Es war kein schönes Basketballspiel, das den rund 4000 Zuschauer am Samstag in der ausverkauften Ludwigsburger MHP-Arena geboten wurde. Ohne den an der Wade verletzten Stefan Smith, den verletzt ausgeschiedenen Toms Skuja und dem früh foulbelasteten Trey Buchanan mussten die Ludwigsburger über weite Strecken des Spiels einen personellen Engpass auf der Spielmacherposition kompensieren. Mit Kampfgeist und Emotionen gelang es den Riesen trotzdem die Heimpartie gegen die EWE Baskets Oldenburg im Schlussspurt mit 65:59 für sich zu entscheiden.
MHP Riesen Ludwigsburg Barockstädter feiern einen wichtigen Arbeitssieg
Personelle Probleme auf der Spielmacherposition gleichen die Ludwigsburger durch Kampfgeist aus und gewinnen gegen Oldenburg mit 65:59.
Schleppender Start der Riesen
Nachdem Kapitän Yorman Polas Bartolo aus der Distanz und Keeshawn Kellman spektakulär per Dunk die 7:2-Führung der Gastgeber besorgten, geriet der Offensivmotor der Riesen plötzlich ins Stocken. Trey Buchanan kassierte zwei schnelle Fouls und die Gäste fingen an, sich warmzuwerfen. Nach einem 11:1-Lauf der Oldenburger zum 13:8 nahm Riesen-Trainer Mikko Riipinen eine frühe Auszeit, um sein Team neu einzustellen. Doch im weiteren Verlauf des ersten Viertels fabrizierten die Ludwigsburger weiterhin zu viele Ballverluste und konnten nur fünf ihrer 16 Wurfversuche im Korb unterbringen. Bei den Gästen lief der Ball geschmeidiger durch die Angriffsreihen. Alle sieben Würfe aus der Nahdistanz netzten die Donnervögel ein und blieben in Führung (20:13). Immerhin hatte Brandon Tischler Oldenburgs Point Guard Chris Clemson gut im Griff, der in Trier vor zwei Wochen unglaubliche 52 Punkte erzielt hatte.
Erst im zweiten Viertel fanden die Gastgeber besser ins Spiel. Buchanan netzte einen Dreier ein und schloss anschließend trotz Foul erfolgreich ab. Nach dem verwandelten Bonus-Freiwurf waren die Riesen wieder in Schlagdistanz (20:23). Als ein weiter Dreier von Hughes das Ziel verfehlt hatte, konnte Jonas Wohlfarth-Bottermann den Offensiv-Rebound sichern und brachte die Riesen wieder anschließend wieder mit 26:24 in Front. Die Führung wechselte nun hin und her. Elijah Hughes sorgte mit einem Dreipunktewurf dafür, dass die Riesen zur Halbzeit die Nase vorn hatten (34:33).
Kampfspiel in der Durchgang zwei
Nach dem Seitenwechsel gelang beiden Mannschaften nicht allzu viel und die Partie wurde immer mehr von Fehlwürfen und verpassten Chancen gekennzeichnet. Beim Kampf um einen Rebound knickte Ludwigsburgs Neuzugang Toms Skuja unglücklich mit dem linken Fuß um und konnte die Partie nicht fortsetzen. Die Riesen erspielten sich in einem nun von Einsatz geprägten Spiel einen kleinen Vorsprung und blieben bis Ende des dritten Viertels knapp vorne (48:45).
Im Schlussviertel glichen die Oldenburger die Partie nach Punkten von Filip Stanic wieder aus (49:49). Aber die Riesen ließen einen 8:0-Lauf folgen und erarbeiteten sich viele zweite Wurfchancen. Oldenburgs Spielmacher Chris Clemson versuchte das Spiel an sich zu reißen. Er wurde aber immer wieder intensiv vom couragiert aufspielenden Johannes Patrick gestört und konnte nicht die notwendigen Akzente setzen. Während Oldenburgs Offensivspiel weiter stagnierte, bauten die Riesen, angetrieben von ihren lautstarken Fans, die Führung weiter aus. 53 Sekunden vor Spielende sorgte Elijah Hughes mit einem Dreipunktewurf aus der Ecke für die Entscheidung und die Riesen siegten verdient mit 65:59.
„Ich glaube nicht, dass wir ein großartiges Spiel gemacht haben“, kommentierte Riesen-Trainer Mikko Riipinen in der Pressekonferenz nach dem Spiel. „Aber ich bin stolz über unsere Mentalität und unsere Energie miteinander. Ich mag es generell nicht, einzelne Spieler hervorzuheben. Allerdings hatten Johannes Patrick und Jonas Wohlfarth-Bottermann heute herausragende Anteile in entscheidenden Momenten.“
Das nächste Saisonspiel der Riesen findet am 22. November bei den bislang sieglosen Veolia Towers Hamburg statt.
Ludwigsburg – Oldenburg 65:59
MHP Riesen Ludwigsburg: Sane (2), Buchanan (15), Skuja, Patrick (3), Hughes (13), Coplin (3), Anigbata, Polas Bartolo (6), Wohlfarth-Bottermann (8), Tischler (6), Kellman (9). EWE Baskets Oldenburg: Clemons (11), Fobbs (4), Hounnou, Tucker, Woodard (8), Tischler (10), Kyser (10), Hinrichs (3), Penn (4), Stanic (9).
