Best of Music in Bietigheim-Bissingen Südstaaten-Sound in der Stadt

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Foto: Martin Kalb

So langsam kehre wieder Normalität in Bietigheim-Bissingen ein, sagte Oberbürgermeister Jürgen Kessing am Montag im Rathaus bei der Vorstellung des Programms für das Best of Music-Festival am 15. und 16. Juli dieses Jahres. Normalerweise pausiert das Musik-Ereignis, das zuletzt 2019 über die Bühne ging, immer ein Jahr, aufgrund der Corona-Pandemie sind es jetzt zwei Jahre geworden. Auch wenn es coronabedingt immer noch einen gewissen Vorbehalt gibt, geht Kessing davon aus, dass die Veranstaltung im Juli ungehindert stattfindet. Und zwar wie vor der Pandemie ohne Zutrittsbeschränkungen und Maskenpflicht.

„Wir wollen zeigen, dass wir wieder da sind“, erklärte Stefan Benning, der Leiter des Kulturamts der Stadt. Allerdings hat Corona insofern seine Spuren hinterlassen, als das Festival auf dem Bietigheimer Marktplatz nur an zwei Tagen (Freitag und Samstag) zu sehen und zu hören ist. Laut Benning liegt das an der Haushaltslage, die sich durch die Pandemie verschlechtert hat. Zuvor waren es immer drei Tage.

Swing, Blues und Soul

Für Benning ist es das letzte Best of Music in seiner Amtszeit, der Ruhestand rückt näher. Mit dem diesjährigen Motto „The Spirit of the South“ will er zurück zu den Anfängen des Festivals gehen, das nun schon das 18. seiner Art ist. Die Bands und Künstler präsentierten mit Swing, Blues, Rhythm and Blues und Soul den Süden der USA. Daneben gebe es französisch inspirierten Zydeco und Cajun bis hin zu kubanischem Son und mexikanischen Mariachi-Klängen. Höhepunkt und zugleich Finale wird laut dem Kulturamtsleiter „The London Palladium Marvin Gaye Show“ sein, die dem großen Soulsänger und Großmeister des Motown Sounds huldigt. Dieser Auftritt sei bereits beim Bietigheimer Wunderland geplant gewesen, das aber ausgefallen ist.

Budget von 250 000 Euro

Der Eintrittspreis beträgt zehn Euro für beide Tage. Besucher erhalten einen speziell gestalteten Anstecker („Badge“), der auch zur Fahrt in einem Bus-Shuttle berechtigt. 6500 solcher Badges stehen für den Verkauf zur Verfügung. Zuletzt hatte der Eintritt 15 Euro für drei Tage gekostet oder zehn Euro für einen Tag.

Froh ist Benning, dass nach der Zwangspause wieder alle Sponsoren mit an Bord sind. Hauptsponsor ist die Dürr AG. Ohne Kooperationspartner sei eine solche Musikveranstaltung mit hochkarätigen Künstlern nicht zu realisieren. Das Budget beziffert der Amtsleiter auf 250 000 Euro, von denen ein kleiner Teil über die Eintrittsgelder wieder hereinkommt. Benning rechnet mit rund 50 000 Euro Eintrittserlösen. Ein sechsstelliger Betrag werde bei der Stadt verbleiben, sagte OB Kessing.

Was die Bewirtung angeht, hoffen Kessing und Benning, dass die Lokale am Marktplatz kulinarisch etwas beisteuern. Alle wollten mitziehen, so Benning, er hoffe, dass auch der neue Eigentümer des früheren Restaurants Schiller bis dahin eröffnet hat.

Personalmangel bei Wirten

Kessing gab allerdings zu bedenken, dass nach der Pandemie nichts mehr so sei wie es einmal war: Die Preise seien gestiegen, zudem hätten die Wirte mit Personalmangel zu kämpfen. Doch bei Festivals müsse man eben auch in Kauf nehmen, dass es Schlangen gebe, so der OB.

Wie Benning ergänzte, sind auch beim bewährten städtischen Helferteam Leute abgesprungen. Dieses müsse erst wieder neu aufgebaut werden. Trotz solcher Schwierigkeiten sei es aber wichtig, kulturelle Angebote zu machen. Die Stadt habe zwar an der Quantität, nicht aber an der Qualität gespart. Und auch die Künstler, von denen einige in der Vergangenheit schon in Bietigheim-Bissingen aufgetreten sind, seien froh, dass es jetzt endlich wieder losgeht.

Info Der Vorverkauf für das Best of Music beginnt am Mittwoch, 1. Juni. Vorverkaufsstellen sind die Tourist-Information in der Bietigheimer Altstadt und das Spillmann-Reisebüro am Bahnhof.

 
 
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