MHP Riesen Ludwigsburg King-Fünf bekommt Ebuka Izundu nicht gestoppt

Von Niklas Braiger
Ratlosigkeit bei den MHP Riesen. Neuzugang Michael Hughes (Mitte) und seine Mitspieler finden kaum eine Antwort gegen Ebuka Izundu (links) Foto: Eibner Pressefoto/Fabian Steffen

Die Barockstädter verlieren gegen Oldenburg mit 85:91. Ausschlaggebend ist eine schlechte erste Hälfte.

Josh King klingt nach dem Spiel gegen die EWE Baskets Oldenburg geknickt. Der Trainer der MHP Riesen Ludwigsburg musste mit ansehen, wie seine Schützlinge das Spiel mit 85:91 verlieren und dabei insbesondere in der ersten Halbzeit immer mit dem gleichen Spielzug geschlagen werden. „Wir spielen keine Abwehr“, predigt er seinen Männern in einer Auszeit. Auch Assistent David McCray weiß in der Halbzeit am Mikrofon bei Dyn, warum die Barockstädter zu dem Zeitpunkt bereits mit 41:54 zurückliegen: „Wir müssen das Pick-and-Roll besser verteidigen“, analysiert der Co-Trainer.

Schadensbegrenzung zum Ende

Doch zu dem Zeitpunkt war die Partie schon entschieden. „Das passiert, wenn man das gesamte Spiel hinterherrennt“, erklärt King die Pleite. In keiner einzigen Sekunde hatten die Gäste mal mehr Punkte als die Hausherren, und die Niederlage hätte noch höher ausfallen können. 19 Punkte Rückstand hatten die Riesen kurz vor Ende des dritten Viertels (60:79). Aber: „Ich bin stolz auf den Einsatz der Jungs, sie haben nie aufgegeben“, lobt der Coach die Mentalität seiner Truppe.

Vom Start weg waren die Gastgeber die spielbestimmende Mannschaft. Bereits nach fünfeinhalb Minuten stand es 17:9 für Oldenburg, überragender Mann der Anfangsphase war neben den Flügelspielern DeWayne Russell und Geno Crandell vor allem Center Ebuka Izundu. Der 2,08-Meter-Mann wurde von seinen Teamkameraden mehrfach in Szene gesetzt und war unter dem Korb oder bei zahlreichen Alley-oop-Anspielen für die Ludwigsburger Defensive um Neuzugang Michael Hughes kaum zu stoppen, der „kein außerordentliches Debüt“ erwischte, wie King findet. Doch der US-amerikanerische Coach erkennt auch an, dass es kein dankbares Spiel war.

„Wir haben nicht das gemacht, woran wir gearbeitet haben“, bemängelt King nach der Partie und ergänzt: „Wir hatten zu Beginn nicht genug Druck auf den Ballführenden.“ Auch offensiv ging wenig für sein Team. Nur einen der ersten zehn Dreierversuche versenkten die Schwaben, am Ende war es eine Quote von 20 Prozent von jenseits der 6,75-Meter-Linie. Egal, ob Jaren Lewis (null von fünf), Desure Buie (einer von fünf) oder der in den vorherigen Wochen so starke Silas Melson (einer von sechs), keiner traf konstant die tiefen Würfe.

Graves rutscht, Schoorman dunkt

Bezeichnend für die Partie war eine Szene in der 24. Minute, als Topscorer Jayvon Graves – 26 Punkte zum Spielende – ohne Fremdeinwirkung ausrutschte, Len Schoorman sich den Ball schnappte und zum zwischenzeitlichen 61:47 mit einem Dunk die Mehrheit der 6200 Zuschauer in Jubel versetzte.

Im letzten Viertel schafften es die Gäste dann zwar noch, den Abstand zu verringern. Das war aber auch dem Umstand geschuldet, dass Oldenburg mit einem Rumpfkader fast permanent auf seine Starspieler vertraute. Izundu stand fast 35 Minuten lang auf der Platte und war dementsprechend ausgepowert.  Niklas Braiger

 
 
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