Rathaus-Sanierung in Freudental Moderne Verwaltung in altem Gemäuer

Von Uwe Deecke
Für rund 2,28 Millionen Euro wird das Freudentaler Rathaus saniert. Äußerlich werden die Fenster im ersten Stock wieder in den Originalzustand versetzt und bekommen wieder Klappläden, im Innern wird viel moderne Technik verbaut.⇥ Grafik: Architekturbüro Klaus Eggler

Der Gemeinderat fasste nach langer Vorplanung den Bau- und Ausschreibungsbeschluss für die Sanierung des denkmalgeschützten Rathauses.

Das Freudentaler Gebäude aus dem Jahr 1810 hat eine lange Geschichte als „Prinzenbau“ am Schloss und wurde von König Friedrich von Württemberg für die Angehörigen des schwäbischen Königshauses erstellt. Nach vielen Absprachen mit der Denkmalschutzbehörde soll das äußere Erscheinungsbild bleiben, innen soll es nach den Planungen ausreichend Platz für eine moderne Verwaltung geben.

Verwaltung in Freudental verteilt

Schon jetzt sei ein Teil des Rathauses bereits umgezogen in die Gartenstraße 1, die im Eigentum der Gemeinde ist, erklärte Bürgermeister Alexander Fleig im Gemeinderat. Das Hauptamt, das Standesamt und das Bürgerbüro sind jetzt schon dorthin ausgelagert. Im nächsten Jahr werden auch der Bürgermeister und das Bauamt dorthin umziehen, während die Kämmerei in die frühere Filiale der Kreissparkasse kommt.

Dann könnte es losgehen mit den Arbeiten, die nun ausgeschrieben werden und anschließend beauftragt werden können. Unterm Strich wird mit Kosten von rund 2,28 Millionen Euro gerechnet, 100 000 Euro mehr als bei der letzten Kostenschätzung. Zuschüsse kommen in Höhe von 1,2 Millionen Euro von der Ortskernsanierung sowie dem Ausgleichsstock. Auch zwei alte Bausparverträge könnten 600 000 Euro für die Sanierung beisteuern.

Architekt Klaus Eggler stellte die aktuelle und mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmte Planung auf der Sitzung nochmals im Detail vor. Inzwischen ist die Baugenehmigung erteilt worden, und auch das Änderungsbaugesuch wurde im März genehmigt. Es sieht vor, den Ratssaal im ersten Stock zu belassen und moderne Büros im Erdgeschoss anzusiedeln. Im ersten Stock soll es ebenfalls neue Räume geben, die über einen Aufzug barrierefrei erreichbar sind. Einbezogen in die Planung wurden die alten Räumlichkeiten der Feuerwehr und des DRK mit eigenem Zugang zum Rathausplatz. Dort sollen dann für öffentliche Veranstaltungen auch Toiletten erreichbar sein.

Sanierung mit Denkmalamt abgestimmt

Ausführliche Gespräche mit dem Landesdenkmalamt gab es im Vorfeld, das beim historischen Gebäude eingebunden werden musste. So werden die Fenster im ersten Stock wieder in den Originalzustand versetzt und bekommen wieder Klappläden. Dahinter gibt es eine neue Verglasung, ein neues Heizsystem mit Anschluss an das Nahwärmenetz, Wärme- und Schallschutz sowie eine verbesserte Akustik im Sitzungssaal. Funktionsräume und der Sozialraum sollen dann unterm Dach untergebracht werden.

Solaranlage genehmigt

Nach vielen Bemühungen bei der Denkmalschutzbehörde sei nun auch eine Solaranlage auf der Rückseite des Gebäudes genehmigt, die von außen kaum sichtbar sei, so Eggler. Barrierefrei soll endlich auch der Haupteingang werden, wenn im Zuge des Vorplatzumbaus das Gelände angehoben werden kann. „Ein Stück weit wird wieder die Originalstruktur dieses Hauses hergestellt“, so der Besigheimer Architekt.

Ein Großteil der Arbeiten soll nun schnell ausgeschrieben werden, damit im März die Vergaben stattfinden können. Baubeginn könnte im Juni oder Juli sein, so Fleig. „Es ist eine Planung für die Zukunft, die der Verwaltung ausreichend Luft verschafft“, sagte der Rathauschef. Der Bau- und Ausschreibungsbeschluss fiel anschließend einstimmig.

 
 
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