MHP Riesen Ludwigsburg King-Fünf lässt Matchball auf Play-ins liegen

Von Niklas Braiger
Morris Udeze (weiß) stellt die Ludwigsburger Verteidigung immer wieder vor Probleme. Hier geht er an Ludwigsburgs Elijah Childs vorbei. Foto: /IMAGO/Krysztof Cichomski

Die Ludwigsburger Basketballer zeigen beim Gastspiel in Stettin eine schwache Leistung. Insbesondere im Angriff hapert es beim Team von Trainer Josh King mächtig.

Mit allen Chancen auf die Play-ins in eigener Hand zeigen die MHP Riesen Ludwigsburg in der Basketball Champions League eine ganz schwache Leistung. Am fünften Spieltag verlieren die Barockstädter mit 80:60 gegen King Szczecin. Vor allem die Wurfquote von 28 Prozent aus dem Feld und der Angriff der Truppe von Josh King hinkt.

Von Beginn an ist der Wurm drin im Ludwigsburger Spiel. Drei Dreier landen neben dem Ring, ehe die Riesen auf die Anzeigetafel kommen. Ungenaue Abspiele, überhastete Abschlüsse und nicht existente Deckung unter dem eigenen Korb sorgen dafür, dass die Hausherren früh die Führung übernehmen und sie auch nicht mehr abgeben. King stellt früh seine Formation um. Eddy Edigin, der vor zwei Wochen in Sizilien noch mit einem Double-Double überzeugte, und Yorman Polas Bartolo müssen für Silas Melson und Elijah Childs weichen – ohne Erfolg.

Früher deutlicher Rückstand

Über 9:2 und 16:7 setzt sich Szczecin beim Stand von 20:10 das erste Mal zweistellig ab. Die Gäste bringen nicht ihr gewohntes Tempospiel auf die Platte, Würfe landen meist ohne Ballstafetten am Korb vorbei, statt darin. Selbst von der zweiten Fünf der Polen werden die King-Schützlinge dahergespielt. Symptomatisch für die schlechte Phase ist ein Wurf von Johannes Patrick, der mit einem Dreier-Versuch nicht nur den Korb, sonder gleich das gesamte Brett verfehlt.

Zweites Viertel – gleiches Bild: Die Riesen leisten sich offensiv mehr Missverständnisse, als dass sie punkte machen: Champions-League-Topscorer Jayvon Graves verfehlt das Anspiel zu Edigin unter dem Ring. In einer Auszeit wird King das erste Mal richtig laut: „Sie schlagen uns in allem!“ Vor allem finden die Gastgeber scheinbar immer die richtige Antwort. Einen Treffer für Zwei von Desure Buie kontert Tony Meier mit einem Dreier, kurz darauf steht es bereits 36:19 für Stettin.

Trainer findet keine Worte

King wirkt ratlos, kurz vor der Halbzeit verstummt der Riesen-Coach bei einer eigenen Auszeit. Die Ansage, einen Spielzug über Melson zu beenden wird prompt von seinen Männern ignoriert. Buie verfehlt stattdessen einen weiteren Wurf von hinter der 6,75-Meter-Linie. Doch nicht nur er holt sich eine Fahrkarte nach der nächsten. Graves wird von den Polen gut gedeckt, wenn er mal freie Würfe bekommt, verfehlt er das Netz. Insgesamt versuchen die Riesen öfter die tiefen Würfe, als innerhalb der Dreier-Linie.

Auch im dritten Viertel bleibt die Punktemaschine der Riesen, die zuvor in drei von fünf Auswärtspartien jeweils über 90 Punkte erzielt hat, kalt. Auch hinten hat das Team mächtig Probleme, allen voran Power Forward Morris Udeze stellt die Defensive vor große Herausforderungen. Nach einem Korbleger zieht er ein Foul und lässt die Muskeln spielen, zu diesem Zeitpunkt mit noch knapp vier Minuten vor der letzten Viertelpause steht es 50:34.

King versucht, von draußen weitere Impulse zu geben. Die Hereinnahme von Jacob Patrick zeigt Wirkung: Zwei schnelle Dreier verringern den Rückstand auf sieben Punkte. Doch durch individuelle Fehler schießt sich Ludwigsburg wieder selbst ins Bein, so versenkt Andrzej Mazurczak auf der Gegenseite mit der Sirene einen tiefen Wurf (53:43). Trotzdem schaffen es die Riesen, ihre Gegner bei nur elf Punkten im Viertel zu halten. Ist das noch genug für ein Comeback im letzen Abschluss? Absolut nicht: Stettin zieht zwischenzeitlich auf 20 Punkte davon (67:47). Zwar gelingt es den Gästen in den letzten Minuten der Begegnung kurzzeitig in einen Rhythmus zu kommen, der ist aber genau so schnell wieder weg.

Damit haben die Riesen noch immer alles in der eigenen Hand, stehen aber vor einer Mammutaufgabe. Sollte es beim Heimspiel gegen den bislang ungeschlagenen Tabellenführer AEK Athen für einen Sieg reichen, würden King und Co sicher in die Play-Inns einziehen. Bei einer Niederlage würde es in einen Dreiervergleich mit den Polen und Sassari gehen, vorausgesetzt die Sizilier schlagen Stettin.

 
 
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