MHP Riesen Ludwigsburg Riesen wanken zwar, aber fallen nicht

Von Manuel Schust
Trey Buchanan (rechts) setzte in der Schlussphase des Spiels die entscheidenden Akzente. Foto: Hansjürgen Britsch/Baumann

Trotz 20-Punkte-Führung wird es am Ende nochmal spannend beim Heimspiel gegen Aufsteiger Jena. Doch im Schlussspurt siegen die Ludwigsburger mit 91:82 (45:29).

Nachdem die MHP Riesen in den letzten beiden Spielen hohe zweistellige Führungen noch verspielt hatten, sollte es auch beim Heimspiel gegen Aufsteiger Jena am Ende nochmal eng werden. Trotz zwischenzeitlichem Vorsprung von 20 Punkten glich Science City Jena die Partie 86 Sekunden vor dem Ende aus. Doch diesmal ließen sich die Ludwigsburger Basketballer den Sieg nicht mehr aus der Hand nehmen und gewannen dank eines 9:0-Schlussspurts mit 91:82.

Ludwigsburg legt Blitzstart hin

In der zum fünften Mal in Folge ausverkauften MHP Arena erwischten die Barockstädter einen guten Start. Zwar erzielten die Gäste durch Eric Washington die ersten Zähler der Partie. Doch anschließend fanden die Riesen gute Antworten auf die aggressive Zonen-Verteidigung der Thüringer. Das Doppeln von Jena zeigte kaum Wirkung, weil die Riesen den Ball gut und geduldig in den eigenen Reihen zirkulieren ließen und neun Punkte in Serie erzielen konnten. Eric Washington hielt Jena in den ersten Minuten praktisch im Alleingang im Spiel. Doch dann versenkten die Riesen drei Dreier durch Elijah Hughes und Brandon Tischler und setzen sich wieder deutlich ab (20:11). Angetrieben von Trey Buchanan, der trotz Foul einen Dreipunktewurf versenkte und anschließend auch noch den Bonus-Freiwurf einnetzte, bauten die Ludwigsburger ihre Führung bereits im ersten Viertel in den zweistelligen Bereich aus (29:19).

Zu Beginn der zweiten zehn Minuten gelang es den Gästen zwar den Offensivdrang der Riesen etwas zu bremsen. Doch von jenseits der 6,75 Meter sollte der Korb für Jena wie vernagelt bleiben. Nur einen ihrer 14 Dreipunktewürfe sollten die Gäste in der ersten Halbzeit einnetzen können. Ganz anders die Riesen: Acht von 18 Dreipunkteversuche der Barockstädter fanden ihr Ziel. Die Riesen ließen sich von der weiter praktizierten Zonen-Verteidigung Jenas nicht aus der Ruhe bringen und fanden oft genau die richtigen Lücken. Bis zur Halbzeit betrug der Vorsprung der Riesen komfortable 13 Zähler (45:29).

Auch in Durchgang zwei sah es zunächst danach aus, als würde es ein souveräner Heimsieg für die Gelb-Schwarzen werden. Stefan Smith stellte in der 23. Spielminute durch einen Mitteldistanzwurf die Führung erstmals auf 20 Zähler (53:33). Doch Jena ließ nicht locker und kämpfte sich Angriff für Angriff zurück in die Partie.

Beinahe ein Déjà-vu-Erlebnis

Als die Thüringer dann im Schlussviertel auch endlich ihre Distanzwürfe trafen, kamen sie in großen Schritten den Ludwigsburgern immer näher. Die Riesen verloren in der Offensive komplett ihren Rhythmus und wirkten einige Zeit recht verunsichert. Als Jenas überragender Spielmacher Eric Washington eineinhalb Minuten vor Spielende den kaum noch für möglich gehaltenen Ausgleich durch einen Dreier besorgte (82:82), wankten die Riesen für einen Augenblick. Doch dann nahm Trey Buchanan sich ein Herz und netzte im direkten Gegenangriff selbst einen Distanzwurf ein. Ein Anspiel des quirligen Guards verwertete Keeshawn Kellman unter dem Korb. Anschließend sicherte Buchanan den Riesen den 91:82-Heimsieg an der Freiwurflinie.

„Das Spiel war eine Achterbahnfahrt“, resümierte Riesen-Trainer Mikko Riipinen nach der Partie. „Wir haben heute über 30 Minuten wirklich guten Basketball gespielt. Danach kam ein Abschnitt im Spiel, in dem wir ein, zwei Fehler gemacht und uns recht unerfahren gezeigt haben. Dann kam Jena zurück ins Spiel. Doch wir haben aus den vorherigen Spielen gelernt, wie wir mit einer solche Situation umgehen müssen. Wir haben es dann einfach gehalten und das hat uns das Spiel gewonnen.“

Schon am Montag (18.30 Uhr) sind die Ludwigsburger zu Gast bei Alba Berlin.  

 
 
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