MHP Riesen Ludwigsburg Dunn und Whitehead führen Riesen zum Sieg

Von Michael Nachreiner
Ludwigsburgs Isaiah Whitehead (von links) setzt sich gegen Gabriel Chachashvili und Kevin Wohlrath durch. Foto: Avanti/Ralf Poller

Die Ludwigsburger Flügelspieler erzielen beim 92:78-Erfolg in der Bundesliga gegen Brose Bamberg insgesamt 44 Punkte. Miller gibt ein eher unauffälliges Debüt.

Shonn Miller hat ein unauffälliges Bundesligadebüt gegeben. Der 29-Jährige, den die MHP Riesen Ludwigsburg erst am Montag verpflichtet hatten, kam in knapp 16 Minuten auf vier Punkte und fünf Rebounds. „Ich musste mich erst einmal einfinden“, erklärt der 2,01 Meter große US-Amerikaner.

Sein Trainer Josh King war beim 92:78-Sieg der Ludwigsburger am Sonntag in der Basketball-Bundesliga gegen Brose Bamberg dennoch von seiner Leistung angetan: „Es war eine solide Leistung, obwohl er wegen unserer Reisestrapazen mit dem Spiel in der Champions League in Jerusalem nur ein oder zwei Trainingseinheiten mit dem Team absolviert hat. Und er war gleich einer unserer besten Rebounder.“

Die Spielidee der beiden Mannschaften war schnell klar: Sie vertrauten auf ihre Distanzwerfer. Doch während die Ludwigsburger auch aus dem Dreier-Bereich von Anfang an relativ hochprozentig trafen, warfen die Bamberger eine Fahrkarte von jenseits der 6,75-Meter-Linie nach der anderen. Sinnbildlich für die gute Wurfquote der Gastgeber war, dass Jhonathan Dunn, der mit insgesamt 26 Zählern zum besten Punktesammler auf Seiten der Ludwigsburger avancierte, zwei Sekunden vor dem Ende des ersten Abschnitts einen Drei-Punkte-Wurf trotz Fouls von Amir Bell versenkte und auch den anschließenden Bonusfreiwurf verwandelte. Dadurch hatten sich die Gastgeber schon bis zur ersten Viertelpause eine 25:12-Führung erspielt. „Wir sind den Ludwigsburgern von Beginn an hinterhergerannt. Wir müssen verstehen, was in dieser Liga notwendig ist – Geschwindigkeit, Körperlichkeit und Aggressivität.“

Dunn machte im zweiten Durchgang zunächst da weiter, wo er vor der zweiminütigen Unterbrechung aufgehört hatte: Er traf von weit draußen. Der Vorsprung wuchs weiter bis zum 42:20 an (16.). Riesen-Trainer King konnte deshalb schon früh den Akteuren, die sonst nicht so viel Spielzeit bekommen, sein Vertrauen schenken. Jonathan Bähre und Johannes Patrick wurden bereits im ersten Abschnitt eingesetzt. Sebastian Hartmann brachte King im zweiten Viertel.

EM-Bronzemedaillengewinner Christian Sengfelder und Justin Wright-Foreman stemmen sich aber gegen die drohende Klatsche der Bamberger. Sie schulterten hauptsächlich die Verantwortung in der Offensive der Gäste und sorgten mit zusammen 20 Punkten im zweiten Durchgang dafür, dass der Rückstand von Brose bis zur Halbzeitpause auf 40:53 schrumpfte. Letztlich war Wright-Foreman der beste Scorer der Bamberger mit 24 Punkten. Sengfelder kam auf 19 Zähler. „Gegen die beiden haben wir kein Mittel gefunden“, ärgert sich King.

Nach dem Seitenwechsel war es ein Spiel der Läufe. Erst setzten sich die Ludwigsburger wieder etwas ab. In der 24. Minute führten sie mit 60:43, wenig später mit 63:46. Doch die Bamberger konterten. Vor allem Wright-Foreman sorgte mit zehn Punkten in diesem Durchgang dafür, dass sich die Gäste wieder bis auf zehn Zähler Rückstand herankämpften. „Wir haben nach der Pause einen Gang hochgeschaltet, um zu zeigen, dass wir in der Liga mithalten können“, berichtet Brose-Trainer Oren Amiel.

Ein 7:2-Lauf der Bamberger in den ersten rund zweieinhalb Minuten des Schlussabschnitts ließ den Rückstand sogar auf fünf Punkte schrumpfen – 68:73 (33.). Doch Justin Johnson nahm den Bambergern mit einem Dreier mit Brett aus zentraler Position und einem Dunking wieder den Wind aus den Segeln (34).

Die Bamberger gaben sich aber noch nicht geschlagen. Mit einem erneuten 6:0-Lauf verkürzten sie auf 74:78 (36.). Doch je zwei Dreier von Dunn und von Whitehead besiegelte am Ende die 78:92-Niederlage der Gäste.

 
 
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