MHP Riesen Ludwigsburg Hängepartie vorüber: Josh King bleibt Trainer

Von Andreas Eberle
Emotional bei der Sache: Josh King (vorne) wird auch in der neuen Basketball-Saison die MHP Riesen Ludwigsburg als Trainer vom Spielfeldrand aus antreiben. Foto: Avanti/Ralf Poller

Der Hauptrundenfünfte MHP Riesen Ludwigsburg und der 37-jährige Trainer machen auch in der neuen Saison gemeinsame Sache. Klubchef Alexander Reil schlägt bei seiner Analyse allerdings auch kritische Töne an. David McCray bleibt Assistenzcoach.

Die Gerüchteküche hat ausgebrodelt: Am Donnerstag gaben die MHP Riesen Ludwigsburg bei ihrer Pressekonferenz zu den anstehenden Playoffs die Vertragsverlängerung mit Trainer Josh King um eine weitere Spielzeit bekannt. Assistenzcoach David McCray bleibt ebenfalls an Bord, genauso wie Kapitän Yorman Polas Bartolo, dessen Verbleib der Basketball-Bundesligist schon am Dienstag verkündet hatte. Damit schaffte der Klub kurz vor Beginn der Viertelfinalserie am Dienstag in Oldenburg Klarheit auf diesen drei Schlüsselpositionen.

„Wir haben in den letzten Wochen gute und auch sehr selbstkritische Gespräche geführt, um die Hauptrunde zu analysieren. Gleichzeitig hat uns das darauf aufbauende Konzept für die kommende Saison überzeugt“, kommentierte der Riesen-Vorsitzende Alexander Reil die Trainerpersonalien und hob den Nutzen der internen Manöverkritik hervor: „Ein Verein kann sich nur dann weiterentwickeln, wenn an jeder Stelle auch kritisch analysiert wird, was man besser machen kann – und was man beibehalten kann, weil es gut war. Das haben wir getan.“

In den vergangenen Tagen und Wochen war im Umfeld spekuliert worden, dass der Ende Juni auslaufende Kontrakt mit King nicht verlängert werden könnte. Als potenzieller Nachfolger für den 37-jährigen US-Amerikaner geisterte der Name Roel Moors, Coach der BG Göttingen, durch die Szene. Genährt wurden die Spekulationen von der Hängepartie um King. Denn ursprünglich hatte der Klub die Trainerfrage bis Ostern klären wollen, letztlich wurde die Entscheidung auf die Woche nach dem Hauptrundenende vertagt. „Dass das ein bisschen gedauert hat, finde ich jetzt keinen völlig abnormalen Prozess“, erklärte Reil und betonte: „Es gab zu keinem Zeitpunkt eine Situation, in der wir im Verein gesagt haben, wir glauben, dass es nicht mehr mit Josh weitergeht.“

Familienchat mit der Mama

King freute sich derweil über den, wenn auch etwas verspäteten, Vertrauensbeweis. „Es ist eine große Verantwortung, die ich sehr ernst nehme. Ich bin sehr gespannt auf die nächste Saison“, sagte der Coach, der den Fokus aber gleich auf die nahenden Playoffs richtete – so wie auch Mama Michelle. „Meine Mutter hat gesagt, dass es noch einen unerledigten Job in dieser Runde gibt und wir uns jetzt erst mal um den Rest der Saison kümmern sollen“, berichtete King schmunzelnd von einem Gruppenchat per Handy mit seiner in den USA lebenden Familie, nachdem die Riesen ihm die Vertragsverlängerung angeboten hatten.

Reil nennt drei Gründe, die für ein weiteres Engagement von King in der Barockstadt gesprochen haben. Erstens das gute sportliche Abschneiden mit Rang fünf nach der Bundesliga-Hauptrunde sowie dem Einzug ins Top Four um den BBL-Pokal und in die Play-Ins der Champions League. Zweitens der Wunsch nach Kontinuität. Und drittens die Leistung des jungen Trainerteams, nach dem Ende der Trainer-Ära John Patrick im vergangenen Sommer den Umbruch erfolgreich bewältigt zu haben.

Saison mit Höhen und Tiefen

Reil machte allerdings keinen Hehl daraus, dass er bei den Gesprächen mit King auch kritische Töne angeschlagen hat. „Wir machen nicht alles am Tabellenplatz fest. Wichtig ist auch die Art und Weise, wie wir spielen – und wir hatten manche Spiele, die wir nicht unbedingt verlieren mussten“, sagte der Riesen-Boss. Gemeint waren da speziell die vielen Begegnungen, die die junge Mannschaft trotz hoher Führung noch vergeigt hatte. „Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen. Am Ende der Hauptrunde hatten wir einige harte Auswärtsspiele gegen Teams, die um ihre Position und die Playoffs gekämpft haben. Wir haben da auch Spiele verloren, obwohl wir gut gespielt haben“, konstatierte King, angesprochen auf sein Hauptrundenfazit. „Es gab aber kein Duell, bei dem wir wirklich niedergemacht wurden.“

 
 
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