Die MHP Riesen Ludwigsburg haben am Mittwoch ihre neue Doppelspitze im sportlichen Bereich vorgestellt. Der Spanier Carles Durán übernimmt den Posten des Cheftrainers bei den Riesen. An seiner Seite wird „Mr. Ludwigsburg“ David McCray wirken und den erstmals zu besetzenden Posten des Sportlichen Leiters ausfüllen. Mit attraktiverem Basketball als zuletzt und hungrigen, entwicklungsfähigen Spielern wollen die Riesen wieder in die Erfolgsspur zurückfinden.
MHP Riesen Ludwigsburg Mit Doppelspitze und hungrigen Spielern in die Erfolgsspur
Mit Carles Durán trainiert erstmals ein Spanier Ludwigsburgs Basketballer. Vereinsikone David McCray übernimmt den neu geschaffenen Posten des Sportlichen Leiters.
Rückkehr einer Vereinsikone
Nach zwei Jahren als Trainer bei den Merlins Crailsheim ist der 39-jährige McCray als Sportlicher Leiter zurück in der Barockstadt. „Ich fühle mich wohl in der neuen Rolle und bin froh, wieder zuhause zu sein. Nicht nur in Ludwigsburg zuhause, sondern auch im Klub zuhause. Ludwigsburg ist meine Heimat“, betont der Mann, dessen einstige Trikotnummer 4 bei den Riesen unter dem Hallendach hängt.
Eine der ersten Amtshandlungen McCrays war es, nach der Trennung von Mikko Riipinen einen neuen Trainer für die Riesen zu finden. „Es war sehr früh klar, dass Carles der richtige Trainer für uns ist“, sagt McCray. Vor allem seine Vita spreche für sich. Durán war jahrelang als Jugend-, Assistenz- und Cheftrainer beim für seine gute Jugendarbeit bekannten spanischen Verein Joventut Badalona beschäftigt, der vielen jungen Talenten den Weg in eine erfolgreiche Profilaufbahn geebnet hat. Dabei assistierte er unter anderem auch dem früheren Alba-Berlin-Trainer Aito Garcia Reneses.
„Es ist auch unser Ansatz, junge Talente in die BBL-Mannschaft zu führen“, sagt McCray. Schon in den ersten Gesprächen habe Durán betont, wie wichtig es ihm sei, junge Talente im Verein zu haben. „Jemanden zu holen, der eine gewisse Erfahrung hat, hat auch eine Rolle gespielt“, ergänzt Alexander Reil. „Wir hatten letztes Jahr den Versuch unternommen, mit einem jungen Trainerstab. Das ist nicht völlig schiefgegangen. Aber ich glaube schon, dass noch mehr Erfahrung uns gut tun wird.“
Um Zielsetzungen zu formulieren oder etwas zum künftigen Spielstil zu sagen, ist es für Carles Durán noch zu früh. Aber der 50-jährige Trainer sagt: „Meine Idee ist es, aggressiv zu verteidigen, zu rennen und den Ball gut zu bewegen.“ Die letzten beiden Jahre in der türkischen Liga seien schwierig gewesen, schildert Durán. Weder mit Darüssafaka Istanbul noch mit Mersin MSK gelang ihm der Klassenerhalt. Es sei viel Unruhe in den Vereinen gewesen. „Der Präsident musste sogar ins Gefängnis“, erzählt der neue Riesen-Trainer über seine Zeit bei Mersin. „Das wird hier bestimmt nicht passieren“, wirft Alexander Reil schmunzelnd ein.
Kein internationaler Wettbewerb
Dass die Riesen nicht international spielen, sei bei der Verpflichtung von Spielern schon ein Nachteil, erklärt Reil, der nicht nur Vorsitzender bei den Riesen sondern auch Liga-Präsident ist: „Wir haben immer betont, dass wir nur dann international spielen, wenn wir uns auch sportlich dafür qualifizieren.“ Langfristig wollen auch die Riesen wieder an einem internationalen Wettbewerb teilnehmen.
Mit Elijah Hughes und Keeshawn Kellman konnten zwei Amerikaner und insgesamt 50 Prozent des Vorjahres-Kaders gehalten werden. „Wir haben uns darauf fokussiert, Spieler, die in kleineren Ligen waren, zu holen, die sich aber entwickeln wollen und hungrig sind“, erklärt McCray die Verpflichtungen der US-Guards Justin Kier, Ish Leggett und Darius Perry. Wenn die Barockstädter am 5. August in die Vorbereitung starten, soll auch die letzte noch offene Stelle im Kader besetzt sein. Man stehe vor der Einigung mit einem ausländischen Power Forward, so McCray.
