MHP Riesen Ludwigsburg Drittes Viertel bringt Riesen aus dem Tritt

Von Michael Nachreiner
Justin Johnson (Mitte) stach bei Ludwigsburg mit einem Double-Double heraus. Er erzielte zwölf Punkte und sammelte zehn Rebounds ein. Foto: Avanti/Ralf Poller

Dass die Ludwigsburger in den ersten zehn Minuten nach der Pause nur vier von 17 Würfen treffen, kostet ihnen letztlich das Bundesliga-Spiel gegen Rostock. Der Aufsteiger lässt nach dem Seitenwechsel nur noch 31 Punkte der Gastgeber zu. In den ersten beiden Abschnitten erzielten die Barockstädter noch jeweils 32 Zähler.

Ein böses Erwachen hat es für die MHP Riesen Ludwigsburg am Mittwoch in der Basketball-Bundesliga gegeben. Die Mannschaft von Trainer Josh King verlor gegen Aufsteiger Rostock Seawolves mit 95:102. „Das Spiel war bis zum Ende eng. Wir haben es in der Schlussphase allerdings nicht mehr geschafft, die Angriffe der Rostocker zu stoppen, und haben unsere Würfe nicht getroffen.“

Das Spiel verloren haben die Gastgeber aber bereits im dritten Viertel. Gerade einmal zwölf Zähler gelangen den Ludwigsburgern in diesem Spielabschnitt. Jeweils 32 waren es in den beiden Vierteln vor dem Seitenwechsel. „Wir haben in der Halbzeitpause ein paar Veränderungen vorgenommen. Wir haben vor allem die Physis der Ludwigsburger angenommen. Und wir haben viel schneller rotiert, wenn wir es mussten. Endlich haben wir das umgesetzt, was wir eigentlich von Anfang machen wollten“, frohlockte Rostocks Trainer Christian Held am Mikrofon von Magenta-Sport.

Rostock mit 12:0-Lauf nach Pause

Nach einem 7:0-Lauf der Gäste nach dem Seitenwechsel sah sich King frühzeitig im dritten Viertel genötigt, eine Auszeit zu nehmen. Ohne Erfolg. Mit fünf weiteren Zählern in Folge glichen die Rostocker zum 64:64 aus (24. Minute). Selbst leichte Würfe direkt am Brett fallen bei den Ludwigsburgern in dieser Phase nicht mehr. Am Ende der zehn Minuten hatten die Gastgeber lediglich vier ihrer 17 Versuche aus dem Feld getroffen.

Ben Shungu beendete nach vier Minuten und sieben Sekunden endlich die Durststrecke der Gastgeber in diesem Viertel. Und als Jacob Patrick einen Dreier nachlegte, schien die Welt für die Riesen wieder in Ordnung zu sein. Doch weit gefehlt. Mit einem erfolgreichen Wurf von jenseits der 6,75-Meter-Linie zum 72:70 besorgte Tyler Nelson nach gut 26 Minuten – es war einer von drei verwandelten Distanzwürfen von ihm in diesem Viertel – die erste Führung für die Gäste. Zwei Dreier von Jeff Roberson ließen die Ludwigsburger dennoch mit einer 76:74-Führung in die letzte Viertelpause gehen.

Riesen mit Foulproblemen

Im Schlussabschnitt „gingen uns die Körner aus“, analysiert King. Allerdings musste er Center Eddy Edigin und Forward Yorman Polas Bartolo nach deren jeweiligem vierten Foul (31.) vorsichtshalber auf die Bank setzen. Und als JeQuan Lewis nach einem Foul von Shungu bei einem Dreier-Versuch alle seine Freiwürfe zur Rostocker 86:85-Führung verwandelte (35.), nahm das Unheil für die Ludwigsburger seinen Lauf. Zwei Minuten vor dem Ende lagen sie mit 91:97 zurück, rund 60 Sekunden vor der Schlusssirene mit 93:98.

„Dass wir im ersten und zweiten Viertel jeweils 32 Punkte abgegeben haben, in der ganzen zweiten Halbzeit aber nur 31, war der Schlüssel zum Erfolg“, zieht Held als Fazit. Und King ergänzt: „Nach dem Seitenwechsel haben die Rostocker einen Gang hochgeschaltet – vor allem in der Defensive. Sie haben uns überhaupt keine leichten Würfe mehr gegeben.“ Und wenn die Ludwigsburger mal frei zum Abschluss kamen, dann verfehlten sie den Ring deutlich, trafen gerade noch das Brett.

Offensives Feuerwerk

In den ersten 20 Minuten hatten die Ludwigsburger noch ein offensives Feuerwerk abgebrannt. Praktisch egal, von wo sie warfen und ob sie gut verteidigt wurden, der Ball fiel durch den Ring. „Die Ludwigsburger haben uns mit ihrem Pick-and-Roll große Probleme bereitet“, berichtet Held. „Sie spielten mit viel Energie – so, wie man vor allem zu Hause auftreten muss.“   Michael Nachreiner

 
 
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