MHP Riesen Ludwigsburg verlieren gegen Dinamo Sassari Mittelmeer-Luft bekommt Patrick-Team nicht

Von Andreas Eberle
Justin Simon avancierte auf Sardinien mit 26 Punkten zum Top­scorer.⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Ludwigsburg kassiert auf Sardinien die erste Champions-League-Niederlage.

 Basketball verkehrt auf der Insel: Die MHP Riesen Ludwigsburg, die mit drei Siegen im Gepäck nach Sardinien gereist waren, enttäuschten am Montagabend gegen Dinamo Sassari eine Hälfte lang auf der ganzen Linie. Die Quittung für den Larifari-Auftritt bis zur Pause war mit dem 75:82 die erste Niederlage in der Basketball Champions League (BCL). Der italienische Klub feierte dagegen ausgerechnet gegen den Spitzenreiter der Gruppe A ein erstes Erfolgserlebnis und wahrte so seine Minichance aufs Weiterkommen. Die ersten drei Duelle hatte Dinamo verloren.

Den Riesen schien die Mittelmeer-Luft nicht bekommen zu sein. Sie waren nicht wiederzuerkennen und weit entfernt von ihrer Normalform. Ein nachlässiges Defensivverhalten, Unkonzentriertheiten, Ballverluste und schlechte Würfe prägten ihren Auftritt. „Wir machen gar nichts“, schimpfte Trainer John Patrick bei der ersten Auszeit, die er bereits in der fünften Minute beim Stand von 11:2 nahm. Doch es blieb zäh. Nur acht Zähler brachte der Favorit im ersten Viertel zustande. Die ebenfalls nicht besonders treffsicheren Sarden schafften immerhin 18, so dass sie mit einem Zehn-Punkte-Polster in den zweiten Durchgang gingen.

Trainer appelliert an Einstellung

Auch dort blieben die Trefferquoten für Riesen-Verhältnisse weit unterdurchschnittlich. Speziell Point Guard Jonah Radebaugh gelang diesmal fast nichts. Mit einem 27:36 verabschiedeten sich die Barockstädter in die Halbzeit. „So, wie wir spielen, können wir froh sein, dass wir nur mit neun Punkten zurückliegen“, sagte Patrick im Live-Interview mit dem Champions-League-eigenen Sender. „Wir müssen alles ändern, angefangen mit der Einstellung.“

Offenbar hatten ihm die Profis in der Kabine gut zugehört. Denn in der zweiten Hälfte schienen die Gäste wie ausgewechselt und zeigten ihr wahres Gesicht. Mit einem 13:0-Lauf zum 40:36 (24.) riss Ludwigsburg sofort die Führung an sich. Vor allem Justin Simon war jetzt nicht mehr zu stoppen – der US-Amerikaner avancierte letztlich mit 26 Zählern zum Topscorer des Abends.

Beide Teams lieferten sich nun ein enges Duell, das endlich auch internationales Niveau erreichte. Die Italiener wankten, fielen aber nicht. Mit viel Einsatz holte sich Sassari die Führung zurück. Als Routinier Tremmell Darden in der vorletzten Minute für die Schwaben auf 73:76 verkürzte, schien für sie noch als möglich. Doch zwei Dreier von David Logan und Tyus Battle in der Crunchtime besiegelten die erste Ludwigsburger Niederlage im laufenden Wettbewerb.

„Wir müssen aus diesem Spiel lernen und weiterarbeiten“, sagte Topscorer Simon. Bis zum nächsten Spiel ist nun aber erst mal eine Wettkampfpause angesagt: Erst am 20. November sind die Riesen wieder im Einsatz – beim Bundesliga-Duell in Braunschweig.

 
 
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