MHP Riesen schlagen auch Frankfurt Jacob Patrick schreibt Geschichte

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Der 16-jährige Jacob Patrick ist seit Dienstag der jüngste Scorer der BBL. Im Hintergrund verfolgt Vater und Trainer John Patrick einen seiner Würfe. ⇥ Foto: Tilo Wiedensohler

Der Riesen-Youngster erzielt beim 80:77-Arbeitssieg im Finalturnier gegen Frankfurt acht Punkte und ist nun der jüngste Bundesliga-Scorer. Marcos Knight reißt nach der Pause das Zepter an sich.

16 Jahre, sechs Monate, 19 Tage – so alt ist seit Dienstag der jüngste Scorer der Basketball-Bundesliga. Dabei handelt es sich um Jacob Patrick, den Youngster der MHP Riesen Ludwigsburg. Gegen die Fraport Skyliners Frankfurt traf der Sohn von Trainer John Patrick beim Stand von 25:24 in der 14. Minute von außen aus der Distanz und verewigte sich damit in den BBL-Annalen. Kurz darauf ließ er gar noch einen weiteren Dreier folgen. Letztlich steuerte er acht Zähler zum 80:77-Erfolg bei.

„Das ist nebenbei etwas Schönes“, sagte Jacob Patrick im Halbzeit-Interview mit Magenta-Sport über seinen Eintrag in die BBL- Annalen. Wichtiger ist ihm beim Finalturnier in München aber offenbar die Wettkampfpraxis. „Ich freue mich einfach, dass ich in der Mannschaft spielen darf und ihr auch offensiv helfen kann“, stellte der Gymnasiast fest. „Er hat viel Potenzial und hat heute sehr gut gespielt. Das freut mich für ihn“, lobte Marcos Knight, mit 25 Punkten Ludwigsburgs Topscorer, den Senkrechtstarter.

Mit dem Arbeitssieg gegen Frankfurt haben die Riesen auch ihr zweites Duell in der Gruppe B gewonnen und können nun gelassen in die Partien gegen Bamberg (Donnerstag) und Berlin (Montag/jeweils 20.30 Uhr) gehen. Der Einzug ins Viertelfinale ist bereits so gut wie sicher.

Abgesehen von Jacob Patricks historischer Sternstunde bot das Kräftemessen mit den Skyliners noch viel Stoff für weitere Geschichten. Da war zum Beispiel das Turnier-Debüt von Jaleen Smith. Der 25-jährige US-Amerikaner war nach einer längst auskurierten Corona-Infektion zunächst noch isoliert in Ludwigsburg geblieben. Erst nach mehreren Tests und der Gewissheit, dass er nicht mehr ansteckend ist, reiste er am frühen Montagmorgen nach München und stieß zum Kader. Er habe von der Infektion gar nichts mitbekommen, verriet Smith kurz vor seinem ersten Einsatz an der Isar.

Der Point Guard ersetzte Neuzugang Teyvon Myers in der Rotation der Schwaben. Während seinen Mitspielern das Duell vom Sonntag gegen Vechta noch in den Knochen steckte, wirkte Smith ausgeruht, frisch und spritzig. Coach Patrick gönnte ihm rund 34 Minuten Spielzeit, die der Rückkehrer zu 15 Zählern und sechs Rebounds nutzte. Nur Nick Weiler-Babb war mit fast 36 Minuten noch länger auf dem Feld.

Der Mann des Abends war aber Knight. Dem 30-jährigen Kraftpaket aus den USA glückte in der ersten Hälfte zwar nur wenig. Doch nach der Pause traf er dann alles, was er wollte, und zog die Teamkollegen mit seiner Energie mit. Das Kontrastprogramm zeigte Landsmann Thomas Wimbush, der gegen Vechta mit 24 Zählern noch der beste Riesen-Punktesammler gewesen war. Drei Dreierversuche, ein Wurf aus der Nahdistanz, zwei Freiwürfe, aber null Punkte lautete diesmal seine Schreckensbilanz. Ein gebrauchter Tag für den Flügelspieler.

30-minütige Abwehrschlacht

Über drei Viertel war es die erwartete Abwehrschlacht, Defensive war Trumpf. Die Angriffsleistung ließ bei beiden Klubs dagegen zu wünschen übrig. Kein Team konnte sich wirklich absetzen. Bei den Hessen, die schon während der abgebrochenen regulären Runde das schwächste Offensivteam waren, setzten nur vier Profis Akzente: Dauerbrenner Quantez Robertson (17 Punkte), Akeem Vargas (15) sowie die Neuzugänge Yorman Polas Bartolo (16) und Gytis Masiulis (12).

In den letzten zehn Minuten ging es dann plötzlich rund im Audi-Dome. Nun überboten sich beide Mannschaften mit gelungenen Offensivaktionen und glänzten mit starken Trefferquoten. In der „Crunchtime“ hatten die Riesen das glücklichere Ende für sich – und mit Knight den überragenden Korbjäger auf dem Feld. „Ich versuche das Team zu führen und dafür zu sorgen, dass wir den Fokus bewahren und an unserem Gameplan festhalten“, beschrieb der Matchwinner nach dem zweiten Turniersieg seine Rolle.

 
 
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