Konvoi Neckartal nennen die Gemeinden Mundelsheim, Hessigheim, Walheim und Gemmrigheim ihren Zusammenschluss für eine kommunale Wärmeplanung. Gemeinsam haben sie das Freiburger Büro Endura Kommunal beauftragt, eine Bestand- und Potenzialanalyse für die kommunale Wärmeplanung in ihren Gemeinden zu erstellen.
Neckartal- Wärmeplanung Vier Gemeinden gehen im Konvoi die Wärmeplanung an
Die Bestand- und Potenzialanalyse für Mundelsheim, Hessigheim, Walheim und Gemmrigheim wurde vom Büro Endura Kommunal vorgestellt.
Ergebnisse auf den Internetseiten der Gemeinden
In einem ersten Schritt stellte Maximilian Schmid von Endura am vergangenen Mittwoch in der Hessigheimer Gemeindehalle die Ergebnisse der Untersuchungen in den einzelnen Gemeinden vor. Diese sind nun auch auf den Internetseiten der vier Kommunen veröffentlicht. Bis 20. Mai können Bürger zu diesen Themen Stellungnahmen und Vorschläge bei den Gemeinden einreichen. „Das sind noch keine kompletten, fertigen Pläne für eine Umsetzung, sondern es werden Möglichkeiten aufgezeigt“, sagt Mundelsheims Bürgermeister Boris Seitz im Gespräch mit der BZ. Und zum Teil seien es „hochfliegende Ideen, die an der Realität scheitern könnten“, so Seitz. Er nennt den Begriff „Flusswärme“, an deren Umsetzung alle vier Neckartalgemeinden Interesse zeigten. „Ob und wie dies umgesetzt werden kann, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.“ Die Überlegungen zur Flusswärme seien derzeit lediglich eine Idee.
Grund, sich der kommunalen Wärmeplanung anzunehmen, ist die Vorgabe von Bund und Ländern, die kommunale Wärmeplanung voranzutreiben und die Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen. „Alle Maßnahmen werden zu 100 Prozent gefördert“, so Seitz. Mundelsheim werde in der nächsten Zeit vor allem die Möglichkeit einer kommunalen Nahwärmezentrale beispielsweise in der Schule prüfen. Seitz nennt das Beispiel eines kommunalen Nahwärmenetzes, wie es in Freudental realisiert wurde (die BZ berichtete mehrmals), als Vorbild. Laut Berater Schmid sei der Aufbau eines Wärmenetzes in Mundelsheim nur in der Ortsmitte möglich. Seitz hält die Schule für den geeigneten Ort für eine Nahwärmezentrale, weil diese erhöht liege und die Wärme „leichter den Berg hinunterläuft. Wenn wir die Zentrale am Neckar planen muss hochgepumpt werden“.
Die Planer haben Potenzialzonen festgelegt, in denen der Aufbau eines Wärmenetzes möglich wäre. Weitere Zonen sind Gebiete, in denen der Aufbau eines solchen Netzes geprüft werden kann oder Bereiche, in denen eine zentrale Wärmeversorgung nicht infrage kommt.
Wärmeversorgung durch Wasserstoff
Hessigheim, so Schmid, habe ein Potenzial- und ein Prüfgebiet. Die Kommune selbst könne als ersten Schritt selbst Schule, Turn- und Gemeindehalle an ein zentrales Wärmenetz anbinden und so als Vorbild für private Eigentümer fungieren. In Gemmrigheim sind laut der Pläne, die auch auf den Internetseiten zu sehen sind, ein Prüfgebiet im Ortskern und zwei kleinere Bestandsnetze verzeichnet. Im Prüfgebiet „Scheidwegle“ sei laut Gemmrigheims Bürgermeister Jörg Frauhammer eine Wärmeversorgung mit Wasserstoff denkbar, das werde derzeit untersucht. Die vorhandenen Gasleitungen seien in der Lage, Wasserstoff zu transportieren. Zudem plane die Gemeinde ein interkommunales Gewerbegebiet mit Neckarwestheim, bei dem ebenfalls eine Wärmeversorgung mit Wasserstoff im Gespräch sei. In Walheim gibt es zwei Potenzialgebiete, zudem gebe es, so Schmid, die Möglichkeit der Nutzung von Abwärme aus dem neuen Klärschlammverbrennungsheizkraftwerk, „dieses Thema ist in Walheim allerdings heikel“.
„Wir wissen jetzt, wo es Möglichkeiten gibt, die kommunale Wärmeplanung anzugehen, nun müssen wir sehen, was treiben wir weiter und was lassen wir, das wird noch Jahre und viele Gemeinderatssitzungen in Anspruch nehmen“, sagt Boris Seitz.
