MHP Riesen Ludwigsburg Newcomer Hubb spielt sich ins Rampenlicht

Von Andreas Eberle
Topscorer unter sich: Riesen-Neuzugang Prentiss Hubb (links) erzielte bei seinem BBL-Debüt 27 Zähler. Eric Washington, Heidelbergs Bester, hielt mit 18 Punkten dagegen. Foto: Eibner/Michael Bermel

Die MHP Riesen Ludwigsburg starten mit einem 100:86-Sieg bei den MLP Academics Heidelberg in die Saison. Der US-Amerikaner Prentiss Hubb glänzt bei seiner Bundesliga-Premiere mit 27 Punkten.

Was steckt in der Wundertüte MHP Riesen Ludwigsburg? Das war nach einer wechselhaften Vorbereitung die spannende Frage vor dem Saisonstart. Eine erste Antwort lautet: jede Menge Gutes. Das neu formierte Team überzeugte in Spiel eins nach der Trainer-Ära John Patrick auf der ganzen Linie und bescherte dem neuen Chefcoach Josh King einen traumhaften Einstand. Mit 100:86 (55:40) triumphierten die Riesen am ersten Bundesliga-Spieltag im Nachbarschaftsduell bei den MLP Academics Heidelberg. „Das Spiel war schnell, es ging viel hin und her, und es sind viele Körbe gefallen. Mit den Fans hat es sehr viel Spaß gemacht“, sagte King nach dem Auftakterfolg.

Dankbar für die Chance

Vor den 2752 Zuschauern im SNP-Dome spielte sich einer seiner Rookies am Sonntagnachmittag auf Anhieb ins Rampenlicht: Prentiss Hubb avancierte mit 27 Punkten zum Topscorer, versenkte fünf Dreier und steuerte sechs Assists bei. „Das habe ich so nicht erwartet, aber ich weiß um mein Potenzial. Ich habe mir bisher immer alles hart erarbeitet und bin hungrig danach, diesen Weg weiterzugehen“, sagte der 23-jährige US-Guard, der in den vergangenen vier Jahren für das Collegeteam der Universität Notre Dame in Indiana seine Körbe geworfen hat. In der Preseason hatte er als Probespieler überzeugt und darum einen Vertrag erhalten. „In danke dem Team, mir die Chance gegeben zu haben, mein Talent zu zeigen“, sagte Hubb und lobte den Spirit im Aufgebot: „Obwohl wir viele neue Gesichter in der Mannschaft haben, hat sich gleich eine gute Chemie entwickelt. Wir sind schon fast wie Brüder und helfen uns gegenseitig.“

Neben dem 1,90 Meter großen Linkshänder tat sich noch ein zweiter Neuzugang hervor: Nach einer herausragenden zweiten Hälfte kam Jhonathan Dunn auf 17 Zähler. Er hatte mit einem Dreier nach 45 Sekunden auch für die ersten drei Ludwigsburger Punkte in dieser BBL-Runde gesorgt.

Nahezu perfekt war die Ludwigsburger Freiwurfquote: Von 27 Versuchen landeten 26 im Korb. Nur Justin Johnson vergab einen Freiwurf – unmittelbar nachdem er von Maximilian Ugrai kurz vor Schluss abgeräumt worden war und sich beim Sturz am linken Handgelenk wehgetan hatte. Ein unsportliches Foul des Heidelbergers, das entsprechend sanktioniert wurde.

Kurz vor dem Spiel hatte Riesen-Boss Alexander Reil der Mannschaft noch einen Besuch abgestattet. Was er dort gesagt hat, verriet Hubb im Interview mit Magentasport: „Dass es ihm am Wichtigsten ist, dass wir hart spielen und als Team auftreten.“ Und genau das taten die Barockstädter dann auch.

Auf die von Verletzungen überschattete Vorbereitung hatte Heidelberg unter der Woche mit der Nachverpflichtung von Vincent Kesteloot reagiert. Mangels bisher erteilter Spielberechtigung musste der Belgier am Sonntag allerdings noch zuschauen. Bei den Academics ragte der quirlige Spielmacher Eric Washington mit einem Double-Double (18 Punkte, 14 Assists) heraus. Ein weiterer Aktivposten war Ugrai, der ebenfalls 18 Zähler sammelte. Der Rest fiel stark ab. Auch Lukas Herzog. Der 21-jährige Dreierspezialist und Point Guard, der nach acht Jahren in Ludwigsburg zu dieser Saison nach Nordbaden gewechselt war, erzielte nur zwei Punkte.

Heimpremiere gegen Bakken

Nach einer 15-Punkte-Führung zur Halbzeitpause war es egal, dass die Riesen die zweite Hälfte mit einem Zähler verloren. Die Gäste hielten die Konzentration hoch und Kurs, richtig eng wurde es nicht mehr. „Ich möchte nicht zu früh Voraussagen machen, aber wenn wir so weiterspielen, zusammenhalten und in jedem Spiel hart kämpfen, können wir es in der Liga ziemlich weit bringen“, sagte Shootingstar Hubb, der mit seinem finalen Dreier zum 100:86-Endstand auch die 100-Punkte-Marke durchbrach.

Zunächst steht an diesem Dienstag (20 Uhr) aber das erste Champions-League-Gruppenspiel auf dem Programm. Zur Heimpremiere ist der dänische Qualifikant Bakken Bears zu Gast in der MHP-Arena.

 
 
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