Neues Verpflegungskonzept für Gymnasien, Sandschule und Kitas Einmal pro Woche gibt es schwäbische Kost

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Schüler beim Essen. Wer für die Gymnasiasten und Sandschüler künftig kocht, muss noch entschieden werden. Foto: Franziska Kraufmann/dpa

Die Verpflegung der Schüler der Ellentalgymnasien und der Schule im Sand wird neu ausgeschrieben. Dazu hat die Stadt zusammen mit den Schulen ein Konzept entwickelt.

Die Mensa der Ellentalgymnasien braucht einen neuen Pächter. Jörg Lübbe hat dort Ende 2020 aufgehört, nachdem er Schüler und Lehrer 28 Jahre lang mit frisch gekochten Gerichten versorgt hatte. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat den Weg für die Neuausschreibung der Schulverpflegung freigemacht, indem er Verpflegungskonzepten für die Gymnasien, die Schule im Sand und elf Kindertageseinrichtungen einhellig zustimmte. Die Neuvergabe ist zum 1. Januar 2022 vorgesehen.

Hungern musste inzwischen freilich niemand. Aufgrund der Pandemie sei die Mensa in den Gymnasien in den letzten Monaten ohnehin nicht geöffnet gewesen, teilt Anette Hochmuth, die Sprecherin der Stadtverwaltung, auf Anfrage mit. Grundsätzlich gebe es aber eine Cateringfirma, die die Mensa nach dem Weggang von Herrn Lübbe interimsweise betreibe, bis die Vergabe an einen neuen Pächter erfolgt sei.

Auf 300 Essen ausgelegt

Es handelt sich um die Georg Schmidt Gastronomie GmbH aus Ludwigsburg, die momentan auch die Schule im Sand beliefert, was zuvor ebenfalls durch Lübbe geschah. Der Caterer kocht zudem auch im beruflichen Bildungszentrum in Bietigheim. Hochmuth: „Daher kann die Mensa wieder betrieben werden, wenn die Gymnasien ab September wieder starten und die Pandemie es dann auch zulässt.“

Wie aus der Ratsvorlage hervorgeht, waren zur Erarbeitung der Rahmenbedingungen für die neue Ausschreibung längere Vorarbeiten nötig. Dabei sei festgestellt worden, dass die Küche in der Mensa der Ellentalgymnasien auf eine Produktionskapazität von rund 300 Essen pro Tag ausgelegt ist. Da in der Vergangenheit nur rund 200 Essen pro Tag in der Küche zubereitet wurden, davon etwa 120 für die Schule im Sand und maximal 80 für die Gymnasien, wäre nach heutigem Stand ab dem Schuljahr 2024/2025 zusätzlich die Belieferung der neuen Grundschule aus der Mensa möglich. Für diese ist wie berichtet das Gebäude der Wohnbau in der Schwarzwaldstraße im Gespräch.

Zudem habe man sich entschieden, die Essenslieferung für zehn Kindertageseinrichtungen gleich mit auszuschreiben, die bereits seit mehreren Jahren von einem Caterer beliefert werden. Hierbei handelt es sich um die Kita Allensteiner Straße, die Kita Breslauer Straße, die Kita Fliederweg, die Kita Lugstraße, das Kinderhaus Buch, die Kita Farbstraße, das Kinderhaus Untermberg, die Kita Im Leintal, die Kita Kelterstraße, die Kita Kreuzäcker I und das neue Kinderhaus Domino in der Gustav-Rau-Straße.

Zur Erarbeitung der Verpflegungskonzepte für die Schulen und Kitas wurden Schulleitungen und mehrere Kitaleitungen, Elternvertreter sowie Schülervertreter  hinzugezogen. Ende März fanden zwei „Runde Tische“ statt, je einer für die Schulen und die Kitas.

Bioanteil von 20 Prozent

Das Konzept, auf das man sich geeinigt hat, sieht ein „abwechslungsreiches, gesundheitsförderliches und altersgerechtes Speiseangebot“ vor. Der Bioanteil soll sowohl bei den Sättigungsbeilagen als auch beim Fleisch 20 Prozent betragen.

Es soll zwei Menülinien geben, wobei bei der ersten zwei Mal die Woche Fleisch auf den Tisch kommt, an einem weiteren Tag Fisch und an zwei Tagen vegetarisches Essen. Menülinie zwei ist durchgehend vegetarisch. Mindestens einmal pro Woche sollen die Schüler und Kita-Kinder ein schwäbisch-regionales Gericht erhalten – zum Beispiel Linsen mit Spätzle, Schupfnudeln oder Maultaschen.

Salz und Zucker sollen sparsam eingesetzt werden, so die Vorgabe, Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, Süßstoffe oder Alkohol sind tabu. Wann immer möglich sollen Produkte aus fairem Handel, wie zum Beispiel Kakao, Tee oder Südfrüchte, zum Einsatz kommen. 

Nach der Veröffentlichung der Ausschreibung ist die endgültige Vergabe (Zuschlagserteilung) für Oktober angestrebt. Bei der Vergabe hat dann wiederum der Gemeinderat das letzte Wort.

 
 
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