZ-Aktion.

Ein besonderer Dank gilt unseren Lesern für ihre Spendenbereitschaft, zeigt doch das diesjährige Ergebnis, dass die Aktion bei unserer Leserschaft tief verankert ist, weil alle Beträge ohne Abstriche an die Adressaten übergeben werden und in unserer Berichterstattung jederzeit nachvollzogen werden kann, was mit den Spendengeldern gemacht wurde“, sagte Manfred Gläser, Vorsitzender der BZ-Aktion Menschen in Not und Herausgeber der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung, bei der Übergabe der Spendenschecks der 43. BZ-Aktion. In diesem Jahr ging der Betrag von 122 980,97 Euro in den Spendentopf. „Ein großartiges Ergebnis“ für Manfred Gläser, aber auch ein Beweis dafür, „mit den Spenden dort Not zu lindern, wo wir häufig nicht hinsehen“.

Acht Organisationen wird die Spendensumme für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt, und der der Vorsitzende der BZ-Aktion nützte die kleine Feierstunde im Verlag der BZ für ein besonderes Anliegen, den anwesenden Vertretern zu danken „für Ihr Engagement, Ihr Verständnis für Menschen in Not, denen Sie mit Rat und Tat zur Seite stehen“.

Zum 22. und letzten Mal war Michael Marek als Vertreter der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen bei der traditionellen Spendenübergabe, der mit seiner 30 Jahre andauernden Arbeit in der Bezirksstelle „Abgründe, aber auch schöne Erlebnisse“ verbinden. „Die Menschen, die zu uns kommen, reflektieren ihre Situation ganz genau, sie brauchen aber immer wieder Hoffnung, durch die Spenden“, erklärte er die Notwendigkeit der Unterstützung durch die BZ-Leser. Es mache ihm allerdings Sorge, dass der Bedarf an Unterstützung immer größer werde. Stellvertretend für alle Anwesenden würdigte er die nun im 43. Jahr organisierte BZ-Aktion für Menschen in Not: „So etwas Spezielles wie hier gibt es nirgendwo anders.“ Man brauche diese finanzielle Unterstützung substanziell für die tägliche Arbeit.

„Es kommen viele unterschiedliche Menschen zur Beratung, die vielfach ein enges finanzielles Budget haben, das nicht zum Leben reicht“, ergänzte Petra Tolksdorf, Leiterin der Existenzsicherung und Integration beim Caritas Familienzentrum in Bietigheim-Bissingen. Deshalb gebe es oft die Notwendigkeit, direkt und schnell zu helfen. Von rund jährlich 140 Fällen der Sozialberatung in der offenen Sprechstunde sprach Georg Voigtländer von der Diakonischen Bezirksstelle Bietigheim-Bissingen. „Es ist wichtig und notwendig schnell zu helfen“, aber man müsse auch die Notlage der Menschen grundsätzlich beenden.

Christine Kamner-Krauth vom Familienbüro der Stadt Bietigheim-Bissingen betonte, dass die staatlichen Unterstützungen teilweise „sehr begrenzt sind“. Sie erläuterte dies am Beispiel einer alleinerziehenden Mutter mit einem schwerstbehinderten Kind, die durch die zur Verfügung gestellten Spendengelder beim notwendigen Umzug und der Beschaffung eines Fahrzeugs unterstützt werden konnte.

Von Erfolgen des Projekts  „Ausblick“ konnte Claudia Obele, Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Jugendhilfe Hochdorf, berichten, denn es gebe sehr positive Rückmeldungen von Kindern und deren Eltern. In einem geschützten Raum durchbrechen Kinder von psychisch kranken Eltern im Kontakt mit Gleichaltrigen ihre Isolation und können so Freundschaften entwickeln.

Für die nächsten drei Jahre hat der Landkreis Ludwigsburg die Finanzierung des Angebots übernommen. Der Jugendhilfe Hochdorf bleibt ein Eigenanteil in Höhe von rund 10 000 Euro, wovon die BZ-Aktion nun 8000 Euro übernommen hat. Psychische Erkrankungen seien oft ein Tabuthema in der Gesellschaft, erklärte Obele.

20 Mitarbeiter, etwa 80 betreute Patienten und acht Fahrzeuge, das sind die nackten Zahlen der Sozialstation Ingersheim. „Es ist etwas Außergewöhnliches für eine Kommune der Größe von Ingersheim, eine eigene Sozialstation zu betreiben“, sagt Bürgermeister Volker Godel. Dies sei ein wichtiges Bindeglied, um den zu betreuenden Menschen ihr soziales Umfeld zu erhalten, und „das ist auch eine soziale Verpflichtung der Kommunen“. Mit den 12 000 Euro aus dem Spendentopf der BZ-Aktion wird das erste Elektrofahrzeug für die Sozialstation mitfinanziert, und die Ladesäule am Alten Rathaus sei dafür schon installiert.

„Die BZ-Aktion deckt damit auch das Thema Nachhaltigkeit ab“, so der scheidende Ingersheimer Bürgermeister, der anmerkte, dass es eine mehr als 20-jährige Verbindung zwischen Ingersheim und der BZ-Aktion gebe.

 
 
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