MHP Riesen Ludwigsburg Johannes Patrick geht gestärkt aus einem schwierigen Jahr

Von Manuel Schust
Durch seine vorbildliche Einstellung wurde Johannes Patrick bei den MHP Riesen Ludwigsburg zum Fanliebling. Foto: /Ralf Poller/Avanti

Sein halbes Leben hat Johannes Patrick im Ludwigsburger Basketball-Programm gespielt. Nun wechselt der 24-Jährige nach Kirchheim in die zweite Liga.

Mit viel Selbstvertrauen war Johannes Patrick in die vergangene Spielzeit bei den MHP Riesen gegangen. Nach seiner besten Karriereleistung in der Saison 2024/25 wollte der 1,85 Meter große Guard bei seinem Heimatverein richtig durchstarten. Doch stattdessen fand er im Kader von Trainer Mikko Riipinen wenig Berücksichtigung und verpasste außerdem aufgrund einer Sprunggelenkverletzung viele Spiele. Nun hat sich Patrick dafür entschieden, erstmals für einen anderen Verein aufzulaufen. Zur neuen Saison schließt sich der 24-Jährige  dem Zweitliga-Vizemeister Kirchheim Knights an.

Gerade mal elf Spiele konnte Patrick in der zurückliegenden BBL-Saison absolvieren. 0,7 Punkte, 0,8 Rebounds und 0,2 Assists stehen als nüchterne Zahlen im Arbeitsnachweis für die zurückliegende Spielzeit. Angesichts der wenigen Einsatzchancen und der später aufbrechenden Verletzung wäre es leicht, von einem Seuchenjahr zu sprechen. Doch der langjährige Ludwigsburger hat das Beste aus der schwierigen Situation gemacht.

„Reflektiert betrachtet, hat mir das letzte Jahr mehr gegeben, als dass es mir geschadet hat“, betont der gebürtige Tokioter. „Teilweise nicht aufgestellt zu sein, entsprach zwar nicht meinem Anspruch an Verantwortung, den ich gerne gehabt hätte, um dem Team auf dem Feld zu helfen. Jedoch hatte ich viel Zeit, an meinem Körper zu arbeiten und in Individualtrainings an meinem Basketball-Fertigkeiten zu schrauben.“

Von außen betrachtet wirkt der Wechsel in die zweite Liga wie ein Rückschritt. Doch der verteidigungsstarke Guard bewertet das anders. „Ich betrachte den Wechsel nach Kirchheim nicht als Schritt zurück“, macht er deutlich. „Für mich ist es ein Schritt nach vorne, auf den ein weiterer Schritt nach vorne folgen wird. Dabei lasse ich jedoch komplett ohne Druck offen, wann dieser Schritt nach dem jetzigen folgt.“

Bauchgefühl hat entschieden

Immer mal wieder habe er in der Vergangenheit mit dem Gedanken gespielt, eine neue Herausforderung in der zweiten Liga zu suchen. „Mein Bauchgefühl hat mich dazu verleitet, diesen Sommer den Schritt zu gehen“, sagt er.

Und Kirchheim unter Teck könnte sich nicht nur durch die geografische Nähe zur Heimat Ludwigsburg als eine gute Option für den Sohn von Trainerlegende John Patrick erweisen. Denn Johannes Patrick weiß: „Es gibt viele Spieler, wie Nationalspieler Till Pape und auch mein Freund Aeneas Jung, mit dem ich Abitur gemacht habe, die in Kirchheim als Spieler durchgestartet sind und danach gute Karriereschritte gemacht haben.“

Gespräche mit den Verantwortlichen in Kirchheim, dem Trainer Igor Perovic und natürlich Aeneas Jung haben Patrick davon überzeugt, dass er in Kirchheim die besten Voraussetzungen für den nächsten Karriereschritt vorfinden wird. Auch wenn Jung nicht mehr in Kirchheim spielt, sondern nach einem Jahr in der Teckstadt nach Wolmirstedt gewechselt ist, kennt Patrick sein neues Umfeld. „Gegen Igor Perovic und Kirchheim habe ich mit den Riesen oft in der Vorbereitung gespielt“, schildert der 146-fache Bundesliga-Spieler. „Und mein neuer Teamkollege Julius Wolf ist in derselben Stadt wie ich, in Göttingen, aufgewachsen und hat ebenfalls für die BG in der Jugend gespielt.“

Ein produktives Puzzlestück sein

Bei den Knights will Patrick auf und neben dem Feld ein Führungsspieler sein. „Ob das mit einem hohen Punkteschnitt oder mit den meisten Steals der Fall sein wird, ist mir dabei vollkommen egal“, sagt der Guard. „Ich will Spiele gewinnen und dabei ein produktives Puzzlestück in einer eingeschworenen Mannschaft sein.“

Ein Testspiel zwischen den MHP Riesen und den Kirchheim Knights ist in der Vorbereitungsphase nicht geplant. Doch vielleicht sorgt die Losfee am 29. Juli dafür, dass beide Teams im ersten Pflichtspiel der Saison aufeinandertreffen. Denn dann werden die Begegnungen der ersten Runde im BBL-Pokal ausgelost. Angesprochen auf ein mögliche Pokal-Partie gegen Ludwigsburg sagt Johannes Patrick: „Also, ich hätte Bock drauf.“

 
 
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