Neuer Kindergarten in Großsachsenheim Klopferle öffnet später – Engpass verschärft

Von
Sa, Sachsenheim, Neubau Kindergarten in der Oberriexingerstraße. Klopferle⇥ Foto: Oliver Bürkle

Statt zum neuen Kindergartenjahr startet der Kindergarten erst im Januar 2022. Auch bei anderen Eirichtungen gibt es leichte Verzögerungen. Kurzfristig fehlen daher mehr als 100 Plätze.

Eigentlich hätte es jetzt losgehen sollen: Im Kindergarten Klopferle sollten 75 Kinder über drei Jahren in drei Gruppen betreut werden. Doch wegen Bauverzögerungen geht die Einrichtung in Großsachsenheim erst Anfang nächsten Jahres an den Start.

Das Klopferle entsteht als dritte Einrichtung in der Oberriexinger Straße zwischen den beiden Kinderhäusern Mobile und Pfiffikus (die BZ berichtete). Wie auf vielen Baustellen aktuell gibt es laut Stadtverwaltung auch hier Lieferprobleme. „Hauptsächliches Problem ist, dass die Fenster nicht geliefert werden können“, sagt Stadtsprecherin Nicole Raichle. Deshalb sei in den vergangenen Monaten augenscheinlich auch nicht viel passiert. „Im Inneren geht es allerdings sehr gut voran“, so Raichle. Hier laufen aktuell die Arbeiten Elektro, Heizung, Lüftung, Sanitär, Trockenbau und Innenputz. „Alle Innenwände und die Elektro- und Sanitärinstallationen sind nahezu fertiggestellt“, betont die Sprecherin. Auch der Innenputz sei überall dort gemacht, wo es unabhängig von den Fenstern möglich sei. Die Estricharbeiten sollen jetzt ebenfalls anlaufen, davor starten auch die Arbeiten zum Abhängen der Decke.

„Es wurde versucht, die Baustelle so einzurichten, dass die Gewerke so effektiv wie möglich arbeiten können, auch wenn die Fensterlieferung noch aussteht“, erklärt Raichle, „dies ist aufgrund der gut funktionierenden Handwerker-Teams möglich, worüber wir sehr froh sind“, betont sie. Der Außenputz soll dann „umgehend“ aufgebracht werden, wenn die noch fehlenden Fenster eingebracht sind. Im Anschluss kann das Gerüst abgebaut und mit der Außenanlage begonnen werden.

Das Klopferle ist aktuell nicht die einzige Baustelle, mit der die Stadt versucht, dem weiter steigenden  Bedarf an Betreuungsplätzen gerecht zu werden. Bis 2024 sind laut Kindergartenbedarfsplan insgesamt zwölf neue Betreuungsgruppen notwendig. Während die neue Waldkindergartengruppe in Großsachsenheim im Frühjahr in Betrieb gegangen ist, gibt es auch bei anderen Einrichtungen Verspätungen.

Auch beim Anbau an den Kindergarten Arche Noah hatte man gehofft, zum neuen Kindergartenjahr starten zu können. Wenn es gut läuft, stehen die insgesamt 50 zusätzlichen Plätze, ebenfalls für Kinder über drei Jahren, etwas früher zur Verfügung als die im Klopferle, betont die Stadt auf Nachfrage. Im Frühjahr 2022 soll zudem der Anbau der Villa Sonnenschein für zwei Ganztagsgruppen Ü3 (40 Plätze) fertig sein. Hier hatte man eigentlich auf einen Start zum Jahresende 2021 gehofft.

Wenn die Einrichtungen dann aber fertig sind, sieht die Situation zunächst recht gut aus: „Mit den zusätzlichen Plätzen im Kindergarten Klopferle und Kindergarten Arche Noah können im kommenden Kindergartenjahr fast alle vorliegenden Anmeldungen der Drei- bis Sechsjährigen mit Wunsch ‚Verlängerte Öffnungszeiten’ bedient werden“, sagt Sprecherin Raichle. Heißt aber im Umkehrschluss: Bis zur Fertigstellung müssen sich noch mehr als 100 Elternpaare gedulden. Im Krippenbereich (circa 20 Kinder in Groß- und Kleinsachsenheim) und in der Ü3-Ganztagesbetreuung (zehn Kinder) gibt es zudem weitere Wartelisten.

In den kommenden Jahren wird und soll weiterer Bedarf bestehen: Mit einer zweigruppigen Einrichtung im Seepfad und einer mehrgruppigen Einrichtung auf dem Dach eines Lebensmitteldiscounters in Großsachsenheim (die BZ berichtete), die bis 2023 und 2024 entstehen könnten, hat die Stadt schon die Weichen gestellt. Auch im künftigen  Baugebiet Birkenfeld in Kleinsachsenheim „wäre eine weitere Kindertageseinrichtung denkbar, um dem wohnortnahen Bedarf zu decken“, erinnert Raichle.

 
 
- Anzeige -