Moderne Versorgung für Ingersheimer Neubaugebiet Nahwärme für In den Beeten II

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Der potenzielle Standort für die neue Heizzentrale beim Sportplatz der Schillerschule in Ingersheim. ⇥ Foto: Martin Kalb

Der Gemeinderat lässt Varianten einer zukunftsträchtigen Wärmeversorgung prüfen. Es gibt einen Favoriten.

„Es geht darum, Ingersheim gut für die Zukunft aufzustellen“, sagte Bürgermeisterin Simone Lehnert in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Das Neubaugebiet In den Beeten II werde lange das letzte Bauvorhaben in dieser Größe sein. Deshalb habe man das Fachplanungsbüro IBS Ingenieurgesellschaft aus Bietigheim-Bissingen beauftragt, verschiedene Möglichkeiten zu untersuchen, das Neubaugebiet mit einer zukunftsträchtigen und wirtschaftlichen Nahwärmeversorgung auszustatten.

Kosten: 981 000 Euro

IBS-Geschäftsführer Gerhard David erläuterte dem Rat die Konzeption zur Wärmeversorgung. Darin wurden drei Varianten miteinander verglichen. Außerdem wurde auch der Heizkostenvergleich zu Einzelheizungen mit Wärmepumpen gegenüber der dritten Variante dargestellt. Variante 1 und Variante 2 wurden als Versorgungsanlagen direkt im Neubaugebiet konzipiert, bestehend aus Erdgas-Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Gaskessel und Wärmespeicher, in der Variante 2 zusätzlich mit Pelletkessel. Für Variante 3 wurde als möglicher Standort der Sportplatz bei der Schillerschule gewählt.

Neben Erdgas-BHKW, Gaskessel und Wärmespeicher soll hier eine Anbindung an die vorhandene Pelletheizung der Schule stattfinden. Eine Transportleitung bis zum Neubaugebiet soll außerdem zusätzlich private Anschlüsse im Bestand möglich machen. Für die dritte Variante kämen auch staatliche Förderungen in Frage. In der Bewertung der Varianten kam das Büro IBS zu dem Ergebnis, dass Variante 3 bei den Wärmepreisen und Anschlusskosten am besten abschneide. Die Nettoinvestitionskosten von 981 000 Euro gehen allein von den Grundstücken aus, die im Eigentum der Gemeinde sind. Die Verwaltung sieht vor, die Veräußerung der Grundstücke mit einer Anschlusspflicht an die vorgestellte Wärmeversorgung zu koppeln. Dadurch würden diese Kosten auf die Erwerber umgelegt. Je mehr freiwillige private Anschlüsse an die Wärmeversorgung es darüber hinaus gibt, umso günstiger würden die Anschlusskosten werden.

Hilde Grabenstein (SPD) sprach sich für die Variante 3 aus, während Karl Seitz (FWV) Bedenken wegen der Pellets äußerte und stattdessen für eine Nutzung von Holzhackschnitzelanlagen plädierte. Gerhard David informierte, dass die Pellets regional angeliefert werden. Bürgermeisterin Lehnert verwies auf die Schulheizungsanlage, die sich bewährt habe. Während Irene Betsch (CDU) noch den Standort am Sportplatz näher untersucht haben wollte, sprach sich Hanne Hallmann (FWV) für die Variante 2 aus. Thorsten Majer (SPD) hielt die Variante 3 für „die beste Mischung aller Pluspunkte“, die auch die größte Attraktivität für die Nutzer hätte: „Je mehr Leute mitmachen, desto wirtschaftlicher wird es.“

Variante 3 ist der Favorit

Auch Christoph Leibrecht (FDP) sah die Variante 3 als die attraktivste an. Karin Zimmer (WIR) stellte die Frage nach Wartung und die Kosten dafür. Laut Gerhard David von IBS solle nicht die Gemeinde der Betreiber sein, sondern ein externer Anlagenbetreiber. Bürgermeisterin Lehnert erklärte, dass es dafür eine Ausschreibung geben würde. Die Verwaltung präferierte die Variante 3, da sie nicht nur eine wirtschaftliche und zukunftsorientierte Wärmeversorgung darstelle, sondern auch den Grundstein für weitere Erschließungen von Bestandsgebieten lege: „Das ist was richtig Schwäbisches, direkt aus der Nachbarschaft kommt meine Wärme“, so Lehnert. Bei fünf Enthaltungen wurde die Variante 3 als weitere Planungsgrundlage beschlossen. ⇥

 
 
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