Neues Schuljahr mit alten Problemen Eltern-Taxis bleiben Thema

Von
Schulen, Polizei und Elternvertreter kämpfen gegen Eltern-Taxis.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Die Unsitte, Kinder bis direkt vor die Schule zu fahren, ebbt trotz Förderung von Alternativen nicht ab.

Das neue Schuljahr ist jetzt ein paar Wochen alt, und in die Freude über das Ende des Fernunterrichts mischt sich bei einigen Anwohnern an Bietigheim-Bissinger Schulen wieder ein altbekannter Ärger. Der über die sogenannten Eltern-Taxis, also den An- und Ablieferverkehr der Schüler bis vor die Schultür. Die BZ hat sich umgehört, wie Schulen, Eltern und Polizei mit dem Thema umgehen.

Dauerthema für Schulleiter

Einen besonderen Anstieg der Zahlen an Eltern-Taxis kann Claus Stöckle nicht erkennen. Er ist Rektor an der Aurain-Realschule und geschäftsführender Schulleiter der Schulen in städtischer Trägerschaft in Bietigheim-Bissingen. Allerdings sei es sehr wohl ein Problem für die Schulen. Um den Verkehr vor den Schulen zu minimieren, suche man den Kontakt mit Elterbeiräten aller Schulen. Die dann wiederum für den Verzicht auf Eltern-Taxis eintreten. „Teilweise mit bescheidenem Erfolg. Wir reden uns den Mund fusselig“, sagt Stöckle. Laut dem Schulleiter wäre eine spezielle Zone, in der Eltern ihre Kinder mit den Autos anliefern, vielleicht eine Lösung gegen den Verkehr zu Stoßzeiten. „Ein Versuch wäre es allemal wert“, meint der Schulleiter.

Bei der Schule im Sand in Bietigheim seien laut Schulleiterin Iso Steigelmann noch keine Beschwerden von Anwohnern eingegangen. Bei den ersten Elternabenden sei aber das Thema Eltern-Taxis eingeplant. „Unserer Erfahrung nach gelingt es dort häufig, dass sich Eltern gegenseitig absprechen und Besorgnisse abbauen können“, so Steigelmann. Ein neues Problem seit diesem Schuljahr seien dagegn Eltern, die ihre Kinder bis in die Schule hinein begleiten, obwohl sie eigentlich den Schulhof nicht betreten sollen.

Auch an den Ellentalgymnasien sind Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bis zur Schule bringen, ein Thema, wie Pressesprecher Florian Faust bestätigt: „Gerade zu Beginn des Schuljahres gab es zu Stoßzeiten möglicherweise im Vergleich zu sonst eine Ballung von Eltern-Taxis, dies dürfte unseres Erachtens allerdings auf den Busstreik zurückzuführen gewesen zu sein.“

AG wirbt fürs Rad

Die Schule appeliere an Eltern, ihre Kinder alleine zur Schule zu schicken. Das fördere die Selbstständigkeit der Kinder. Außerdem steige die Unfallgefahr mit dem Verkehrsaufkommen durch die Eltern-Taxis. Ein wichtiger Bestandteil für sichere Schulwege sei an den Ellentalgymnasien auch die seit langer Zeit aktive AG Radschulwegplan. Diese setzt sich für sichere Wege, um mit dem Rad zur Schule zu kommen, ein. Eine Befragung habe gezeigt, dass sichere Alltagsschulwege sowie die Einrichtung von Elternhaltestellen, etwa 250 Meter von der Schule entfernt, zu einer Verminderung der Eltern-Taxis führen, erklärt Martin Rank, Verkehrserziehungsbeauftragter der Ellentalgymnasien.

Taube Ohren

Auch der Gesamtelternbeirat versucht gegen das Prinzip Eltern-Taxi anzukämpfen, wie Janet Stelse, stellvertetende Elternbeiratsvorsitzende erklärt. Oft stoße man allerdings auf taube Ohren. Dabei gebe es gute Ansätze, den Verkehr zu reduzieren, etwa mit besonderen Wettbewerben und Preisen für die Klassen, in denen die meisten Kinder den Schulweg zu Fuß meistern.

 
 
- Anzeige -