Neubau Schulgebäude Städtebaulich schlüssiger Baukörper

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Der Siegerentwurf für das neue dreizügige Grundschulgebäude der Friedrich-Schelling-Gemeinschaftsschule (Bildmitte), der einstimmig von der Jury ausgewählt wurde. ⇥ Foto: Oliver Bürkle

Der Gewinner des Architektenwettbewerbs für den Neubau eines dreizügigen Grundschulgebäudes der Friedrich-Schelling-Schule steht fest. Fachjury wählte einstimmig Nürnberger Architekturbüro.

Der Entwurf für die Erweiterung der Primarstufe der Friedrich-Schelling-Schule in Besigheim formuliert einen selbstbewusst klaren und städtebaulich schlüssigen dreigeschossigen Baukörper mit polygonalem Grundriss.“ So lautet das Urteil der 21-köpfigen Jury aus Fachpreisrichter, Sachpreisrichter, Sachverständigen und Vorprüfern zum Siegerentwurf des Nürnberger Architekturbüros Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten + Stadtplaner PartGmbH und dem Landschaftsarchitekturbüro Glück Landschaftsarchitektur GmbH, Stuttgart. Mit einem einstimmigen Jurybeschluss hatte sich der Siegerentwurf bei der Preisgerichtssitzung am 9. September in der Besigheimer Stadthalle gegen zwölf andere Entwürfe durchgesetzt.

Großes Lob von der Jury

Der Neubau werde gekonnt auf dem zur Verfügung stehenden Gelände situiert und in die vorhandene topografische Situation eingebettet, heißt es in der Jurybeurteilung weiter. Durch seine polygonale Gebäudeform nehme der Neubau die Richtungen am Ort auf und verbinde sich auf gelungene Art und Weise mit den Bestandsgebäuden, so dass ein wirkungsvolles Gebäudeensemble mit gut proportionierten Außenräumen geschaffen wird. Resultat ist ein sehr schön gegliederter, großzügiger Pausenhof im Süden. Dieser biete Raum für Spiel, Spaß und Kontemplation und sorge so für eine ortsspezifische Identität mit hohen Aufenthaltsqualitäten für die Schüler.

Architekt und Stadtplaner Ulrich Frey (Heilbronn), der als städtebaulicher Berater für die Stadt tätig ist und als Fachpreisrichter in der Jury tätig war, merkte in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend an, einstimmig habe man Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten + Stadtplaner PartGmbH als „geeignetes Planungsbüro gesehen, unter schwierigen Standort-Bedingungen und schwierigen Kriterien das Projekt umzusetzen“.

„Jetzt beginnt der Diskussionsprozess, in dem die Planungen optimiert werden“, erklärte Frey am Donnerstagabend – auch mit Blick auf die Kosten. Diese machen im Gemeinderat nicht nur Stadtrat Manfred Hiller (WIR) Sorgen: „Ein ganz wichtiger Punkt ist der Preis, der liegt jetzt bei rund 15,7 Millionen Euro.“ Er habe als Jurymitglied für den Siegerentwurf mitgestimmt, „aber die Kosten sind mir zu hoch“.

„Wir sind erst am Beginn des Weges“, sagte Bürgermeister Steffen Bühler. Man könne erst über Preise reden, wenn die Planung detaillierter werde. Jetzt müsse das Bauprojekt gemeinsam mit dem Gemeinderat entwickelt werden. Deshalb werde es, auch auf Vorschlag des Architekturbüros, voraussichtlich 2021 noch keinen Baubeginn geben. Es werde auch eine To-do-Liste für den Gemeinderat geben (in der auch die Verkehrsführung ein Thema sein wird), um den Planern die notwendigen Entscheidungen zu geben, merkte Bühler an. „Die Verkehrsregulierung ist jetzt wichtig“, sagte Stadtrat Ulrich Gerstetter (CDU). Nach dessen Einschätzung sind dazu mehrere Sitzungen nötig, denn es seien „viele Leute anzuhören“.

Beschluss bei drei Enthaltungen

Der Gemeinderat stimmte, bei drei Enthaltungen, dem Juryergebnis zu und beauftragte stufenweise das Architekturbüro Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten + Stadtplaner PartGmbH, Nürnberg und das Landschaftsarchitekturbüro Glück Landschaftsarchitektur GmbH, Stuttgart, mit der Planung und dem Bau der dreizügigen Primarstufe der Friedrich-Schelling-Schule. Auch die Beauftragung der Fachingenieure soll als europaweite Ausschreibung mit Lastenbuch und Verhandlungsverfahren durch Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH, Ludwigburg durchgeführt werden. Notwendige Beschlüsse soll der Gemeinderat in der Dezembersitzung fassen.

Das Gebäude der Friedrich-Schelling-Schule aus dem Jahr 1904 soll zu einer zweizügigen Grundschule ausgebaut und saniert werden. Der Gemeinderat beauftragte der Besigheimer Architekt Jochen Feyerabend, die Sanierung und Ertüchtigung des Grundschulgebäudes zu planen und durchzuführen. Auf die Frage von Stadtrat Stefan Bruker (FWV), ob für die Vergabe der Sanierungsplanung nicht auch eine Ausschreibung notwendig sei, sagte Stadtbaumeister Andreas Janssen: „Es ist sehr viel ,Handarbeit’ bei der Planung nötig. Wir sind der Überzeugung, dass eine Direktvergabe hier richtig ist.“

 
 
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