Neujahrsempfang Godel ganz persönlich

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Die Ingersheimer SKV-Halle war am Sonntag beim Neujahrsempfang voll besetzt. Die Gemeinde habe einen „gesunden Bürgersinn“, fand Godel lobende Worte.⇥ Foto: Werner Kuhnle

Mit sehr persönlichen Worten absolvierte der Ingersheimer Bürgermeister Volker Godel am Sonntag seinen letzten Neujahrsempfang.

Die SKV-Halle war gestern voll besetzt, denn die Ingersheimer wollten es sich nicht nehmen lassen, den letzten Neujahrsempfang in der Amtszeit von Bürgermeister Volker Godel mitzuerleben.

Auch die Politik war zahlreich vertreten, neben den Landtagsabgeordneten Fabian Gramling und Daniel Renkonen unter anderem Bietigheims Oberbürgermeister Jürgen Kessing und der Pleidelsheimer Bürgermeister Ralf Trettner sowie Bürgermeister Mathieu Thomann mit einer Delegation des Gemeinderates aus der Partnerstadt Ingersheim im Elsass.

Partnerschaft gewürdigt

Mathieu Thomann würdigte die 20-jährige Partnerschaft zwischen den Gemeinden. Er dankte seinem „Freund Godel, von dem diese Initiative kam“. Auch für Thomann war es ein inoffizieller Abschied, da er im Frühjahr sein Amt niederlegen wird.

Eindringlich appellierte er an den europäischen Gedanken, dass man den „Brandstiftern“ von heute keine Chance gebe und die deutsch-französische Freundschaft erhalte. Er bleibe ein „überzeugter Europäer“ und bekam dafür viel Applaus.

Gute Rahmenbedingungen

„Leben kann man nur vorwärts“ lautete das Motto der Rede von Volker Godel. Er sei dankbar dafür, dass er in den letzten Monaten mit dem Gemeinderat noch einiges bewegen konnte. Die Gemeinde habe einen „gesunden Bürgersinn“. Das seien gute Rahmenbedingungen, besonders auf dem Sektor der Seniorenarbeit, der Betreuung und Bildung. Godel mahnte aber auch an, dass „die Voraussetzungen zur Einnahmeerzielung“ für die Vielfalt der Aufgaben zu schaffen seien.

Als Beispiele nannte er die Schulsanierung, aber auch Projekte ähnlicher Größenordnung, die ohne Baulandumlegungen finanziell kaum mehr zu meistern seien. Eine „notwendige Einnahmestabilität“ werde ohne die „rasche Fortsetzung der Erweiterung des Zweckverbandsgebiets Bietigheimer Weg nicht möglich sein“, so Godel. Ein „Alleinstellungsmerkmal“ im Landkreis habe die neueröffnete „Residenz Ingersheim“ der Evangelischen Heimstiftung mit ihren Einrichtungen. Gemeindeentwicklung sei nichts Statisches, sondern brauche einen „langen Atem, den Mut gegen Widerstände und die Bereitschaft zum vorausschauenden Agieren“, so der Bürgermeister.

Für deutsch-französische Freundschaft eingesetzt

Zum Schluss fand Volker Godel sehr persönliche, berührende Worte. „Was einem immer bleibt, sind persönliche Erinnerung an Gegebenheiten, an Begegnungen, die das kleine Ingersheim in ein größeres Umfeld einordnen können.“ Er habe es stets als „eines mit meinem Amt verbundenes Privileg“ betrachtet, sich für die deutsch-französische Freundschaft einzusetzen und werde dies auch privat weiterführen. „Auch als Bürgermeister ist man ein Mensch mit Gefühlen und Empfindungen“ so Godel. Mit „überwiegender Dankbarkeit“ blicke er auf seine 24-jährige Amtszeit zurück.

Das Publikum würdigte seine Worte mit stehenden Ovationen und langem Applaus. Für Oberbürgermeister Jürgen Kessing gehe mit „Volker Godel ein Schultes der alten Schule, ein Handschlag-Schultes, und ein sehr guter Kollege, der ein überzeugter Europäer“ sei.

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang vom Blasorchester Ingersheim. Anschließend hatten die Ingersheimer bei einem Stehempfang noch Gelegenheit, sich in persönlichen Gesprächen miteinander auszutauschen.

 
 
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