Nachdem der Spielplan für die MHP Riesen zu Saisonbeginn von vielen unregelmäßigen Terminen gespickt gewesen ist, stehen rund um Weihnachten und Neujahr gleich vier Ligapartien binnen 12 Tagen auf dem Programm der Ludwigsburger Basketballer. Den Anfang machte am Montagabend das Heimspiel gegen Rasta Vechta.
MHP Riesen Ludwigsburg Riesen verspielen 18-Punkte-Führung
Obwohl die MHP Riesen klar auf Siegkurs sind und mit 18 Punkten führen, verlieren sie das Heimspiel gegen Rasta Vechta noch mit 80:86.
Gegen die Niedersachsen mussten die Ludwigsburger auf den weiterhin verletzten Toms Skuja und den gesperrten Babacar Sane verzichten. Während Skuja weiter an einer Oberschenkelverletzung laboriert, die er sich in der Länderspielpause bei der lettischen Auswahl zugezogen hat, wurde Sane nach einem disqualifizierenden Foul beim Auswärtsspiel in Rostock von der Liga für zwei Spiele gesperrt. Bei den Gästen fehlte mit Tommy Kuhse ein Spieler, der 2023 zwölf Partien für Ludwigsburg absolviert hatte. Direkt nach dem Sprungball musste auch Tibor Pleiß verletzt aufgeben. Der 109-fache deutsche Nationalspieler hatte sich erst Anfang Dezember Vechta angeschlossen.
Buchanan und Hughes drehen auf
Temporeich starteten die Ludwigsburger in die Partie vor 4000 Zuschauern in der ausverkauften MHP Arena. Nach einem Dreipunktewurf von Elijah Hughes und einem Korbleger von Trey Buchanan führten die Barockstädter schnell mit 5:0. Doch das hohe Spieltempo, das die Riesen an den Tag legten, sorgte auch für einige unnötige Ballverluste in der Anfangsphase. Die Gäste kamen auch durch einige Ludwigsburger Fouls zu vielen einfachen Punkten an der Freiwurflinie. Aber die Riesen hatten mit Trey Buchanan den Spieler des ersten Viertels in ihren Reihen. Der quirlige Guard mit der schnellen, unorthodoxen Wurfbewegung war von der Verteidigung Vechtas nicht zu kontrollieren. 14 der 21 Ludwigsburger Punkte erzielte Buchanan im Alleingang in den ersten zehn Minuten – und damit sogar einen Zähler mehr als die gesamte Mannschaft von Rasta Vechta.
Im zweiten Viertel kam Vechta nach der Hereinnahme von Booker Coplin, der Anfang der Saison noch das Ludwigsburger Trikot getragen hatte, etwas heran (21:17). Doch wieder war es ein Spieler in Reihen der Hausherren, der die Kontrolle über das Offensivspiel übernehmen sollte. Jetzt wurde Elijah Hughes zum Aktivposten bei den Gelb-Schwarzen. Der Small Forward netzte im zweiten Abschnitt drei Dreipunktewürfe hintereinander ein und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Riesen ihre Führung zwischenzeitlich auf bis zu 18 Punkten ausbauen konnten (44:26). Noch vor der Pause konnten die Gäste sich durch einen Distanzwurf von Tevin Brown wieder etwas herankämpfen (46:34).
Nach dem Seitenwechsel ließ sich Vechta dank Dreipunktewürfen von Verge Jr. und Brown nicht weiter abschütteln. Malcolm Dandridge verkürzte mit einem Korbleger auf 52:44. Riesen-Trainer Mikko Riipinen zitierte seine Mannschaft direkt zu einer Auszeit – und diese baute mit sechs Punkten in Serie die Führung wieder aus. Doch Vechta blieb durch drei eingenetzte Dreipunktewürfe von Philipp Herkenhoff weiter dran (66:59).
Ladehemmung im Schlussviertel
Ins Schlussviertel startete Rasta durch einen Dreier von Tevin Brown. Die Riesen punkteten nur noch von der Freiwurflinie und verlegten nun selbst die leichtesten Korbleger. Zunächst besorgte TJ Bamba für die Gäste den Ausgleich (71:71). Und vier Minuten vor Ende brachte ausgerechnet Ex-Riese Booker Coplin die Niedersachsen erstmals in Führung. Symptomatisch für den Spielverlauf traf Tevin Brown einen Dreipunktewurf trotz Foul und brachte durch ein sogenanntes Vier-Punkte-Spiel Rasta in Front (73:77). Nach unfassbaren zehn Minuten ohne erzielten Feldkorb erlöste Elijah Hughes die Riesen zwar mit einem Korbleger. Doch anschließend traf Vechta von der Freiwurflinie sicher und führte nach einem kraftvollen Dunk von Malcolm Dandridge kurz vor Schluss plötzlich mit zehn Punkten. (75:85). Eine späte Aufholjagd sollte den Riesen nicht mehr gelingen. Und so gingen die Schützlinge von Mikko Riipinen – ähnlich wie in der Vorwoche in Rostock – nach einer hohen Führung doch noch als Verlierer vom Feld.
„Vechta hat verdient gewonnen und das Spiel auf eindrucksvolle Weise gedreht“, betonte Riesen-Trainer Riipinen nach der dritten Niederlage in Folge. „Uns fehlt es einfach an Konstanz. Wir erreichen zunächst ein hohes Level und fallen dann aber völlig auseinander. Es ist wirklich frustrierend. Es ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass wir konstanter spielen. Daher ist es meine Schuld, dass wir dieses Spiel verloren haben.“
Bereits am kommenden Samstag (20 Uhr) ist Aufsteiger Jena zu Gast bei den Riesen.
