MHP Riesen Ludwigsburg Das sagt Klubchef Reil zum Champions-League-Aus

Von Andreas Eberle
Der Riesen-Vorsitzende Alexander Reil bemängelt nach dem Ausscheiden in der Champions League die mangelnde Konstanz des Ludwigsburger Teams. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Alexander Reil, der Vorsitzende der MHP Riesen Ludwigsburg, äußert sich im Gespräch mit der BZ zum Champions-League-Aus gegen Limoges, den finanziellen Folgen und der mangelnde Konstanz der Mannschaft.

Entsetzen, Enttäuschung, Ungläubiges Staunen – das überraschende Aus der MHP Riesen Ludwigsburg am Mittwochabend in der Basketball Champions League gegen Limoges hat dem Team, den Funktionären und den Fans auf den Magen geschlagen. Im Gespräch mit der BZ äußert sich Klubchef Alexander Reil über den sportlichen Rückschlag, die wirtschaftlichen Folgen und etwaige Verstärkung.

Haben Sie das dramatische Ausscheiden in der Champions League schon verdaut?

Alexander Reil: Nein, das ist schwierig. Das Aus war sicherlich unnötig und auch wieder ein Beweis, wie inkonstant wir in dieser Saison spielen – von absolut top bis Flop ist alles dabei. Und das hatten wir am Mittwochabend innerhalb eines Spiels.

Das klingt so, als ob sie gerade schlecht auf die Mannschaft zu sprechen sind.

Schlecht zu sprechen sein auf die Mannschaft, ist vielleicht der falsche Ausdruck. Ich bin natürlich sauer, weil wir ab dem zweiten Viertel teilweise katastrophal verteidigt haben. Das ist ein Punkt, der mich ärgert. Wir haben Spiele, bei denen wir das sehr gut machen – wie am Sonntag beim Sieg gegen Bayern München, als wir nur 68 Punkte zugelassen haben. Gegen Limoges waren es jetzt wieder um die 90 Punkte. Wir brauchen einfach mehr Konstanz – im positiven Sinn. Sonst werden wir in dieser Saison gar nichts erreichen.

Inwiefern wirkt sich das vorzeitige Scheitern in der Champions League finanziell aus, gerade im Vergleich zur so erfolgreichen Spielzeit 2021/22? Hat der Verein mit mehr Einnahmen aus dem internationalen Wettbewerb gerechnet?

In unserer Planung waren nur die Einnahmen und Ausgaben für die Hauptrunde vorgesehen – also das, was gesichert war. Alles Weitere wie die nun folgende nächste Gruppenphase war nicht im Plan gehalten. In der vergangenen Saison haben wir durch den Einzug ins Final Four und den dritten Platz dort 180 000 Euro an Prämien von der Champions League ausgeschüttet bekommen. Hinzu kamen noch Einnahmen durch Zuschauer, Sponsorenpakete und Sonstiges. Mit allem Drum und Dran haben wir damals ein Plus von 200 000 Euro gemacht. Das werden wir in diesem Jahr natürlich nicht mehr machen. Ungefähr diese Summe werden wir im Ergebnis weniger haben.

Hat das Aus im internationalen Geschäft Einfluss darauf, ob der Verein nach den jüngsten Vertragsauflösungen von Ben Shungu und Isaiah Whitehead personell noch einmal nachlegt?

Da gibt es zwei Entscheidungsrichtungen. Die eine Frage war bisher, ob wir noch Personal brauchen, um die Doppelbelastung durch die Champions League zu meistern. Dieses Thema hat sich nun am Mittwoch erledigt. Die zweite Überlegung ist, ob wir noch Personal brauchen, um solider und konstanter zu werden – und da müssen wir schon noch mal genauer nachschauen.

Die jüngste Nachverpflichtung war Ende Dezember Spielmacher Will Cherry. Bis wann kann man in Ludwigsburg gegebenenfalls mit einer weiteren Verstärkung fürs Team rechnen?

Der Markt ist extrem schwierig. Das höre ich auch von allen Kollegen. Die Wechselfrist läuft noch bis Ende Februar.

Haben die Riesen durch das Champions-League-Aus nun auf dem Transfermarkt schlechtere Karten?

Das kann sein. Es gibt durchaus Spieler, die sagen, dass für sie der internationale Spielbetrieb wichtig ist.   Andreas Eberle

 
 
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