MHP Riesen Ludwigsburg haben mit Gießen viel Mühe Radebaugh und Simon verhindern einen Ausrutscher

Von Andreas Eberle
Jonah Radebaugh hielt Ludwigsburg in der ersten Hälfte im Spiel. ⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Die Riesen besiegen Gießen dank eines starken Schlussviertels mit 96:87 und klettern auf Rang drei.

„Have no fear, number 12 ist here“ („Habt keine Furcht, die Nummer 12 ist hier“). Mit diesem Reim auf einem Plakat machte ein Fan auf der Tribüne den MHP Riesen Ludwigsburg für das Heimspiel gegen die Gießen 46ers Mut. Jonah Radebaugh, der gemeint war, hatte den Spruch offenbar registriert – und nahm ihn sich zu Herzen. Der Spielmacher hatte einen großen Anteil daran, dass dem Team aus der Barockstadt am Mittwochabend eine Blamage erspart blieb: Beim hart erkämpften 96:87-Sieg hielt Radebaugh die Riesen in der ersten Hälfte mit seinen 15 Punkten im Spiel. Nach der Pause avancierte dann Justin Simon zum Matchwinner und mit 24 Zählern auch zum Topscorer. Mit dem neunten Saisonerfolg verbesserte sich Ludwigsburg in der Tabelle um sechs Plätze auf Rang drei.

Selbstbewusster Abstiegskandidat

Allerdings erwies sich das Duell gegen den Abstiegskandidaten aus Mittelhessen lange als ganz enge Kiste. Trotz ihrer fünf Pleiten in Serie zeigten sich die 46ers vor den 500 Zuschauern in der MHP-Arena überhaupt nicht verunsichert, sondern boten dem Favoriten selbstbewusst die Stirn. Bereits nach 154 Sekunden nahm Trainer John Patrick eine Auszeit und sich da vor allem Routinier Tremmell Darden zur Brust. Seine Mannschaft fand aber auch danach nicht zu ihrem Rhythmus. Im Angriff und im Zusammenspiel zeigten die Riesen ungewohnte Schwächen. Auch beim Rebounding waren sie nicht auf der Höhe, gerade defensiv. Radebaugh und Jordan Hulls gehörten mit ihren Einzelaktionen und ihren insgesamt fünf erzielten Dreiern in Hälfte eins zu den wenigen Lichtblicken. 

Die Gäste nutzten die Gunst der Stunde und lagen beim 29:19 sogar zweistellig vorne. Nach 20 Minuten reichte es immerhin noch zu einer 52:50-Führung – dank eines wilden Dreiers von T.J. Williams. Zuvor hatte das junge Team von Trainer Pete Strobl in dieser BBL-Saison erst zweimal zur Pause geführt – und dann jeweils auch gewonnen. 

Diesmal kam es anders. Die Riesen, die den Gegner vielleicht etwas unterschätzt hatten, gingen nun mit dem nötigen Ernst zur Sache, verbesserten das Zusammenspiel und steigerte die Intensität. Doch die Begegnung blieb eng. Kyan Anderson verhalf den weiter am Limit spielenden Gießenern mit drei Dreiern am Stück noch zu einer 73:30-Führung nach 30 Minuten.

Lob für Simon vom Kapitän

Mit einem 26:14 im Schlussviertel wendete Ludwigsburg die drohende Heimniederlage noch ab. Simon sprang für den stark abbauenden Radebaugh in die Bresche und produzierte Zählbares wie am Fließband. „Justin hat in der zweiten Halbzeit überragend aufgedreht“, lobte Kapitän Jonas Wohlfarth-Bottermann den Star des Abends. 

 
 
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