„Leider ist genau das eingetreten, wovor wir gemeinsam gewarnt haben.“ So heißt es in einem Schreiben der sechs Bürgermeister, die mit ihren Gemeinden von der Vollsperrung der Neckarbrücke in Besigheim betroffen sind, das Landrat Dietmar Allgaier am Dienstag der Verkehrsministerin des Landes Baden-Württemberg, Nicole Razavi, übergeben hat.
Neckarbrücke Besigheim Bürgermeister regen Neubau als Pilotprojekt an
In einem gemeinsamen Brief stellen die von der gesperrten Neckarbrücke betroffenen Rathauschefs Forderungen an die Landesregierung.
Die aktuelle Situation zeige, dass das bisherige Vorgehen nicht mehr ausreiche. Dabei stelle der eigentliche Umweg für viele Bürger nicht das größte Problem dar. Das Nadelöhr, dass mit seiner Ampelschaltung an der B27 nie für das heutige Verkehrsaufkommen ausgelegt war, liege in Kirchheim. Kilometerlange Rückstaus mit erheblichen Wartezeiten seien die Folge. „Hinzu kommen erhebliche Belastungen für den innerörtlichen Verkehr, den Schülerverkehr, Unternehmen sowie die Notfallversorgung der gesamten Raumschaft.“ Nach Auffassung der Bürgermeister liege mittlerweile eine außergewöhnliche Gefahren- und Verkehrslage vor.
Zustand nicht bis 2033 hinnehmbar
Weiter heißt es in dem Schreiben: „Dieser Zustand ist für einen Übergangszeitraum hinnehmbar – nicht jedoch bis zum derzeit vorgesehenen Abschluss des Ersatzneubaus im Jahr 2033.“ Die Bürgermeister nennen zwei konkrete Maßnahmen: Einerseits müssten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um den Pkw-Verkehr schnellstmöglich wieder zu ermöglichen. Andererseits setzen sie sich dafür ein, den Ersatzneubau der Neckarbrücke als Pilotprojekt für beschleunigtes Planen und Bauen in Baden-Württemberg einzustufen. Ein Baubeginn erst im Jahr 2030 mit Fertigstellung im Jahr 2033 werde der Situation nicht gerecht, heißt es darin weiter. Nach Gesprächen mit erfahrenen Brückenbauunternehmen sehe man erhebliche Möglichkeiten, Planung und späteres Bauausführung deutlich enger zu verzahnen. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen erscheine nicht jeder bisher übliche Planungsschritt noch zwingend erforderlich, heißt es.
Projektverantwortlichen einsetzen
„Wir regen darüber hinaus an, einen erfahrenen Gesamtprojektverantwortlichen mit umfassender Entscheidungsbefugnis einzusetzen, der Planung und Umsetzung konsequent auf Geschwindigkeit, Wirtschaftlichkeit und Qualität ausrichtet. In der Region Besigheim stehen hierfür nach unserer Kenntnis Persönlichkeiten mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Planung und Realisierung komplexer Brückenbauprojekte zur Verfügung.“
Nun erwarte man, dass der für Anfang August angekündigte Runde Tisch zu konkreten Ergebnissen und verbindlichen nächsten Schritten für eine partnerschaftliche, wirtschaftliche und zügige Umsetzung des Ersatzneubaus der Neckarbrücke Besigheim führt. bz
