MHP Riesen Ludwigsburg Eddy Edigin schraubt seinen Karrierebestwert auf 20 Punkte

Von Michael Nachreiner
Eddy Edigin (von rechts) war unter dem Korb nicht zu stoppen – auch nicht von Göttingens Center Karlis Silins. Foto: Avanti/Ralf Polleranti/Ralf Poller

Zu seinem Scoring angelt sich der Center der Riesen bei Ludwigsburgs 97:72-Bundesliga-Heimsieg gegen die BG Göttingen zehn Rebounds.

Noch gut eine Dreiviertelstunde nach der Schlusssirene stand Eddy Edigin in der MHP-Arena und schrieb Autogramme und machte Selfies. „Das ist krass. Aber für die Fans macht man das gerne“, sagt Edigin. Vor allem bei den ganz jungen Fans stand der Center der MHP Riesen Ludwigsburg ganz hoch im Kurs. Er hatte es aber auch verdient. Nicht nur schraubte er beim 97:72-Heimsieg der Barockstädter in der Basketball-Bundesliga gegen die BG Göttingen seinen Karrierebestwert in Punkten auf 20 Zähler, sondern pflückte auch noch zehn Rebounds – und verbuchte dadurch ein sogenanntes Double-Double. „Mal die 20-Punkte-Marke geknackt. Ich bin richtig stolz und freue mich. Den Karrierebestwert kann mir keiner mehr wegnehmen, das bleibt für immer“, berichtet der 28-Jährige. Auch Josh King war voll des Lobes für seinen Center: „Eddy war unglaublich. Davon brauchen wir mehr“, erklärt der Riesen-Trainer.

„Tag der Vereine“

Nicht immer hatte man aber den Eindruck, der Coach wäre während der Partie gegen Göttingen glücklich mit der Leistung von Edigin. Bei einer Auswechslung beispielsweise redete King intensiv auf seinen Center ein, der nicht wirklich verstand, warum er schon wieder vom Parkett musste. „Eddy ist ein physisch starker Spieler. Doch oftmals hofft er, dass ihm die Schiedsrichter mit Pfiffen helfen, anstatt dass er einfach stark hochgeht und den Korb mit Ball mit Foul versenkt. Das frustriert und ärgert mich“, erklärt King.

Bis der 97:72-Heimsieg beim „Tag der Vereine“ – es waren Mitglieder von 32 Klubs sowie neben Lurchi die Maskottchen Fritzle vom VfB Stuttgart, Waldi von den Stuttgarter Kickers, Johnny Blue vom TVB Stuttgart, eine Maultasche von Bürger in Ditzingen und das Wasenhasi anwesend – unter Dach und Fach war, war aber ein schweres Stück Arbeit. „Die Göttinger sind nicht umsonst das zweitbeste Team, was das Scoring betrifft. Wir wussten, dass sie heiß laufen können, wenn wir sie lassen. Deshalb wollten wir immer eklig und von der ersten bis zur letzten Sekunde konsequent bleiben“, berichtet Edigin.

Das ist den Ludwigsburgern besonders gut nach dem Seitenwechsel gelungen. „In der ersten Halbzeit haben wir noch dagegengehalten. Doch nach der Pause erhöhten die Riesen die Intensität noch mal, und wir haben uns mental ergeben und es nicht mehr geschafft, in der Defensive unsere Vorgaben umzusetzen“, erklärt Göttingens Trainer Olivier Foucart. Dazu monierte der Franzose: „In der Offensive haben wir nur egoistisch gespielt und den Ball nicht laufen lassen.“

Patrick versenkt Dreier mit Sirene

Nach einer noch relativ ausgeglichenen ersten Hälfte, in der die Gastgeber zwar in der Regel führten, sich aber nie wirklich entscheidend absetzten, zogen die Ludwigsburger nach einer King-Auszeit (24.) von 48:44 über 63:48 (28.) auf 73:56 (30.) ab. Das i-Tüpfelchen dieses dritten Viertels setzte dabei Jacob Patrick, der in der Schlusssekunde bei einem Tempogegenstoß an der Dreierlinie abstoppte und den Ball mit Ablauf der Uhr aus der Distanz versenkte.

Auch eine kurze Schwächephase der Riesen zu Beginn des Schlussabschnitts – sie blieben knapp drei Minuten ohne Korberfolg – konnten die Göttinger nicht wirklich nutzen. Sie kamen gerade einmal auf 61:73 heran. Die Ludwigsburger zogen das Tempo wieder an und hatten sich beim 86:66 auf 20 Punkte abgesetzt (37.). Foucart hatte genug und gab auch Peter Hemschemeier und Max Wüllner, die bis dahin noch nicht auf dem Parkett standen, ein paar Minuten Einsatzzeit.

„Wir hielten die Göttinger rund 20 Punkte unter ihrem Saisondurchschnitt, das macht uns besonders stolz“, analysiert King. „Eine andere Sache, die wirklich hochinteressant war, ist, dass unsere drei besten Scorer Jayvon Graves, Desure Buie und Silas Melson zwar nur zwölf Punkte erzielten, aber auf insgesamt 16 Assists kamen.“

 
 
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