Nest in der Bönnigheimer Karlsstraße Saatkrähen brüten erstmals in der Stadt

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Eine ungewöhnliche Beobachtung für unsere Region: Saatkrähen brüten in Bönnigheim.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Die Hobby-Ornithologin Ann Marie Ackermann hat eine Kolonie Saatkrähen in Bönnigheim entdeckt.

Die Gruppe von Saatkrähen baut gerade an ihren Nestern vor dem Haus von Ann Marie Ackermann in der Karlstraße. Und so kann die Hobby-Ornithologin, die gerade die Ausstellung zu ihrem Buch über den Bönnigheimer Bürgermeistermord vorbereitet, die Tiere jeden Tag sehen und hören. „Sie sind Koloniebrüter und ziemlich laut“, so Ackermann, die seit 21 Jahren hier lebt und das erste Mal eine Brutvorbereitung beobachtet. Die Tiere bauten ihre Nester ziemlich hoch, von denen noch vier übrig sind, nachdem der Sturm eines vom Baum geweht hatte.

Ackermann ist in der Ornithologischen Gesellschaft Baden-Württemberg, in der Ornithologischen Arbeitsgruppe Heilbronn und beim Nabu-Mitglied und beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit Vögeln. Dies sei für Bönnigheim neu, berichtet sie. Laut der Literatur und der Datenbank der Ornithologischen Gesellschaft Baden-Württemberg sei dies der erste Brutversuch hier. Bis jetzt waren Saatkrähen immer nur Wintergäste und Durchzügler. Seit einigen Jahren brüten sie aber auch im Landkreis.

Die Saatkrähe gehört zur Art der Rabenvögel, die mit Ausnahme von Island und einigen nord­s­kandinavischen Ländern in ganz Europa weit verbreitet ist. Abhängig von ihrem Verbreitungsgebiet ist sie ein Standvogel oder ein Zugvogel, der auch in Russland und Asien anzutreffen ist. Sie erreicht eine Körpergröße von 50 Zentimetern und bringt etwa fünfhundert Gramm auf die Waage, ihre Flügelspannweite beträgt durchschnittlich neunzig Zentimeter. Saatkrähen sind äußerst gesellige Vögel, die in großen Kolonien hoch oben in den Bäumen brüten und lautstark miteinander kommunizieren. Männchen und Weibchen schließen sich zu monogamen Dauerverbindungen zusammen und beginnen Anfang März mit dem Bau des Nestes. Dieses wird von einem Paar mehrere Jahre lang genutzt und in jeder Brutsaison ausgebessert. Im März legt das Weibchen meist vier Eier in das Nest und bebrütet diese alleine etwa 18 Tage lang. Nachdem die Jungvögel im Alter von etwa einem Monat das Nest verlassen, werden sie noch einige Wochen lang von den Eltern betreut.

 
 
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