MHP Riesen Ludwigsburg Riesen deuten im Test ihr Potenzial an

Von Manuel Schust
Seit vergangenem Sonntag ist Riesen-Trainer Mikko Riipinen zurück in der Barockstadt. Foto: Andreas Ulmer/Eibner-Pressefoto

Beim 94:78-Testspielsieg gegen Heidelberg trumpfen die Ludwigsburger im Schlussviertel auf.

Bei den MHP Riesen Ludwigsburg hat die heiße Phase der Saisonvorbereitung begonnen. Das merkt man nicht nur daran, dass Cheftrainer Mikko Riipinen nach dem EM-Aus der von ihm betreuten schwedischen Nationalmannschaft endlich vor Ort die Kommandos geben kann. Auch die hohe Intensität, mit der die Ludwigsburger und Gegner Heidelberg am Montagnachmittag im nicht-öffentlichen Testspiel in der Rundsporthalle agierten, verdeutlicht, dass zwei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel im Pokal (in Frankfurt am 24. September), die Anforderungen gestiegen sind.

Wie Kühe am ersten Sommertag

Da die Riesen-Spieler in den ersten zehn Minuten zu übermotiviert zu Werke gingen, wurden sie von Cheftrainer Riipinen in der Viertelpause mit deutlichen Worten zurechtgewiesen. „Die Spieler waren nach der Spielpause einfach zu euphorisch“, erklärte der 38-jährige Cheftrainer. Das erste und bislang einzige Testspiel hatten die Ludwigsburger bereits am 21. August gegen Crailsheim bestritten und mit 89:82 gewonnen. „Es war, wie wenn man die Kühe am ersten Tag des Sommers auf die Weide lässt“, schilderte der Schwede treffend. Aus der Spielfreude konnten die Riesen nur offensiv Kapital schlagen. Beim Aushelfen in der Verteidigung und Übernehmen von Gegenspielern fehlte zu oft das richtige Timing und Gespür. Und so kamen die Gäste aus Heidelberg immer wieder zu einfachen Körben.

„Es waren viel zu oft Spieler frei und konnten einfache Würfe treffen“, betonte Riipinen. „Sie haben 31 Punkte in unserer Halle erzielt, das ist so nicht in Ordnung. Aber daran waren wir selbst schuld.“

Trotzdem gingen die Riesen mit einer 32:31-Führung in die Viertelpause. und blieben auch bis zur Halbzeitknapp vorne (53:51). Spielmacher Stefan Smith wusste mit seinem schnellen Antritt zu Gefallen und war am Ende Topscorer mit 25 Punkten. Auch Neuzugang Babacar Sane ließ sein großes Potenzial aufblitzen und erzielte 18 Punkte bei seinem Debüt. Der 21-Jährige sorgte für Tempo im Umschaltspiel der Riesen. „Babacar bringt die Dinge mit, die uns im Team bislang gefehlt haben“, betonte Riipinen. „Er ist ein athletischer Spieler, der uns Energie und Geschwindigkeit gibt und als großer Junge auch mal den Ball nach vorne bringen kann.“

Youngster sorgen für Sieg

Drei Viertel lang waren sich beide Teams ebenbürtig. Dann zogen die Ludwigsburger im Schlussabschnitt davon. Defensiv standen die Riesen nun kompakt und im Angriff lief der Ball flüssig. Junge Spieler wie Lukas Modic, Lenny Anigbata und Johannes Patrick setzten die entscheidenden Akzente. Dank eines 23:8-Laufs im Schlussviertel sicherten sich die Riesen den verdienten 94:78-Sieg. „Wir sind insgesamt auf einem guten Weg“, resümierte Riipinen nach Spielende. „Der Spielfluss wird immer besser. Schwierig ist aber weiterhin, dass einige Spieler angeschlagen sind oder Verletzungen haben.“ Während Brandon Tischler und Julis Baumer zumindest einige Minuten eingesetzt werden konnten, mussten Elijah Hughes und Booker Coplin weiter aussetzen. Hughes wird in der kommenden Woche zurück erwartet, Coplin droht hingegen noch länger auszufallen.

Drei weitere Testspiele

Am Mittwoch sind die Riesen bei einem Testspiel in Antwerpen zu Gast. Zur großen Saisoneröffnung am Samstag steht ein Testspiel gegen Prag in der Rundsporthalle an. Ein letzter Test vor Saisonbeginn findet am 16. September gegen Kirchheim statt.

Nachdem Mikko Riipinen mit Schweden bei der Europameisterschaft im Achtelfinale gegen die Türkei ausgeschieden ist, lässt er keinen Zweifel daran, wem er den EM-Sieg zutraut: „Ganz klar Deutschland. Ich habe alle anderen Mannschaften gesehen und sie sind nicht auf dem Level von Deutschland.“  

 
 
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