MHP Riesen Ludwigsburg Viele Highlights und mehr Emotionen

Von Niklas Braiger
Ein Monster unter dem Korb: Keeshawn Kellman (in gelb) überragt ganz Heidelberg. Foto: /Oliver Bürkle

Die MHP Riesen Ludwigsburg haben wohl noch Pyrotechnik von Silvester über und zünden ein Feuerwerk beim Derby gegen Heidelberg. Dabei lassen sie Spektakel nicht vermissen.

Dreier mit der Sirene, Monsterblocks und Dunkings über mehrere Gegenspieler hinweg. Die MHP Riesen Ludwigsburg lassen die Schmach gegen Alba Berlin beim Derby gegen die MLP Academics Heidelberg schnell vergessen. Am vergangenen Dienstag hagelte es ein 47:80-Debakel in der Hauptstadt, zum Jahresauftakt für die Barockstädter beim Baden-Württemberg-Derby gegen die Kurpfälzer ist von dieser Leistung aber kaum mehr etwas zu sehen. Schon zu Halbzeit haben sie mehr Punkte erzielt, als im gesamten Berlin-Spiel (49), am Ende gewinnen sie mit 89:73.

Höhepunkte am Fließband

Vor allem die Art und Weise ist dabei beachtlich. Offensiv liefern die Riesen gerade zu Beginn Highlight nach Highlight. Keeshawn Kellman sorgt per Dunking für die ersten Punkte, Elijah Hughes, der nach einem kurzen Schreckmoment gegen Alba verletzt raus musste, zeigt mit einem verwandelten Dreier, dass er nicht gehemmt ist. Auch Toms Skuja kehrt nach über einem Monat in der fünften Minute wieder aufs Parkett zurück. Zwar findet Heidelberg nach einem schleppenden Start besser in die Partie und schnuppert beim 10:14 kurz vor der ersten Viertelpause wieder am Ausgleich, dann ist es aber ein viertelübergreifender 8:0-Lauf, der ihnen die Luft aus den Segeln nimmt.

Gekrönt wird dieser erneut von Kellman, der Bruchteile vor der Sirene mit einem Poster-Dunk über zwei Gegenspieler hinüber das 20:10 erzielt. „Wir wollen den Fans zeigen, wie sehr wir sie schätzen und das geht am besten, wenn man alles reinhaut“, erklärt Coach Mikko Riipinen nach der Partie und ergänzt: „Wir haben einige Spieler, die sehr athletisch und ‚flashy’ spielen. Das ist ihr Spiel, ich erwarte, das jeder er selbst ist.“ Auch nach der Pause terrorisiert der Center die Gäste, die sich zudem immer wieder unnötige Ballverluste erlauben. Zur Pause haben sie bereits acht Turnover, die Riesen nur drei Stück.

Wie schon im ersten Abschnitt kommen die Heidelberger aber auch im zweiten kurzzeitig wieder heran, nach dem 22:18 aus Ludwigsburger Sicht sieht sich Coach Mikko Riipinen zu einer Auszeit gezwungen – und die wirkt. Skuja versenkt prompt einen Dreier, im Anschluss werden die Emotionen immer heißer. Damariae Horne rennt gleich zwei Mal Jonas Wohlfarth-Bottermann über den Haufen und bekommt dafür ein Foul abgepfiffen, im Anschluss entwickelt sich ein kleiner Tumult unter dem Korb.

Sane mit dem Buzzer

Die Schiedsrichter sind auch aufgrund dessen nun immer wieder im Mittelpunkt, glänzen zwar nicht immer, haben das Spielgeschehen aber weitestgehend im Griff. Von den MLP-Mindgames sind die Riesen nur kurz beeindruckt. Von 26:25 setzen sie sich wieder auf 39:28 ab, Sane netzt mit der Halbzeitsirene erneut einen Dreier, mit 49:37 geht es in die Kabine.

Auch nach dem Seitenwechsel machen es die Hausherren offensiv gut, die Kurpfälzer wirken mehr und mehr frustriert, Eric Reed II wird nach einem vergehen zusätzlich mit einem Technischen Foul für Meckerei bestraft (24.). Die Freiwürfe verwandelt Elijah Hughes sicher zum 56:43. Unmittelbar danach zieht Gäste-Coach Danny Jansson auch die Auszeit, mit der Spielweise ist der Trainer nicht zufrieden. Die versandet allerdings, Heidelberg findet im Angriff kaum statt und meist nur über Freiwürfe zum Erfolg.

Immer wieder Sane im Fokus

Beim 69:53 geht es in die letzte Pause des Spiels, aus der ausnahmsweise die Heidelberger stärker kommen. Nur drei Punkte gelingen den Ludwigsburgern in den ersten vier Minuten, die Academics kommen auf 59:72 heran, doch das schütteln die Riesen schnell wieder ab. Die Emotionen kochen fünf Minuten vor Schluss noch einmal hoch, als Sane bei einem spektakulären Dunk-Versuch den unter dem Korb stehenden Osun Osunniyi umräumt und hart mit dem Ellenbogen im Gesicht erwischt. Die Unparteiischen entscheiden am Ende auf Fouls auf beiden Seiten, Blocking gegen Osunniyi und ein unsportliches gegen Sane.

Es bleibt weiterhin hitzig, die Gäste arbeiten sich zwar noch einmal etwas in die Partie zurück, werden dem komfortablen Polster der Riesen aber nie ernsthaft gefährlich. Angeführt von Sane, der am Ende mit 21 Punkten Ludwigsburger Top-Scorer wird, bringen die Gastgeber das Spiel über 82:67 zwei Minuten vor Schluss am Ende mit 89:73 ins Ziel.

 
 
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