Erst vor vier Wochen hatten die MHP Riesen in Bamberg einen deutlichen 100:79-Auswärtssieg feiern können. Die Oberfranken hatten bei ihrem Gastspiel am Samstag in der MHP-Arena also einiges wiedergutzumachen. „Wir wollten die Anzahl der Ludwigsburger Offensivrebounds und unsere eigenen Ballverluste halbieren“, schilderte Bambergs Trainer Anton Gavel nach dem Spiel die Vorgabe für sein Team. „Das ist uns gelungen.“ Die Grundlage für den Bamberger Sieg in Ludwigsburg war ein überragendes zweites Viertel der Gäste, in dem die Riesen gegen die Verteidigung der Gäste völlig ideenlos agierten und sich einen Rückstand von über 20 Punkten einhandelten.
MHP Riesen Ludwigsburg Desolates zweites Viertel führt zur Heimniederlage
Die MHP Riesen Ludwigsburg verlieren gegen Bamberg zunächst im zweiten Viertel den Faden und anschließend das Spiel mit 74:86 (28:50).
Zwar legten die Ludwigsburger, bei denen Trey Buchanan, Stefan Smith, Elijah Hughes, Gavin Schilling und Kapitän Yorman Polas Bartolo in der Startformation standen, entschlossen los, leisteten sich in der Anfangsphase aber auch viele Ballverluste. Ausgleichen konnten die Riesen das zunächst noch durch engagiertes Nachsetzen unter dem gegnerischen Korb und eine zwischenzeitlich gute Trefferquote bei den Dreipunktewürfen. Nach fünf frühen Führungswechseln lagen die Gelb-Schwarzen nur knapp hinten (18:20).
Bamberg trumpft groß auf
Im zweiten Viertel intensivierten die Bamberger aber ihre Defensivarbeit und legten einen 9:0-Lauf hin. Die Barockstädter kamen überhaupt nicht mit der Verteidigung der Gäste klar. Dabei gelang es den Riesen kaum mehr, den Ball im Angriff in Korbnähe zu bringen. Ludwigsburg punktete nur noch durch Dreipunktewürfe, hatte aber zunehmend mit einer schlechter werdenden Trefferquote von jenseits der 6,75 Meter zu kämpfen. Am anderen Ende des Spielfeldes ließen die Oberfranken den Ball nun gut zirkulieren. Immer wieder attackierten Ejiofor Onu und Ibrahim Watson den Korb und auch die Distanzwürfe fielen nun bei den Bambergern konstant durch die Reusen. Nach zwei verwandelten Freiwürfen baute Demarcus Demonia die Führung der Gäste auf 20 Zähler aus (24:44). Die Bamberger Defensive legte das gesamte Inside-Spiel der Riesen lahm und die Gastgeber verloren das Viertel mit 10:30. Mit einem Rückstand von 22 Punkten (28:50) ging es in die Halbzeitpause.
Auch nach dem Seitenwechsel konnten die Riesen den Schalter nicht umlegen. Mit zwei Airballs von Elijah Hughes begann die zweite Halbzeit aus Sicht der Riesen. Nach einem 13:5-Start bauten die Oberfranken die Führung auf 30 Punkte aus (33:63).
Aufholjagd kommt zu spät
Wann immer es den Riesen mal gelang, spektakuläre Aktionen zu zeigen, die das Momentum hätten kippen lassen können, hatte Bamberg gute Antworten parat. Erst nach 27 Minuten fruchteten die Offensivbemühungen der Riesen langsam. Aber auch weil die Bamberger nun etwas nachließen.
Stefan Smith versuchte im Schlussviertel die Ludwigsburger im Alleingang wieder heranzubringen. 17 seiner insgesamt 22 Punkte erzielte der Riesen-Spielmacher in den letzten Minuten. Doch Bambergs Vorsprung konnten die Ludwigsburger nicht mehr aufholen und unterlagen mit 74:86. Immerhin sicherten sich die Barockstädter trotz der höchsten Heimniederlage noch den direkten Vergleich. Bamberg zieht in der Tabelle jedoch an den nun siebtplatzierten Riesen vorbei
„Ich bin sehr enttäuscht über unsere eigene Leistung und sehr enttäuscht über mich selbst, dass ich die Jungs nicht bereit gemacht habe, für das, was uns im Sinne der Intensität in diesem Spiel erwarten würde.“, betonte Riesen-Trainer Mikko Riipinen nach dem Spiel. „Wir waren nicht ansatzweise auf dem Level, das benötigt worden wäre – sowohl mental als auch physisch.“
Am kommenden Samstag (20 Uhr) sind die Ludwigsburger zu Gast beim Tabellenelften EWE Baskets Oldenburg,
