Musikschule Besigheim Seltener Blickfang in Besigheim schafft Kontraste

Von Susanne Yvette Walter
Der Jinfan-Kinderchor der Beijing Second Experimental Primary School sang in der Alten Kelter in Besigheim Beethovens „Ode an die Freude“. Foto: /Martin Kalb

Das Steinhaus-Orchester musizierte mit zwei chinesischen Mädchenchören.

Das Steinhaus-Orchester Besigheim, ein Projektorchester unter Dirigent Roland Haug, das sich zu Konzertreisen formiert, bildet das musikalische Gerüst für zwei chinesische Mädchenchöre, die mit dem Kinderchor Cantores Trinitates Ludwigsburg in der Alten Kelter in Besigheim eine „East meets West“-Begegnung feiern.

Völkerverbindende Kulturprojekte

Am Sonntagabend ist Besigheims gute Stube voll. Chinesen, die hier leben, freuen sich, den Kindern ihre Kultur nahebringen zu können., Die Idee dazu stammt von Chunfang Liu von „DAS Kulturprojekte“. DAS steht für Deutsch-Asien-Service. Chunfang Liu managt Völker verbindende Kulturprojekte wie dieses und wandte sich an Roland Haug.

Bei ihm rannte sie offene Türen ein, denn der Musikschule- und Orchesterleiter tut alles, um internationale Musikbegegnungen möglich zu machen. Leider ist der Kopf der Besigheimer Musikschule krank geworden, sodass sein Stellvertreter Michael Zeh das Vergnügen hatte, „Die Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven zu dirigieren. Das Steinhausorchester liefert die Musik. Die Chöre stimmen nicht wie sonst bei Beethoven pathetisch, sondern gläsern und ganz fein mit ein. Rund 30 Mädchen bilden den Jinfan-Kinderchor der Beijing Second Experimental Primary School. Sie tragen karierte Faltenröckchen und repräsentieren diszipliniert eine Einheit.

Ein Dutzend junge Ladys in cremefarbenen Satin-Outfits gehört zum Lanzhiyu Mädchen Chor von der Shenyang Middle School. Und so kommt es, dass die „Ode an die Freude“ aus Dutzenden Kehlen erklingt,. „Es geht um die Freude, soviel ist klar und das ist doch schon mal viel“, erklärt Ute Kabisch, die charmant durch den Abend führt.

Brücken zwischen Ost und West werden geschaffen

Sie übersetzt chinesische Liedtexte fürs Besigheimer Publikum und fordert zum Mitsingen auf. Sie erzählt davon, welche Bedeutung die Lotusblüte in der chinesischen Kultur hat. „Wie anders doch chinesische Musik klingt“, staunt Jule Hensel aus Sachsenheim. Zum Gesang zeigen die Sängerinnen eine Choreografie, die fremd und faszinierend ist – ein seltener Blickfang in Besigheim. Der Kinderchor Cantores Trinitatis Ludwigsburg unter Susanne Obert schafft Brücken zwischen Ost und West mit Songs wie „Wir sind Gottes Melodie“ oder „Seht, Brot und Wein“. Kontraste begegnen sich.

Das Steinhausorchester der Musikschule Besigheim hat große Moment mit „Over the rainbow“, dazu die Hymne „Ashland Park“ von Ed Huckeby.

„Für Jugendliche aus China ist das ein Erlebnis, das sie ihr Leben lang begleiten wird“, sagt Guo Ying, Dirigent des Lanzhiyu Mädchenchores.

 
 
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