MHP Riesen Ludwigsburg Ludwigsburger Happy End nach Derby-Drama

Von Andreas Eberle
Isaiah Whitehead (links) lief gegen Ulm zur Bestform auf und avancierte mit 21 Zählern zum Riesen-Topscorer. Hier kommt der Ex-Ludwigsburger Karim Jallow zu spät. Foto: / Avanti/Ralf Poller

Die MHP Riesen gewinnen das Schwabenduell gegen Ratiopharm Ulm mit 87:84. Im letzten Viertel kochen die Emotionen hoch. Isaiah Whitehead glänzt mit 21 Punkten.

Im letzten Heimspiel der MHP Riesen Ludwigsburg im Basketball-Jahr 2022 war noch mal Gelb Trumpf: auf den Rängen, wo viele Fans dem Motto ihres Klubs „Alles für Gelb – alle in Gelb“ folgten und die MHP-Arena mit Shirts und Trikots in der Vereinsfarbe erstrahlen ließen. Und auf dem Feld. Dort setzten sich die Barockstädter im Schwabenduell gegen Ratiopharm Ulm nach hart umkämpften 40 Minuten und einer packenden Crunchtime mit 87:84 durch.

Zum Topscorer des Abends avancierte Isaiah Whitehead mit 21 Punkten, gefolgt von Yorman Polas Bartolo (14) und Jonathan Bähre (12). „Es war ein tolles Spiel für die Fans mit zwei ebenbürtigen Teams, die beide hätten gewinnen können. Wir haben am Ende glücklicherweise ein paar wichtige Spielsituationen für uns entschieden“, bilanzierte Riesen-Trainer Josh King.

Die Schlüsselszene ereignete sich acht Sekunden vor Spielende, als Ulms Juan Nunez beim Stand von 85:84 für Ludwigsburg den Ball verdaddelte und Polas Bartolo foulte. Der verwandelte einen der beiden Freiwürfe, einen weiteren traf Bähre, der sich nach einem neuerlichen Patzer der Gäste den Ball geschnappt hatte. Nachdem Brandon Paul bei der letzten Aktion aus der Distanz erfolglos geblieben war, hatten die Riesen den Prestigeerfolg und die zwei Punkte im Sack. Die Rudelbildung nach dem Duell zeugte von der Intensität, mit der beide Teams das Duell geführt hatten.

Mit 4000 Zuschauern war die Spielstätte an der Schwieberdinger Straße zum dritten Mal in dieser Saison ausverkauft. Zur Feier des Tages hatte der Ludwigsburger Anhang vor Spielbeginn gleich mal die mitgereisten Fans von der Donau provoziert. Diese bekamen drei neckische Banner zu lesen, auch in Anspielung auf das schnelle Ulmer Viertelfinal-Aus in der Vorsaison: „Lubu – Neid im Web 0 Euro“, „Teurer Kader 8 Mio“ und „0:3 in Runde 1: unbezahlbar“.

Schon die erste Hälfte gab einen Vorgeschmack auf das dramatische Finish: Die schwäbischen Erzrivalen kämpften so, als ob sie gerade das entscheidende Playoff-Finale bestreiten würden, und forcierten zahlreiche Ballverluste beim Gegner. Insgesamt zehnmal wechselte die Führung während der Partie hin und her, einen zweistelligen Vorsprung schaffte weder Ludwigsburg noch Ulm – mehr Spannung geht nicht.

Im dritten Viertel spielte sich dann Ulms Paul ins Rampenlicht. Der US-Amerikaner, der bis dahin nur einen Kurzeinsatz hatte, erzielte gleich mal acht Zähler, darunter zwei Dreier. Als Joshua Hawley mit einem weiteren Distanztreffer auf 59:53 für die Gäste erhöhte hatte (29.), rief King seine Schützlinge zusammen – und prompt gelang bis zum Viertelende zumindest noch der Ausgleich zum 63:63.

Mit einem Ludwigsburger 9:0-Lauf begann das Schlussviertel. Obwohl Jacob Patrick zwei Dreier versenkte und Whitehead weiter zuverlässig punktete, kämpfte sich Ratiopharm nach jedem Dämpfer wieder zurück. Am Ende jubelte aber Gelb – weil die Gäste in der heißen Phase nicht cool genug geblieben waren. „Derbysieger, Derbysieger“, skandierten die Riesen-Fans nach dem Drama.

 
 
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