MHP Riesen Ludwigsburg Riesen müssen eine Extraschicht schieben

Von Michael Nachreiner
Eddy Edigin (Mitte) war bei der 62:82-Niederlage der MHP Riesen in Limoges mit 17 Punkten und acht Rebounds der beste Ludwigsburger. Foto: Archiv/Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Mit einer Machtdemonstration hat Limoges CSP die Play-ins-Serie in der Champions League gegen Ludwigsburg ausgeglichen. Die Franzosen gewannen mit 82:62. Am Mittwoch steigt in der MHP-Arena das entscheidende Spiel drei.

Die MHP Riesen Ludwigsburg reizen in diesem Jahr die Champions-League-Saison voll aus. Nachdem der Basketball-Bundesligist vom Neckar erst den Gruppensieg in der Vorrunde verpasste und die Extrarunde über die Play-ins antreten musste, um sich für die Zwischenrunde der besten 16 Mannschaften zu qualifizieren, muss das Team von Trainer Josh King nun auch in der Best-of-three-Serie gegen Limoges CSP über die volle Distanz gehen. Die Ludwigsburger verloren die zweite Partie in Frankreich am Mittwochabend deutlich mit 62:82. Nun kommt es am nächsten Mittwoch (20 Uhr) in der MHP-Arena zum entscheidenden dritten Spiel.

„Ich hätte heute auch zu Hause bleiben können. Es wäre das selbe Resultat rausgekommen. Die Jungs haben alles selbst gemacht“, erklärt CSP-Trainer Massimo Cancellieri. „Unsere Einstellung war exzellent. Das war heute der ausschlaggebende Punkt.“ Und King ergänzt: „Limoges hat uns heute einfach verprügelt – vor allem auch mit ihren größeren Guard unter dem Korb. Es ist aktuell ein immer wiederkehrendes Thema bei uns: Wir werden genau da geschlagen, wo eigentlich bisher unsere Stärken lagen, in der Physis.“

Die ersten Minuten sahen noch gut aus. Die Gastgeber trafen erst nach sechs Zeigerumdrehungen ihren ersten Wurf aus dem Feld. Die Ludwigsburger führten da schon mit 10:3 und bauten diesen Vorsprung bis auf 15:5 (7.) aus. Doch mit der Auswechslung von Prentiss Hubb kam es zum Bruch im Spiel der Riesen. Es fehlte Bewegung mit und ohne dem Ball, sodass die Ludwigsburger oft schlechte Würfe nahmen. „Limoges hat uns seinen Stil, Basketball zu spielen, aufgezwungen. So langsam zu spielen ist aber nicht unser Ding“, ärgert sich King. Ohne Jeff Roberson (Schulterprobleme) und Isaiah Whitehead (Fußverletzung) fehlten sowieso zwei Optionen in der Offensive.

Angeführt von Nicolas Lang, der eine persönliche Saisonbestmarke von 27 Punkten erzielte, Javontae Hawkins (18 Zähler) und Lucas Ugolin, der vor allem im zweiten Viertel wichtige Würfe traf und am Ende auf zehn Punkte kam, holten die Gastgeber zunächst auf und setzten sich dann peu à peu ab. Bis zum Seitenwechsel machten sie aus dem 5:15-Rückstand eine 40:23-Führung. „Wir hatten ein paar offene Würfe. Die sind nicht gefallen. Das gehört halt auch zum Basketball dazu“, erklärt King.

Viel mehr als über die schlechte Offensive echauffierte sich der Riesen-Coach aber über die lasche Einstellung in der Defensive. Die Gastgeber konnten fast nach Belieben schalten und walten. Der Ball lief flüssig in den Reihen von Limoges, sodass praktisch in jedem Angriff ein guter Abschluss heraussprang. Hawkins war dabei der Dirigent. Lang traf wahlweise von jenseits der Drei-Punkte-Linie oder nutzte seine Körpergröße von 1,96 Metern, um jeweiligen seinen Gegenspieler aufzuposten.

Beim 67:48 hatten die Gastgeber ihren größten Vorsprung herausgeworfen (33.). Doch vor allem Eddy Edigin stemmte sich gegen die drohende Klatsche. Er machte ein sogenanntes Hustle-Play nach dem anderen in der Schlussphase und avancierte so mit 17 Punkten bei einer 100-prozentigen Wurfquote aus dem Feld und acht Rebounds zum besten Ludwigsburger.

 
 
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