Modellbörse Sersheim Dampfmaschinen sind der neue Trend

Von Michaela Glemser
Für 845 Euro bot Michael Kost seine Märklin-Lok V 200, Spur 1 auf der Sersheimer Modellbörse an. Foto: /Martin Kalb

Rund 60 Aussteller ziehen Besuchermassen aus der gesamten Region nach Sersheim.

Schon lange vor der Eröffnung der Modellbörse hatte sich eine lange Warteschlange von begeisterten Sammlern aus der ganzen Region vor der Sport- und Kulturhalle in der Mettertalgemeinde gebildet. „Wir erwarten heute rund 1000 Besucher, die an den Ständen der 60 Aussteller stöbern können. Gerade das Interesse an Dampfmaschinen ist in den vergangenen Jahren wieder gestiegen“, sagte Peter Renno vom Modell-Club Sersheim.

Um dieses gesteigerte Interesse zu bedienen, war Stefan Schuchmann aus Sulzfeld erstmals auf der Modellbörse in Sersheim vertreten. „Ich habe Dampfmaschinen-Modelle aus Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre mitgebracht, aber auch moderne Anlagen“, erläuterte Schuchmann die kleinen Maschinen, die mit Trockentreibstoff angeheizt werden, anschließend ordentlich Dampf produzieren und unterschiedliche Werkzeuge oder Handwerker antreiben können. „Die Sammler bauen sich daraus auf Holzplatten ganze Werkstätten mit Antriebsriemen und Transmissionen“, so Schuchmann.

Liebhaberei zu Blecheisenbahnen

Das Gros der Ausstellungsstücke waren aber Zubehörteile für Eisenbahnanlagen mit analoger oder digitaler Steuerung. „Die Liebhaberei zu Blecheisenbahnen kommt auf. Wir haben Testgleise aufgebaut, auf denen die Besucher ihre Wunschobjekte ausprobieren können“, sagt Organisator Renno.

Auch Eduard Czotscher hatte gerade eine neue Lokomotive aus den 1930er Jahren für seine Anlage zuhause erstanden. „Ich sammele seit 40 Jahren. Leider haben meine Enkel kein Interesse an meinem Hobby. Aber so geht es inzwischen vielen Sammlern. Es fehlt der Nachwuchs“, stellte der Löchgauer fest.

Börse genießt guten Ruf

Dass die Sersheimer Modell-Börse einen sehr guten Ruf genießt, bestätigte ein Besucher, der extra aus Ulm angereist war und seinem Namen nicht nennen wollte. „Ich interessiere mich vor allem für Märklin-Eisenbahnen und bin gespannt, ob ich heute die eine oder andere Rarität finde“, so der Sammler aus Ulm. Die Preisspanne der Ausstellungsstücke war enorm und reichte von kleinen Waggons für zwei bis fünf Euro bis zu teuren Objekten im drei- und vierstelligen Bereich. Auch Modellautos und Puppen oder andere Spielzeuge konnten die Sammler an den Ständen erwerben.

„Wir haben bei der Modell-Börse alle Größen von Sammlerobjekten im Angebot, bei den Eisenbahnen von der Minivariante bis zur Spur 1 der Garteneisenbahnen“, so Renno. Es sei zudem gelungen, Aussteller, die alters- oder krankheitsbedingt absagen mussten, durch andere Aussteller zu ersetzen“.  Michaela Glemser

 
 
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