MSC Bönnigheim Alles in einem Verein: Oldtimer, BMX, Ralleys und E-Sport

Von Gabriele Szczegulski
2024 fand die bislang letzte Veteranenausfahrt des MSC Bönnigheim statt. Wegen einer Änderung des Wettbewerbs fiel sie 2025 aus, aber im Oktober diesen Jahres gibt es eine Neuauflage. Foto: /Oliver Bürkle

Der Motorsportclub besteht seit 75 Jahren. Seine Abteilungen mit insgesamt 240 Mitglieder sind äußerst erfolgreich.

Im Großen und Ganzen ist die Entwicklung des Motorsportclubs Bönnigheim (MSC) eine Erfolgsgeschichte – und doch von Auf und Abs durchzogen. Am 16. Mai 1951 wurde von 25 Motorsport-Enthusiasten im Gasthaus Rössle der Grundstein für den Verein gelegt. In diesem Jahr kann der MSC unter seinem Vorsitzenden Gerrit Schwenk das 75-jährige Bestehen mit 240 Mitgliedern feiern. „Wir haben uns dazu entschieden das Fest vereinsintern zu gestalten“, so Schwenk.

Veteranenausfahrt nach einem Jahr Pause im Herbst

So sollen auch Ressourcen gespart werden, denn im Herbst soll es nach einem Jahr Pause wieder die beliebte Veteranenausfahrt in Bönnigheim geben, es ist dann die 40. Und zwar ganz neu und anders gestaltet, da es die ADAC-Gesamtwertung im Oldtimer-Sport nicht mehr gibt, der sportliche Wettbewerbsteil der Ausfahrt also offiziell gestrichen wurde. „Uns hat das 2025 sehr überrascht und wir konnten nicht darauf reagieren, also sagten wir die Veteranenausfahrt ab. Aber in diesem Jahr soll sie ganz neu gestaltet werden, mit einer Mischung aus Können, Geschicklichkeit und Unterhaltung“, sagt Schwenk.

Der Verein musste schon einige Niederlagen in seiner Geschichte einstecken, konnte aber auch Erfolge einheimsen. Vereinsmitglied Dieter Rapp beispielsweise war Vize-Europameister und Deutscher Meister in Mannschaft- und Einzelwettbewerben auf dem Motorrad. Rapp ist auch das Urgestein der Veteranenausfahrt, bei der er immer mit seinem Motorrad NSU 201T von 1929 teilnimmt.

Es gab Zweirad-Wettbewerbe, an denen Mitglieder des MSC teilnahmen im Gelände-, Straßen- und Zuverlässigkeitssport, oder Berg- und Rundstrecken-Rennen auf Horex, NSU und BMW. Veranstaltungen wie die Ganerben-Rallye rund um Bönnigheim, Orientierungsfahrten oder Motorrad-Slaloms sind Teil der Geschichte des Clubs, sagt Schwenk. Zur Gründungszeit war der aufkommende Motorsport-Enthusiasmus ein Grund für die Vereinstätigkeit.

Später wurde der sportliche Bereich weiter ausgebaut: Rallye-Sport, Motorrad-Trial und Motocross etablierten sich als Sportarten im Club. „Das Bereitstellen eines alten Schuttplatzes am Krappenberg durch die Stadt Bönnigheim als Trainingsgelände, war aus sportlicher Sicht dann ein Highlight der 1980er-Jahre“, so Schwenk. Fortan konnten Motorradgeländesportler auf der clubeigenen Motocross-Strecke trainieren. Dies brachte dem Club zahlreiche neue Mitglieder. Zudem wurde eine Jugendgruppe gebildet. Beim konsequenten Aufbau der Jugendgruppe im Trial- und BMX-Sport unterstützte die Stadt Bönnigheim 1984 mit der Überlassung der Neipperger Kelter zur Errichtung eines Jugendraumes. Der Bau der ersten BMX-Bahn am Schlossfeld führte schließlich zum schnellen Wachstum der Jugendgruppe. Doch dann kamen Tiefschläge: Der Motorsport, so erzählt Schwenk, wurde als Raserei, Umweltzerstörung, Krachmacherei abgestempelt. Die Einschränkungen bei Motorsport-Veranstaltungen trafen den MSC hart.

Etablierte Veranstaltungen konnten oder durften nicht mehr durchgeführt werden. „Die Schließung unseres Trainingsgeländes am Krappenberg war dann der absolute Tiefpunkt für den Club. Ein gewaltiger Rückgang von Mitgliedern war deutlich zu spüren“, sagt der Vorsitzende.

BMX-Abteilung ist die Grundlage des Vereins

Der MSC passte sich der Zeit an, mit der Veteranenausfahrt fand er ein populäres Mittel, sich in der Öffentlichkeit zu positionieren. Mittlerweile ist vor allem die BMX-Abteilung die Grundlage des Vereins. Die Jugendlichen fahren auf nationalen und internationalen Rennen mit. Höhepunkt war sicherlich die Olympia-Teilnahme von Clubmitglied Maik Baier 2012 in London. Das BMX-Gelände am Schlossfeld wurde neu gebaut.

Seit ein paar Jahren wird verstärkt wieder Motorsport betrieben. Neben Automobil-Slalom ist es vor allem der Rallye-Sport, der durch den MSC-Sportleiter Marc Schwegler erfolgreich betrieben wird. Der Kauf eines clubeigenen Slalom-Fahrzeugs wurde realisiert, um junge rennsportinteressierte Mitglieder kostengünstig an den Slalom-Sport heranzuführen.

Zudem wurden zwei Sim-Racing-Simulatoren angeschafft, um den Einstieg in den E-Sport zu wagen. Auch hier ist Marc Schwegler federführend. „Dieser Entschluss war ein voller Erfolg“, sagt Schwenk. Neben neuen Mitgliedern sei der eigentliche Gewinn, dass sich durch diese Anschaffung ein wöchentlicher Treffpunkt für alle Generationen aus allen Bereichen des Clubs gebildet hat.

 
 
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