Vier Monate nach dem Aus in der Playin-Runde gegen die Rostock Seawolves steht für Ludwigsburgs Basketballer am Sonntag (15 Uhr) endlich wieder ein Pflichtspiel auf dem Programm. Die MHP Riesen treffen in der ersten Pokalrunde auf die Kirchheim Knights. Gegen die Teckstädter, die in der vergangenen Spielzeit Vizemeister in der ProA wurden, gelten die Gelb-Schwarzen als klarer Favorit. Beim in der Göppinger EWS Arena ausgetragenen Spiel treffen die neuformierten Riesen auf den langjährigen Ludwigsburger Johannes Patrick, der sich vor der Saison den Kirchheimern angeschlossen hat.
MHP Riesen Ludwigsburg Pokal-Derby gegen alten Bekannten
Die MHP Riesen starten am Sonntag mit dem Erstrundenspiel im BBL-Pokal gegen Kirchheim in die neue Spielzeit. In Göppingen kommt es dann zum Wiedersehen Johannes Patrick.
Bei den MHP Riesen hat sich in den letzten Wochen viel getan. Für das neue formierte Team um den spanischen Cheftrainer Carles Durán gilt es, sieben externe Neuzugänge in ein neues Spielsystem zu integrieren. Das klappte zu Beginn der Vorbereitung teilweise schon recht gut. Nach Siegen gegen Ulm, Crailsheim und Bamberg setzte es zuletzt aber Niederlagen gegen Frankfurt und Chalon. Wenn die Ludwigsburger in der Vorbereitung Tempo machen konnten, zeigten sie sich stark. Im Halbfeldspiel und der Verteidigung gilt es, sich noch zu verbessern. Vor allem die auf den Guard-Positionen verpflichteten Amerikaner Darius Perry, Ish Leggett und Justin Kier ließen in den Testspielen ihr Potenzial aufblitzen. Auf die Ausfälle von Keeshawn Kellman (Knieprobleme), Patrick Cartier (Rücken), Jonas Wohlfarth-Bottermann (Zerrung) und Oshane Drews (fehlende Fitness) haben die Riesen mit der Verpflichtung von Tommy Rutherford verpflichtet, der sich schnell ins Team eingefügt hat. Während Wohlfarth-Bottermann gegen Kirchheim wieder im Kader steht ist, bleibt hinter dem Einsatz von Patrick Cartier ein Fragezeichen. Kellman und Drews sind noch keine Option.
Eigene Stärken umsetzten
Gegen Kirchheim setzen die Riesen vor allem auf ihre eigenen Stärken. „Das Wichtigste für Sonntag ist es, unsere Dinge umzusetzen: Schnell zu spielen, mit Energie zu spielen, hart zu spielen. Und natürlich müssen wir besser als in den beiden letzten Pre-Season-Partien agieren. Wir müssen mit Respekt an diese Aufgabe gehen. Wenn wir dies nicht tun, werden wir leiden.“
Denn unter Trainer Igor Perovic haben die Kirchheim Knights in den vergangenen Jahren immer wieder zu überraschen gewusst. Dass der Zweitligist ein sehr unangenehmer Gegner sein kann, bewiesen sie am vergangenen Dienstag bei einem Testspiel gegen Erstligist Würzburg. Die Franken konnten sich gegen die Teckstädter um Spielmacher CJ Hines, Tyrel Morgan, Desmond Watson und den 2,12 Meter großen Ex-Ulmer Nico Bretzel erst in Verlängerung in eigener Halle mit 101:98 durchsetzen.
„Natürlich ist Ludwigsburg der große Favorit, aber Pokalspiele haben ihre eigenen Gesetze“, sagt Knights-Trainer Perovic. „Meine Jungs sind gute Kerle, mit einer ausgeprägten Basketballintelligenz und vor allem hungrig nach Siegen. Wir werden für uns und unsere Fans alles in die Waagschale werfen, um Ludwigsburg ärgern zu können.“
Spielort mit Symbolkraft
Dass Kirchheim das Spiel in der bis zu 5600 Zuschauer fassenden EWS Arena austrägt, hat für Alexander Reil, 1. Vorsitzender der MHP Riesen, Symbolkraft. Es sei ein Beleg dafür, welch gute Entwicklung Basketball in den letzten Jahren genommen habe. „Wenn wir zehn Jahre zurückgehen und das Spiel Kirchheim gegen Ludwigsburg wäre angesetzt gewesen, gehe ich nicht davon aus, dass es in Göppingen stattgefunden hätte“, sagt Reil. „Das wird kein Selbstläufer, aber wir sind ganz klarer Favorit und müssen das Spiel auch gewinnen.“
Besonders motiviert im Duell gegen die Riesen wird Johannes Patrick sein. Der Sohn von Trainer-Legende John Patrick hat sein halbes Leben im Ludwigsburger Basketball-Programm verbracht und sich im Sommer dafür entschieden, den Verein nach zwölf Jahren zu verlassen. Nun trifft er im ersten Pflichtspiel für sein neues Team auf seinen Ex-Club. David McCray, als Sportdirektor zu den Riesen zurückgekehrt, betont: „Für Johannes wird das etwas ganz Besonderes. Er wird sicher brennen für das Spiel.“
Der Gewinner der Partie zieht ins Achtelfinale des BBL-Pokals (16. bis 18. Oktober) ein, und trifft dann auf Rasta Vechta.
