Die Sensation lag in der zweiten Halbzeit in der Luft. Nachdem die MHP Riesen zunächst vom FC Bayern München regelrecht überrollt wurden, zeigten die Barockstädter anschließend eine kämpferische Aufholjagd. Dennoch unterlagen die Ludwigsburger dem amtierenden Deutschen Meister mit 78:86. Die Barockstädter können die direkte Playoff-Qualifikation in der Basketball Bundesliga nun nicht mehr erreichen und brauchen am letzten Spieltag bei der Auswärtspartie in Würzburg einen Sieg, um das Ticket für die Play-In-Teilnahme noch aus eigener Kraft lösen zu können.
MHP Riesen Ludwigsburg Die Aufholjagd bleibt unbelohnt
Gegen den FC Bayern München zeigen die Riesen nach frühem Rückstand ihre Comeback-Qualitäten. Dennoch unterliegen sie mit 78:86 und müssen um das Erreichen der Postseason zittern.
Beim letzten Hauptrunden-Heimspiel mussten die Riesen auf Lenny Anigbata verzichten, der sich beim Auswärtsspiel in Braunschweig eine Sprunggelenkverletzung zugezogen hatte. Auch Jonas Wohlfarth-Bottermann (Kapselverletzung am Finger) und Tray Buchanan (Knieblessur) fielen kurzfristig aus. Trainer Mikko Riipinen setzte in der Startformation auf Spielmacher Stefan Smith, Toms Skuja, Elijah Hughes, Brandon Tischler und Center Keeshawn Kellman.
Fulminanter Auftakt der Bayern
Zu Beginn des Spiels konnten die Riesen zunächst noch gut mithalten. In einer temporeichen Auftaktphase fielen auf beiden Seiten viele Körbe. Doch nach drei Spielminuten schalteten die Gäste scheinbar mühelos einige Gänge hoch, legten einen 16:2-Lauf hin und führten nach sechs Minuten plötzlich mit 24:10.
Bei den Riesen funktionierte offensiv in dieser Phase kaum mehr etwas. Die Bayern verteidigten aggressiv und zwangen die Schwaben zu Ballverlusten und schwierigen Würfen. Am anderen Ende des Spielfelds zeigten die Münchener ihre Variabilität und trafen hochprozentig aus allen Lagen. Um der Physis der Gäste mehr entgegensetzen zu können, brachte Riipinen neben Kellman mit Maxwell Dongmo Temoka einen zweiten kräftigen Spieler unter den Körben. Gerade als die Hausherren besser in die Spur gefunden hatten, versenkte Xavier Rathan-Mayes zum Viertelende einen Buzzerbeater zum 34:20 für den Tabellenführer. „So wie wir im ersten Viertel aufgetreten sind, wollten wir spielen“, betonte Bayern-Trainer Svetislav Pešic nach dem Spiel. „Damit waren wir zufrieden. Das war für mich aber nicht genug.“ Der 76-jährige Bayern-Trainer sollte mit seiner Befürchtung recht behalten.
Riesen starten Aufholjagd
Fast im Alleingang warf Elijah Hughes die Riesen im zweiten Viertel wieder heran. Der 28-jährige versenkte drei Dreipunktewürfe und war zusammen mit Keeshawn Kellman maßgeblich daran beteiligt, dass Ludwigsburg den Rückstand verkürzen konnten. Zur Halbzeit lagen die Ludwigsburger aber noch mit 39:51 zurück.
Erst nach dem Seitenwechsel begann die richtige Aufholjagd. Erneut war es Elijah Hughes, der seinen fünften Dreipunktewurf des Abends traf. Bei den Bayern konterte zwar Andi Obst, der gerade erst zum wertvollsten Spieler der BBL gewählt worden ist, direkt mit einem Distanzwurf Doch Ludwigsburg kämpfte sich nun Angriff für Angriff immer besser ins Spiel und glich in der 27. Spielminute nach einem Dreier von Yorman Polas Bartolo verdient zum 60:60 aus.
Doch die Riesen verpassten es nachzulegen und punkteten in den letzten drei Minuten des Viertels nur durch Freiwürfe. München beendete das dritte Viertel hingegen mit einem 7:0-Lauf und stellte auf 63:70. Die Bayern zeigten sich aber weiter anfällig für leichte Abspielfehler. Dennoch hatte das Team von Svetislav Pešic stets die passenden Antworten parat und ließ die Riesen nicht mehr in Schlagdistanz kommen. In der Schlussphase fielen die Barockstädter in alte Muster zurück und fabrizierten zu viele Ballverluste um die Bayern nochmal in Bedrängnis zu bringen. Am Ende brachten die Bayern ihren Vorsprung souverän zum 78:86 über die Ziellinie.
„Ich denke, wir haben ein gutes Spiel gemacht“, sagte Riesen-Trainer Mikko Riipinen. „Wir haben einen Rückstand von 15 Punkten aufgeholt. Am Ende wurden wir für kleine Fehler bestraft und waren durch verworfene Korbleger nicht mehr in der Lage, Bayern am Ende zu fordern.“
Am Sonntag (16.30 Uhr) entscheidet sich für die Riesen in Würzburg, ob sie die Postseason erreichen können.
