MHP Riesen Ludwigsburg King-Truppe spielt ohne Aggressivität

Von Michael Nachreiner
Shonn Miller und die Ludwigsburger sind in Frankfurt nach gutem Beginn in ein regelrechtes Loch gefallen. Foto: Jan Huebner/Okan Barut

Ludwigsburg verliert in der Bundesliga beim Schlusslicht Frankfurt, das viele freie Würfe bekommt, mit 80:92.

Zum ersten Mal in dieser Saison haben die MHP Riesen Ludwigsburg wettbewerbsübergreifend zwei Niederlagen in Folge hinnehmen müssen. Nach dem 81:87 in der Champions League gegen Hapoel Bank Yahav Jerusalem unter der Woche verlor die Mannschaft von Trainer Josh King am Samstag in der Bundesliga auch beim Schlusslicht Fraport Skyliners Frankfurt mit 80:92.

Dabei haben die Barockstädter bis auf eine kurze Phase im ersten Viertel alles vermissen lassen, was sie sonst so stark macht. Vor allem in der Verteidigung fanden die Riesen zu keinem Zeitpunkt zu ihrer gewohnten Aggressivität. „Unsere Defensive war heute sehr schwach“, berichtet Ludwigsburgs Yorman Polas Bartolo nach der Partie am Mikrofon von Magenta Sport. „Wir haben schlecht verteidigt. Die Frankfurter kamen immer wieder zu freien Würfen, und wir haben leichte Korbleger abgegeben.“

Ordnende Hand von Hubb fehlt

Und in der Offensive fehlte die ordnende Hand von Prentiss Hubb, der mit einer leichten Fußverletzung am Main pausierte. Mit Isaiah Whitehead, Ben Shungu oder Johannes Patrick auf der Position des Aufbauspielers fehlte zudem das überraschende Moment, das Hubb immer wieder einbringt.

Dennoch sah zunächst alles danach aus, als ob die Gäste aus der Ballsporthalle in Frankfurt locker lässig die Punkte mitnehmen würden. Mit einem 19:2-Lauf setzten sich die Riesen von 5:11 auf 24:13 ab (8.) und schienen alles unter Kontrolle zu haben.

Die Führung tat den Gästen aber überhaupt nicht gut. Statt weiter nachzulegen, schienen sich die Ludwigsburger zu sagen: „Das Spiel haben wir schon in der Tasche.“ Denn sie schalteten mindestens einen Gang zurück. Mit verantwortlich für den Beginn des schleichenden Bruchs im Spiel der Riesen war auch das jeweils zweite Foul von Shungu 104 Sekunden vor dem Viertelende und Whitehead 90 Sekunden vor der Sirene, die Trainer King erst einmal auf die Bank beorderte.

Auch nach dem zweiten Viertel waren die Riesen noch im Spiel. Zwar holten die Frankfurter die vier Punkte Rückstand aus dem ersten Durchgang (20:24) auf, legten aber nur sechs weitere drauf, sodass sie beim Seitenwechsel nur mit 49:43 führten (20.).

Jacob Patrick mit drei Dreiern

Viel wichtiger war aber, dass die Ludwigsburger es zuließen, dass sich die Gastgeber in diesen zehn Minuten richtig Selbstvertrauen holten. Denn immer wieder verloren die Riesen ihre Gegenspieler aus den Augen, sodass diese zu freien Würfen kamen, oder gaben einfache Korbleger ab. Vor allem Frankfurts nachverpflichteter US-Guard Marcus Lewis und Laurynas Beliauskas, aber auch Joshua Obiesie und Lukas Wank fanden immer besser in ihren Rhythmus.

Anfangs hielt Jacob Patrick, dem man bei seinen drei erfolgreichen Dreiern bei vier Versuchen von jenseits der 6,75-Meter-Linie seine Schulterprobleme nicht mehr anmerkte, in Führung. Doch mit zunehmender Spieldauer drehte sich die Partie zu Gunsten der Frankfurter.

Lewis sorgt für Vorentscheidung

Für die Vorentscheidung sorgte Lewis, der von den ersten elf Punkten der Frankfurter zu Beginn des dritten Viertels neun erzielte und die Gastgeber mit 60:46 in Front brachte (23.). Viereinhalb Minuten später führten die Skyliners sogar mit 72:49 (27.).

Diesen Vorsprung verteidigten die Gastgeber bis zwei Minuten vor dem Ende der Partie. Erst in den Schlussminuten gelang den Riesen noch etwas Ergebniskosmetik. „Obwohl wir das kleinere Team waren, haben wir den Kampf angenommen und uns in der Defensive reingehängt“, analysiert Lewis.  Michael Nachreiner

 
 
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