Neuer Standort für Hospiz Baustart am „Haus Lindenhain“

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Beim ersten Spatenstich für das künftige Hospizgebäude in der Pforzheimer Straße in Bietigheim-Bissingen (von links): Erwin Rudolph (Vorsitzender Stiftung Hospiz), Architekt Michael Kerker (Büro KMB), Ute Epple (Vorsitzende des Trägervereins Hospiz), Andreas Schmidt (Bau­unternehmen Walter Schmidt GmbH), Mathias Orth (KMB), Thomas Grill (Vorstandsmitglied Hospizstiftung), Oberbürgermeister Jürgen Kessing und BZ-Herausgeber Manfred Gläser (Mitglied des Stiftungsrats).   Foto: Uwe Mollenkopf

In Bietigheim entsteht in der Pforzheimer Straße ein neues großes Hospizhaus mit zwölf Betten. Mit dem offiziellen ersten Spatenstich wurde am Donnerstag der Um- und Anbau eingeleitet.

Weil eine Erweiterung des Pflegeangebots über die heute vorhandenen sieben Zimmer in der Gartenstraße hinaus nicht möglich ist, erhält das Bietigheim-Bissinger Hospiz einen neuen, größeren Standort im „Haus Lindenhain“ in der Pforzheimer Straße 34. Dieses wird dazu umgebaut und bekommt einen Anbau. Am Donnerstag war der erste Spatenstich für das Bauprojekt – genau 20 Jahre nach der Einweihung des stationären Hospizes.

Der Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Hospiz Bietigheim-Bissingen, Erwin Rudolph, dankte in seiner Ansprache allen, „die in den 20 Jahren haupt- und ehrenamtlich Dienst am sterbenden Menschen geleistet haben“, ebenso den Kirchen und ihren Delegierten im Trägerverein, dass sie im Rahmen ihrer diakonischen Verantwortung das Hospiz bisher getragen hätten und dies auch zukünftig tun wollten.

Der neue Standort sei im Zusammenwirken vieler Beteiligter gefunden worden. Die Stiftung Hospiz hat das Grundstück mit Gebäude von der Stadt erworben. Das ehemalige MS-Heim  war frei geworden, weil die Bewohner ins Haus an der Metter umgezogen sind. „Wir sind überzeugt, dass dies ein gut gelegener und attraktiver neuer Standort für das größere Hospiz ist“, so Rudolph.

Kosten: 5,8 Millionen Euro

Die Vorsitzende des Trägervereins und stellvertretende Vorsitzende der Stiftung Hospiz, Ute Epple, berichtete, dass das neue Gebäude zwölf Betten haben werde, ferner Schulungsräume, einen Mitarbeiter- und Verwaltungsbereich. Damit werde dann für den Landkreis Ludwigsburg mit seinen 550 000 Einwohnern ein ausreichendes Angebot an Hospizbetten zur Verfügung stehen, da man beim Hospiz- und Palliativverband Baden-Württemberg davon ausgehe, dass pro 45 000 Einwohner ein Hospizbett nötig ist.

Die Gesamtkosten für das Bauvorhaben, inklusive Kauf des Areals, bezifferte sie mit 5,8 Millionen Euro. Davon sind nach den Angaben von Architekt Michael Kerker (Büro KMB) 4 Millionen reine Baukosten. Ohne Kredite werde es bei der Finanzierung nicht gehen, sagte Epple. Sie bedauerte, dass es angesichts der Coronakrise nicht möglich war, wie geplant im Jubiläumsjahr viele Menschen wegen einer Spende oder Zustiftung für das Vorhaben anzusprechen. Man sei deshalb auch künftig dankbar für finanzielle Unterstützung. „Jeder Euro, den wir bekommen, hilft.“

Wie berichtet hat der Gemeinderat der Stadt bereits im Mai letzten Jahres beschlossen, mit einer Zustiftung in Höhe von 50 000 Euro einen Beitrag zur Realisierung des Vorhabens zu leisten.

Fertigstellung bis Anfang 2022

Laut Architekt Michael Kerker ist das Bestandsgebäude bereits entkernt worden. Dabei sei auch eine Auszeichnung des Bundes der Architekten aus dem Jahr 1983 entdeckt worden, „ein sehr geschätzter Preis“. Der Um- und Anbau sei auch für ein erfahrenes Büro eine Herausforderung. Unter anderem sei ein „meditativer Innenhof“ geplant, es gelte „atmosphärische Ziele in Beton und Stein“ zu verwirklichen.

Kerker rechnet mit einer Bauzeit von 15 Monaten, die Fertigstellung sei Anfang 2022 geplant.

 
 
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