Neckarenztal-Leitung Gelände wird für Gas- und Wasserstoff-Leitung modelliert

Von Martin Hein
Die Arbeiten an der 28 Kilometer langen Neckarenztalleitung liegen im Zeitplan. Foto: Oliver Bürkle

Auf der Großbaustelle bei Löchgau werden derzeit Spezial-Rohre für die Neckarenztalleitung verlegt. Ende des Jahres soll die Inbetriebnahme der Gasleitung erfolgen

Beeindruckende Erdbewegungen sind derzeit beim Scheuler-Hof im Gange. Was aussieht wie der Bau einer neuen Umgehungsstraße sind schlichtweg die Arbeiten für den Bau der Neckarenztalgasleitung.

Bereits seit März 2022 baut Terranets diese neue rund 28 Kilometer lange Gasleitung. Von Wiernsheim über Eberdingen, Vaihingen, Oberriexingen, Sachsenheim bis südlich von Löchgau wird die neue Gasleitung künftig verlaufen. Nach Auskunft von Pressesprecherin Linda Grösch will Terranets als Transportnetzbetreiber die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg und insbesondere im Raum Ludwigsburg deutlich erhöhen. Der Bau der Leitung wird als so genannte Linienbaustelle umgesetzt. Dabei werden einzelne Arbeitsabläufe effizient dem Trassenverlauf folgend, durchgeführt, so Linda Grösch. Der Oberboden wird zunächst abgetragen, anschließend werden die Spezialrohre auf die Baustelle gefahren und dort verschweißt und verlegt.

Archäologische Funde

Direkt am Scheuler-Hof stießen nun Archäologen auf historische Funde, die zurzeit geborgen werden. Zudem laufen dort die Vorbereitungen für die Unterquerung der Landesstraße 1107. Dabei müssen vorhandene Leitungen geortet werden, damit diese bei der Bohrung unter der Straße nicht beschädigt werden. Dazu wurde für den Straßenverkehr eine Ampelregelung eingerichtet. Bis alle Arbeitsschritte an einer Stelle durchlaufen sind, vergehen nach Auskunft von Linda Grösch rund drei Monate. Danach beginnt die Rekultivierung der in Anspruch genommenen Flächen. Die Arbeiten gehen derzeit planmäßig voran. Lediglich an der Enzquerung zwischen Oberriexingen und Enzweihingen kommt es zu Verzögerungen, wegen der dort schwierigen Geologie. Dennoch geht Terranets davon aus, dass auch in diesem Abschnitt bis November die Leitung im Boden liegt.

Arbeiten in Löchgau bis November

In Löchgau dürften nach Aussage von Pressesprecherin Grösch die Rohrverlegearbeiten auf den Flächen der Gemeinde voraussichtlich im November abgeschlossen sein. Die Rekultivierung werde erfolgen, sobald es die Witterung zulässt, das wird vermutlich im kommenden Frühjahr sein.

Am Ortseingang von Metterzimmern laufen aktuell Vorbereitungen für die Unterquerung der Kleinsachsenheimer Straße. Zudem wird bei Metterzimmern die Neckarenztalleitung an die bestehende von Heilbronn kommende Leitung angeschlossen. Damit erreicht Terranets, dass diese Gasleitung auch künftig aus südlicher Richtung versorgt wird, so Linda Grösch. Zukünftig wird die Neckarenztalleitung in Löchgau an die „Süddeutsche Erdgasleitung“ anschließen. Der Bau dieser Leitung erfolge bedarfsorientiert in Abschnitten in den kommenden zehn Jahren.

Weitere Gasleitung folgt

Der rund 24 Kilometer lange Abschnitt der Süddeutschen Erdgasleitung von Heilbronn über Leingarten, Nordheim, Lauffen, Brackenheim, Kirchheim, Bönnigheim und Erligheim bis nach Löchgau soll nach Auskunft von Linda Grösch bis Ende 2024 realisiert werden. Die Süddeutsche Erdgasleitung wird bereits ab 2030 und nicht wie zuvor geplant ab 2035 als erste Pipeline Wasserstoff nach Baden-Württemberg transportieren. Grösch weist darauf hin, dass die Neckarenztalleitung bereits für den Transport von Wasserstoff konzipiert ist.

Die Neckarenztalleitung soll Ende 2022 den Betrieb aufnehmen. Bereits während der Bauphase hat Terranets nach Auskunft von Linda Grösch mit der Renaturierung des in Anspruch genommenen Geländes begonnen. Diese Arbeiten werden auch nach der erfolgten Inbetriebnahme weitergeführt. So werden 2023 unter anderem entlang der Gastrasse alle Wege wieder ordnungsgemäß hergestellt, Bäume gepflanzt und Trockenmauern errichtet.

 
 
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