Naturparkmarkt in Bönnigheim Ziegenkäse, Safran und Wildobsteis aus der Region

Von Birgit Riecker
Das Schäferehepaar Gerda und Bernhard Sico aus Eppingen zeigte beim Naturparkmarkt in Bönnigheim alles rund ums Schaf. Das war nur einer der vielen Stände am Sonntag. Foto: Martin Kalb

Zahlreiche ausgefallene heimische Erzeugnisse sind die Hingucker beim ersten Naturparkmarkt in der Ganerbenstadt. Probieren erwünscht.

Es ist eine ganz besonders schöne Atmosphäre“, sagt Corinna Müller aus Brackenheim. Mit ihrem Mann Heiko genießt sie den ersten Naturparkmarkt in der Ganerbenstadt in vollen Zügen und freut sich über den leckeren Ziegenkäse, den sie nur hier bekommt. Warum?

Käse aus Oberderdingen

Die vielfältigen Ziegenkäse stammen von der Ziegenfarm Voorhoeve in Oberderdingen. Und das ist ja nicht gleich um die Ecke. Aber die Ziegenfarm liegt im Naturpark Stromberg-Heuchelberg, einem 41 000 Hektar großen Gebiet zwischen Eppingen, Brackenheim, Vaihingen und Bretten. Von dort kommen die 30 Betriebe und private Anbieter, die am Sonntag heimische Spezialitäten offerieren.

Schon vor dem offiziellen Start bummeln die Besucher vorbei an den Ständen mit heimischen Honigprodukten, duftenden Crepes, frischen Erdbeeren und knackigen Äpfeln. Bürgermeister Albrecht Dautel freut sich mit ihnen „ungemein“, dass der Markt, den es schon seit 2008 gibt, nun in Bönnigheim Station macht und damit die Nach-Coronapandemie-Zeit einläutet.

Schwungvoll unterstützt ihn dabei das Bläserensemble der Stadtkapelle und die zweite Vorsitzende des Naturparks, Zaberfelds Bürgermeisterin Diana Kunz. Sie wirbt für die Qualität der regionalen Produkte, die nicht nur dazu beitragen die örtliche Kulturlandschaft zu erhalten, sondern ganz besonders gut schmecken. „Da weiß man, was man kauft und dass es nicht viele Kilometer transportiert worden ist“, sagte sie. Die „Landschaftspflege mit dem Einkaufskorb“ unterstütze zudem die örtlichen Betriebe, die oft einen hohen Arbeitsaufwand haben. Streuobstwiesen, Weidetiere und beispielsweise auch der Weinbau können so erhalten werden. Hochwertige Produkte kämen damit auf den Tisch. Sie freut sich, dass inzwischen 76 Prozent der Menschen gerne regional kaufen.

Das freut auch Robert Heininger, den Obstbauern aus Brackenheim. Seine rotbackigen Jonagold-Äpfel, sein Grünspargel und die Erdbeeren eines Landwirts aus Nordheim locken zum Zugreifen. Edelbrände aus Schlehe, Mispeln oder Gewürzluiken bietet Simon Süß. Die Cassismanufaktur Danner setzt noch einen mit ihrem Gin-Cassis drauf. „Der ist lecker“, befindet Silvia Storz aus Bönnigheim. Ihr Mann Bernd ist begeistert von den Prospekten des Naturparks: „Da habe ich eine tolle Radlerkarte gefunden“, sagt der passionierte Biker.

Ausgefallen ist auch das Safranangebot von Marianne und Heiko Ayasse. Sie bieten in liebevoller Handarbeit hergestellte und gelagerte Safranfäden. „Wir ziehen den Safran selbst“, erzählt Heiko Ayasse. „Und Safran macht nicht nur den Kuchen gelb, er rundet alle Speisen hervorragend ab und macht ein samtiges Mundgefühl.“

Ebenfalls ungewöhnlich, aber sehr schmackhaft ist das Wildobsteis und der warme Baumstriezelkuchen. „Den backe ich aus regionalen Zutaten nach einem Rezept von 1890“, verrät Erika Roth. „Sehr lecker“, bestätigen die beiden Freundinnen Inge und Gerda aus Pleidelsheim und Löchgau.

Gemüsepflanzen von Bioland oder Linsen aus Hausen und Knödel aus der Dose finden zahllose Liebhaber. Nicht zuletzt lockt ein Stand des Landgasthofs Stromberg mit Mittagessen aus dem Glas. Doch was natürlich nicht fehlen darf: Weitere Möglichkeiten sich beim Bummeln zu stärken: Das Bruzzelhüttle mit Wildschweingerichten und die Weingärtner Stromberg-Zabergäu bieten sofortige Abhilfe bei Hunger und Durst.

 
 
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