MHP Riesen Ludwigsburg Ludwigsburg macht es spannender als notwendig

Von Michael Nachreiner
Beim Reboundduell hat Hamburgs Jonas Wohlfarth-Bottermann (von links) Vorteile. Dennoch holt sich Yorman Polas-Bartolo den Abpraller. Foto: Avanti/Avanti/Ralf Poller

Knapp eine Minute vor Schluss verkürzt Hamburg auf 92:96, obwohl die Riesen von der ersten Sekunde das tonangebende Team sind und enteilen den Hansestädtern schon auf bis zu 16 Punkte. Prentiss Hubb lässt aber alle Hoffnungen auf die Wende erlischen, sodass die Barockstädter am Ende mit 101:92 gewinnen.

Eigentlich haben die MHP Riesen Ludwigsburg das Bundesliga-Duell gegen die Veolia Towers Hamburg von der ersten Sekunde an im Griff gehabt. Von der ersten Sekunde an waren sie das tonangebende Team und führten die gesamte Begegnung über. Dennoch machten sie es beim 103:92 am Ende spannend.

Erst verkürzte Lukas Meisner mit einem Dreier auf 89:96 und verwandelte auch den Bonusfreiwurf. Da Jeff Roberson beim Foul aber unter Meisners Füße getreten war und sich damit die Verletzungsgefahr für den Hamburger Flügelspieler erhöht hatte, entschieden die Schiedsrichter nach Videostudium auf Unsportliches Foul und Ballbesitz für die Hansestädter. Towers-Trainer Raoul Korner hatte seine Challenge gezogen. Direkt darauf traf Meisner noch einmal zum 92:96. Es waren noch 50 Sekunden zu spielen.

Doch Prentiss Hubb beerdigte die Aufholjagd der Hamburger, indem er gut eine halbe Minute vor der Schlusssirene aus knapp achteinhalb Metern traf – drei seiner insgesamt 26 Punkte, denen er noch 13 Assists hinzufügte. „Meine Mannschaftskameraden haben Vertrauen in mich und ich in mich selbst natürlich auch, dass ich rausgehe und einfach meinen Job erledige“, erklärte Hubb lapidar am Mikrofon von Magenta Sport.

Bei 92:99-Rückstand wurden die Würfe der Hansestädter mit herunter tickender Uhr immer hektischer – und verfehlten allesamt ihr Ziel. Auf der anderen Seite verwandelte Roberson noch vier Freiwürfe zum Endstand.

Dass der Sieg noch mal in Gefahr geriet, war aber gar nicht notwendig. Mit einer äußerst aggressiven Verteidigung machten die Ludwigsburger den Hamburgern den Spielaufbau schwer – und nahmen Kendale McCullum, immerhin schon zweimal als Spieler der Woche ausgezeichnet, fast komplett aus dem Spiel. Der bisher zweitbeste Scorer der Liga kam am Ende auf lediglich sieben Zähler.

Und in der Offensive schafft es keine andere Mannschaft so gut wie Ludwigsburg, aus einem Pick-and-Roll sogenannte Missmatches zu erzeugen – also, dass ein großer Spieler einen kleinen oder ein kleiner Akteur einen großen verteidigen muss. Entweder fanden die Guards in solchen Situationen ihren Big Man, der unter dem Korb dann leichtes Spiel hatte. Oder sie hatten einen freien Wurf, weil der Hamburger Center ihnen zu viel Platz ließ, oder der Weg zum Korb war frei, wenn der Große der Towers ihnen zu sehr auf den Füßen stand.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Hansestädter das Pick-and-Roll der Riesen zwar besser im Griff. Doch jedes Mal, wenn es so aussah, als könnten sie die Partie drehen, fanden die Ludwigsburger die passende Antwort. „In der zweiten Halbzeit haben wir mit mehr Energie gespielt. Aber man muss halt 40 Minuten lang so auftreten“, erklärte Hamburgs slowenischer Nationalspieler Ziga Samar.  Michael Nachreiner

 
 
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