MHP Riesen Ludwigsburg Riesen starten ins Ungewisse

Von Manuel Schust
Im Training wird der Teamgeist beschworen: Für die Riesen Ludwigsburg wird es am Mittwoch erstmals im Pokalspiel in Frankfurt ernst. Foto: Sascha Walther/Eibner-Pressefoto

Am Mittwoch steht für die Riesen Ludwigsburg das erste Pflichtspiel der Saison auf dem Programm. Im Pokal gastieren die Barockstädter in Frankfurt.

Mit kurzer Unterbrechung hat John Patrick über zehn Jahre lang als Headcoach die Riesen Ludwigsburg geprägt. Als der Erfolgscoach im vergangenen März von seinen Aufgaben entbunden wurde, endete in der Barockstadt eine Ära. Dem Slogan „Gefürchtet und stolz drauf“ soll nun Cheftrainer Mikko Riipinen neues Leben einhauchen und die Riesen wieder in die Meisterschaftsendrunde führen.

„Ich glaube, dass wir mit Mikko Riipinen als neuen Headcoach unsere Identität bewahren, aber gleichzeitig neue und moderne Inhalte des Basketballs etablieren werden“, erklärte Alexander Reil, 1. Vorsitzender der Riesen, nach der Verpflichtung des 38-Jährigen. Unter dem Schweden soll die Verteidigung weiter das Prunkstück im Spiel der Riesen darstellen. Riipinen will aggressiv und intensiv spielen lassen – an beiden Enden des Feldes.

Der fehlende letzte Härtetest

Die Vorbereitung der Riesen verlief etwas holprig. Dabei spielte weniger eine Rolle, dass Riipinen als schwedischer Nationaltrainer zeitweise nicht vor Ort in Ludwigsburg sein konnte oder die Ergebnisse nicht stimmten. Den Barockstädtern machte vielmehr zu schaffen, dass mit Jonas Wohlfarth-Bottermann, Brandon Tischler, Julis Baumer, Booker Coplin und Neuzugang Elijah Hughes Akteure über Wochen ausfielen oder nur eingeschränkt trainieren und spielen konnten.

Testspielsiege gegen Heidelberg, Crailsheim, Prag und zuletzt Kirchheim lesen sich zwar gut und stehen nur einer Niederlage gegen Antwerpen gegenüber. Aber: „Es hat uns in eine etwas schwierige Situation gebracht, dass ein vereinbartes Testspiel gegen Frankfurt nicht stattfinden konnten“, sagt Riipinen. Eine Partie gegen die Skyliners war ursprünglich fest eingeplant. Doch nachdem Frankfurt als erster Gegner in der Bundesliga und der ersten Pokalrunde feststand, machte ein Vorbereitungsspiel gegen die Mainstädter keinen Sinn mehr. Ein stärkerer Testspielgegner ließ sich so kurzfristig aber nicht mehr organisieren. So tappen die Riesen ein wenig im Dunkeln darüber, wie stark das Team wirklich ist. Das Pokalspiel in Frankfurt am Mittwoch (18.30 Uhr) gleicht für die Barockstädter einer Premiere ohne echte Generalprobe. „Frankfurt hat viele gute neue Spieler und einen sehr erfahrenen Trainer“, weiß Riipinen zu berichten. „Es wird ein hartes Spiel für uns in ihrer Heimstätte. Egal wie gut wir gegen Heidelberg in der Vorbereitung gespielt haben, wir wissen, dass wir in Frankfurt unser bislang bestes Spiel abliefern müssen.“

Die Riesen gehen mit einem bewährten Gerüst an einheimischen Spielern in die Saison. Yorman Polas Bartolo ist mit 40 Jahren der älteste Spieler der Liga und Jonas Wohlfarth-Bottermann kommt auf 450 Einsätze in der BBL. In der Vorbereitung trumpfte Lenny Anigbata groß auf. Es ist zu erwarten, dass der 20-Jährige auch im Ligaalltag eine größere Rolle einnehmen wird.

Vielversprechende Neuzugänge

Die Neuzugänge aus Übersee wussten in der Vorbereitung zu gefallen. Spielmacher Stefan Smith wurde als Wunschspieler aus der französischen Liga verpflichtet und bewies mehrfach seine Scoringqualitäten. Neben Smith verfügen die Ludwigsburger mit Tray Buchanan über einen zweiten Guard, der sich seinen eigenen Wurf kreieren und in Bedrängnis abschließen kann.

Unter den Körben konnte sich Keeshawn Kellman mit seiner Physis gut durchsetzen. Der 25-jährige Amerikaner kommt direkt vom College und wurde als einziger Neuzugang mit einem Zwei-Jahresvertrag ausgestattet. Auch der Senegalese Babacar Sane bringt bislang keine Erfahrung in Europa mit, dafür aber viel Athletik und Geschwindigkeit.

Als X-Faktor könnte sich Elijah Hughes erweisen. Der vielseitige Small Forward hat 54 Spiele in der nordamerikanischen Profiliga NBA absolviert und will sich nun in Europa beweisen. „Elijah versteht, dass der europäische Basketball anders ist und er sich erst anpassen muss“, betont Riipinen. „Aber er ist willens zuzuhören und zu lernen.“ Ein Fragezeichen steht hinter dem sechsten Ausländer im Kader. Booker Coplin konnte in der Vorbereitung kein Testspiel bestreiten, da ihm der Fuß, den er sich im Frühjahr gebrochen hatte, noch immer Probleme bereitet. Ein Einsatz des Ex-Frankfurters beim Pokalspiel gilt als unwahrscheinlich.

 
 
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